DAX-Sentiment: Börsianer trauen der Frühjahrsrallye nicht
Stimmungsindikator zum DAX-Index
Die mittelfristig orientierten Börsianer lassen sich nicht von den ersten konjunkturellen Hoffnungen beirren, die vielerorts Einzug halten. Die Bären halten an ihrer Positionierung fest und bekommen sogar ein wenig Gesellschaft von vormals optimistisch gestimmten Anlegern.
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Die Sentimentanalyse zum Anhören:
15. April 2009. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Während es draußen in der Natur grünt und sprießt, wähnen viele Ökonomen und Politiker, etwa der US-amerikanische Präsident Barack Obama auch innerhalb der Banken, der Industrieunternehmen und am US-Häusermarkt die ersten grünen Triebe. Der blumige Begriff „Green Shoots“ ist mittlerweile auf dem internationalen Finanzmarktparkett in aller Munde. Sicherlich gibt es Anlass zu leisem Konjunkturoptimismus, immerhin klangen etwa die jüngsten Quartalszahlen der US-Großbanken Wells Fargo und Goldman Sachs doch vielversprechend. Daneben fielen Presseberichten zufolge auch die Stresstests, die die dortigen Banken auf Geheiß der Regierung durchlaufen mussten, einigermaßen positiv aus.
Doch hiervon lassen sich die mittelfristig orientierten Börsianer nicht vom Weg abbringen. Die Bären der Vorwoche halten an ihrer Positionierung fest und bekommen sogar ein wenig Gesellschaft von vormals optimistisch gestimmten Anlegern, wie die heutige Befragung von 300 aktiven Anlegern der Börse Frankfurt zeigt. Und das, obwohl die Weltbörsen in den letzten Handelstagen gegen die Pessimisten liefen – Der deutsche Leitindex rückte um sechs Prozent vor. Typisch menschlich: Nachdem das Gros der Marktteilnehmer sich in den letzten Wochen noch mit einer regelrechten Gewinnserie brüsten konnte, zieren sich die Bären nun umso mehr, ihre Verluste zu realisieren. Stattdessen zitieren sie die Warner und Krisengurus, die nicht an einen konjunkturellen Frühling glauben, sondern nach wie vor neue Jahrestiefstkurse und Hiobsmeldungen heraufbeschwören. Unser Bull/Bear-Index rutscht sogar auf den tiefsten Stand dieses Jahres ab und notiert nun in pessimistischem Terrain.
Tatsächlich ist die Freude über das erste konjunkturelle Grün nicht ungetrübt: Zwar sorgt man sich in Europa vielerorts noch um Deflationsrisiken, doch rund um den Globus argwöhnen die Ökonomen längst, dass eine Erholung der Weltwirtschaft künftig mit empfindlich hohen Inflationsraten einhergehen könnte. Ähnlich schnell wie die amerikanische Notenbank seinerzeit mit stimulierenden Maßnahmen vorpreschte, hat sie auch jetzt schon ein Rezept gegen die drohende Geldentwertung parat: Sie hat sich fest vorgenommen, die überschüssige Liquidität schnellstmöglich abzuschöpfen, sobald sich die Wirtschaft berappelt. Doch so einfach das aus dem Munde von Fed-Chef Ben Bernanke auch klingt – die monetären Stimuli sind nur schwerlich wieder aufzuheben. Nicht auszudenken, welche dramatischen Folgen es für die Anleihemärkte und jegliches zarte Konjunkturpflänzchen hätte, sollte die Fed die Staatsanleihen, die sie im Moment noch fleißig einsammelt, wieder auf den Markt werfen. Auch Zinserhöhungen sollten auf wenig Gegenliebe stoßen, insbesondere weil die Arbeitslosigkeit in der Frühphase einer wirtschaftlichen Erholung erfahrungsgemäß erst einmal weiter ansteigt.
Die Sentimentanalyse im TV:
Jeden Donnerstag
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Erneut waren es andere, vermutlich langfristig orientierte, Marktteilnehmer, die den DAX® während des Berichtszeitraums weiter vorangetrieben haben. Selbst wenn der deutsche Leitindex seit dem zyklischen Tief im März schon eine Klettertour von mehr als 25 Prozent hinter sich hat: Die Frühjahrsrallye hat gute Chancen auf eine Fortsetzung. Denn genau diejenigen, die den DAX gegenwärtig als „heißgelaufen“ und „überkauft“ verschreien, werden wohl tunlichst jeglichen markanten Abtaucher über fünf Prozent nutzen, um doch noch an ebendieser Rallye teilzunehmen.
Christin Stock, cognitrend
Verhältnis Optimisten zu Pessimisten
|
Bullish |
Bearish |
Neutral |
| Total |
36 % |
40 % |
24 % |
| ggü. letzter Erhebung |
-2 % |
+2 % |
+0 % |
DAX-Stimmungskurve

Stand DAX 15.04.2009, 12:00 Uhr: 4532 Punkte (+5,96 % gegenüber der letzten Erhebung)