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ETFs: Suche nach Sicherheit und Überrendite

Marktbericht vom Handel mit Indexfonds

Der Handel mit Indexfonds läuft weiter in ruhigem Fahrwasser. Angesichts der Seitwärtsbewegung an den Börsen fehlen klare Trends.


13. Juli 2010. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Das Sommerloch und vor allem die Richtungslosigkeit an den Märkten machen den ETF-Händlern zu schaffen. Lieber weiter auf Nummer Sicher gehen oder wieder mehr Risiko wagen? Darüber gehen die Meinungen offenbar auseinander. Bernardus Roelofs von Flow Traders meldet „urlaubs- und wetterbedingt“ ziemlich niedrige Volumina im ETF-Handel. „Das Geschäft ist durchwachsen“, kommentiert Eric Wiegand von der Deutschen Bank. Die Umsätze seien nicht mehr so hoch wie vor einigen Monaten. Allerdings: Im Vergleich mit 2009, einem Jahr mit extremen Wachstumsraten, seien die Volumina immer noch gestiegen, ergänzt er.

Bei den Bluechip-ETFs gibt es, wie schon in der Vorwoche, kaum Auffälligkeiten. „Wir sehen nur normale Umschichtungen“, erklärt Andreas Bartels von der Commerzbank. Tendenziell stünden US-amerikanische Aktien in der Gunst der Anleger weiter oben als europäische, etwa sei der Comstage S&P 500 (WKN ETF012) gut gelaufen. Ganz klar auf der Verkaufsliste sind Bartels zufolge hingegen ETFs mit japanischen Unternehmen zu finden, konkret der UBS-ETF MSCI Japan (WKN 794361) und das hauseigene Produkt, der Comstage ETF MSCI Japan (WKN ETF117). „Nach den großen Allokationen vor einigen Monaten sind das wohl taktische Gewinnmitnahmen“, erläutert Bartels. Flow Traders berichtet darüber hinaus von Interesse an MDAX- (WKN 593392) sowie gehebelten ETFs (WKN LYX0AD).

Abgabe von Short-ETFs?

Wiegand
Wiegand

Short-Produkte wurden abermals rege gehandelt, auf der Xetra-Umsatzliste der vergangenen fünf Handelstage stehen sie nach den DAX- (WKN 593393, DBX1DA) und Euro Stoxx 50-Trackern (WKN 593395, A0RGCL) auf Platz fünf und sechs (WKN DBX1DS und DBX1SS). Allerdings werden sie laut Deutscher Bank aktuell eher abgegeben: „Investoren schließen ihre Positionen“, erklärt Eric Wiegand. Stattdessen werde etwa der db x-trackers Stoxx 600 (DBX1A7) gekauft. Andere Market Maker, wie etwa Flow Traders, melden hingegen einen mehr oder weniger ausgeglichenen Handel bei den Short-ETFs.

Renten-Produkte: Käufe überwiegen

Vergleichsweise viel Bewegung ist derzeit bei den Renten-ETFs auszumachen, das berichten zumindest einige Händler. Dabei zeigt sich auch die derzeit stark divergierende Risikobereitschaft der Investoren. Eric Wiegand zufolge versuchen wieder mehr Anleger, sich mit dem db x-trackers iTraxx Europe 5-year (WKN DBX0AP) gegen steigende Credit Spreads abzusichern. „Hier wird wohl erwartet, dass sich die Aufschläge für Emittenten minderer Bonität noch mal ausweiten“, erklärt Wiegand. Auch bei den Staatsanleihen beobachtet er einen Trend hin zur Sicherheit: Etwa würden Renten-ETFs, die Staatsanleihen aus der gesamten Eurozone abbilden, abgestoßen, mit dem db x-trackers II iBoxx Germany Total Return (WKN DBX0C7) werde dann ganz auf Deutschland gesetzt. „Anleger wollen offenbar die Qualität ihres Portfolios verbessern“, meint der Market Maker.


Bartels

Die Commerzbank registriert außerdem Zuflüsse in den iShares Corporate Bond (WKN 251124), einen Renten-ETF mit europäischen Unternehmensanleihen, und den iShares JPMorgan Emerging Markets Bond (WKN A0RFFT). Der bildet die Entwicklung von Schwellenländer-Staatsanleihen ab. „Dahinter verbirgt sich wahrscheinlich die Suche nach Überrendite“, vermutet Bartels.

Banken-Indexfonds wieder gesucht

Keine Besonderheiten gibt es laut Deutscher Bank im Bereich Sektoren. „Hier ist fast nichts los“, beschreibt Wiegand die Lage. Allenfalls an die Telekommunikationsbranche gekoppelte Short-ETFs würden abgegeben – bei geringen Volumina. Laut Commerzbank gab es Rückflüsse bei Tourismus- und Chemie-Indexfonds sowie einen, bei hohen Umsätzen, leichten Käuferüberhang bei Industriegüter-ETFs (WKN 634479). Bei Banken-ETFs (WKN 628930) hätten sich die Anleger durchweg kauffreudig gezeigt. „Die Umsatzlisten zeigen aber, dass die Volumina auch hier niedrig sind“, argumentiert Roelofs. Ihm zufolge fanden außerdem Öl- und Gas-ETFs (WKN 634476) Anhänger, ebenso Grundstoff-Indexfonds (WKN 634472).

© 13. Juli 2010/Anna-Maria Borse

Name des ETFs Anlageschwerpunkt WKN Tendenz
iShares DAX Aktienfonds Deutschland 593393 Käufe + Verkäufe
db x-trackers DAX ETF Aktienfonds Deutschland DBX1DA Käufe + Verkäufe
iShares DJ EURO STOXX 50 (DE) Aktienfonds Eurozone 593395 Käufe + Verkäufe
DJ Euro STOXX 50 Source ETF Aktienfonds Eurozone A0RGCL Käufe + Verkäufe
ComStage ETF S&P 500 Aktienfonds USA ETF012 Käufe
UBS-ETF MSCI Japan Aktienfonds Japan 794361 Verkäufe
ComStage ETF MSCI Japan TRN Aktienfonds Japan ETF117 Verkäufe
iShares MDAX Aktienfonds Deutschland 593392 Käufe
Lyxor ETF LevDAX Strategiefonds LYX0AD Käufe
db x-trackers DJ Euro STOXX 50 Short ETF Strategiefonds DBX1SS Verkäufe und Käufe
db x-trackers ShortDAX ETF Strategiefonds DBX1DS Verkäufe und Käufe
db x-trackers DJ STOXX 600 ETF Aktienfonds Europa DBX1A7 Käufe
iShares DJ STOXX 600 Food & Beverage Aktienfonds DBX0AP Käufe
db x-trackers II iBoxx € Germany Total Return Index ETF Rentenfonds Staatsanleihen DBX0C7 Käufe
iShares € Corporate Bond Rentenfonds Unternehmensanleihen 251124 Käufe
iShares JPMorgan $ Emerging Markets Bond Rentenfonds A0RFFT Käufe
iShares DJ STOXX 600 Industrial Goods & Services (DE) Aktienfonds 634479 Käufe
iShares DJ EURO STOXX Banks (DE) Aktienfonds Banken 628930 Käufe
iShares DJ STOXX 600 Oil & Gas (DE) Aktienfonds Öl und Gas 634476 Käufe
iShares DJ STOXX 600 Basic Resources (DE) Aktienfonds 634472 Käufe
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