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Börse Frankfurt

Preis-Zeit-Priorität

Abläufe bei der Preisfeststellung


Das Prinzip der Preis-Zeit-Priorität bezieht sich sowohl auf Orders als auch auf Quotes. Bei Eingabe von Orders (oder Quotes) in das Orderbuch werden diese jeweils mit einem Zeitstempel versehen. Dieser Zeitstempel wird zur Priorisierung vorhandener Orders mit demselben Preis verwendet. Dabei werden zuerst eingegebene Orders zu einem bestimmten Preislimit auch zuerst ausgeführt.

Bei der Eingabe neuer Orders (oder Quotes) überprüft Xetra zunächst die Limits aller im zentralen Orderbuch vorhandenen Orders. Ist die eingehende Order sofort ausführbar, lässt sie sich also mit einer oder mehreren bereits erfassten Orders zusammenführen, wird bzw. werden eine oder mehrere Transaktionen generiert.

Folgende Orders können direkt ausgeführt werden:

  • Market Orders, für die im zentralen Orderbuch bereits ein Auftrag auf der Gegenseite vorhanden sind;
  • Kaufaufträge mit einem Limit, das mindestens so hoch ist wie der niedrigste im Orderbuch erfasste Briefpreis,
  • Verkaufsaufträge mit einem Limit, das mindestens so niedrig ist wie der höchste im zentralen Orderbuch erfasste Geldpreis.

Orders müssen nicht unbedingt zu einem einzigen Preis ausgeführt werden; es können mehrere Teiltransaktionen zu verschiedenen Preisen generiert werden. Nach Ausführung einer großen Order gegen das gesamte verfügbare Ordervolumen eines bestimmten Preisniveaus ist das nächste Preisniveau das beste Preisniveau. Dieser Prozess wird fortgesetzt, so lange die eingehende Order ausführbar bleibt. Wenn eine Order nach Eingang nicht ausgeführt werden kann, wird sie im zentralen Orderbuch geführt.

Außerdem ist es möglich, dass für eine einzelne Order mehrere Ausführungen zu jeweils verschiedenen Zeitpunkten erfolgen. Beispielsweise kann eine Order nach Eingang teilweise ausgeführt werden; die verbleibende offene Order wird aber weiter im Orderbuch geführt. Dieser noch nicht ausgeführte Teil der Order kann eine Minute, eine Stunde oder sogar einen Tag später ausgeführt werden, wenn die Order auch nach dem aktuellen Handelstag noch gültig ist.

Market Orders genießen bei der Zusammenführung von Aufträgen die höchste Priorität. Da Anleger bei einer Market Order die schnellstmögliche Ausführung zum bestmöglichen Preis wollen, geben sie solche Aufträge ohne Ausführungsbeschränkungen ein. Wenn mehrere Market Orders im Orderbuch erfasst sind, wird zur Festlegung der Matching-Priorität der Zeitstempel der Orders in Xetra berücksichtigt. Die zuerst eingegebene Market Order hat die höchste Priorität.

Im Rahmen des Matching-Prozesses haben Limitorders mit den bestmöglichen Preisen (höchstes Preislimit für Kauforders, niedrigstes Preislimit für Verkauforders) stets Vorrang vor anderen Orders mit schlechteren Preisen. Auch bei Limitorders mit demselben Preislimit wird der Zeitstempel der Order als Kriterium zur Festlegung der Matching-Priorität verwendet.

Die im Orderbuch bereits vorhandenen Orders werden immer zum jeweils angegebenen Preislimit ausgeführt.

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