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Peeters: "Jetzt geht´s los.."

Blick auf die Börse von Roger Peeters*


Peeters

15. Juli 2010. FRANKFURT (Börse Frankfurt).Die Börsianer, die sich auch für Fußball interessieren (in anderen Worten: alle Börsianer) können sich über den diesjährigen zeitlichen Ablauf verschiedener Ereignisse nicht beschweren: Kaum war die Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika beendet, konnte nur einen Tag nach der Schlussfeier wieder die volle Aufmerksamkeit auf den Newsflow börsennotierter Unternehmen gerichtet werden: In Amerika hat traditionsgemäß der Rohstoffriese Alcoa als erstes seine Geschäftszahlen vorgelegt.

Im Gegensatz zu den vorherigen Quartalen gelang dem Team um den deutschen Lenker Klaus Kleinfeld diesmal durchaus dem eigenen Aktienkurs und auch dem Gesamtmarkt positive Impulse zu verleihen. Und es wurde aus Sicht des Marktes noch besser, als am darauf folgenden Tag der weltweit führende Halbleiterhersteller Intel seine Zahlen für das 2. Quartal präsentiert hat. Der US-Konzern konnte über Ergebnisse berichten, die wenig mit einer weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise zu tun haben: Sowohl im Ergebnis als auch im Umsatz wurden neue Bestmarken erzielt. Als Folge ging nicht nur der Aktienkurs von Intel nach oben, vielmehr profitierten weite Bereiche der Technologiebranche von dem Glanzlicht.

Gleichwohl ging der Start in die Berichtssaison zumindest bislang nicht mit einem in der Breite deutlich anziehenden Markt einher. Die großen Indizes notieren stabil, leicht nach oben geneigt. Von einer Hausse indes sind wir weit entfernt. Die Ursachen dafür lassen sich auf zwei wesentliche Komponenten reduzieren: Einerseits kommt aus Richtung der makroökonomischen Rahmendaten immer wieder das eine oder andere Störfeuer. Zudem ist nicht zuletzt auf Grund der per Saldo seit Anfang 2009 deutlich gestiegenen Aktienkurse schon wieder einiges an Erwartungshaltung im Markt. So wird beispielsweise für die Werte im US-Leitindex S&P 500 im zu berichtenden 2. Quartal eine Gewinnsteigerung von 21 Prozent gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres erwartet.

Über diese Messlatte zu springen wird nicht jedem Unternehmen gelingen und somit tun Anleger auch gut daran, nicht mit überzogener Euphorie in die Saison zu gehen. Gleichwohl festigt eine auch nur im Ansatz der Erwartung entsprechende Gewinnentwicklung das positive Bild des sich verfestigenden konjunkturellen Aufschwungs. Wachstum steht fast allerorts außer Frage, es geht nur um das Ausmaß.

Zusammengefasst könnte in den kommenden Wochen folgendes Schema das eine ums andere Mal zu Tage treten: Erfreulichen Zahlen und entsprechend positiven Kommentaren folgen leichte Gewinnmitnahmen nach dem Motto „sell on good news“. Der Gesamtmarkt indes sollte zeitgleich stabil bleiben, weil das „Grundrauschen“ positiv bleibt und Schwächen wiederum zum Kauf einladen. Unter dem Strich würde über den Hochsommer (wie in den vergangenen Tagen) das Geschehen an der Börse stabil bleiben. Damit wäre die Berichtssaison sicherlich weniger spektakulär als die vorherige Fußball-WM, aber das wäre die bessere Alternative zu einer volatilen Marktphase mit drastischen Enttäuschungen. Für eine sensationelle Übererfüllung der Prognosen wiederum sind die meisten Erwartungen objektiv zu hoch. Darum sollten wir alle mit einem ruhigen Geschehen zufrieden sein, passt ja auch gut zum sommerlichen Wetter.

© 15. Juli 2010/Roger Peeters

*Roger Peeters ist Vorstand der Close Brothers Seydler Research AG, einer Tochter der Frankfurter Wertpapierhandelsbank Close Brothers Seydler Bank, einer auf mittelständische Unternehmen fokussierte Bank. Zuvor leitete Peeters viele Jahre die Redaktion der "Platow Börse" und beriet den von ihm konzipierten DB Platinum III Platow Fonds. 2008 erschien von ihm 'Finde die richtige Aktie - ein Profi zeigt seine Methoden' im Finanzbuchverlag. Peeters schreibt regelmäßig für die Börse Frankfurt.

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