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ROUNDUP 2/Verdi: Bis einschließlich Dienstag keine Streiks an NRW-Flughäfen

17.02.2013 15:55

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    DÜSSELDORF (dpa-AFX) - An den Flughäfen in Nordrhein-Westfalen wird es bis
einschließlich Dienstag keine Streiks des Sicherheitspersonals geben. Das teilte
die Gewerkschaft Verdi am Sonntag in Düsseldorf mit. Am Dienstag sind aber
andere Bereiche des privaten Sicherheitsgewerbes in Nordrhein-Westfalen zu
ganztägigen Warnstreiks aufgerufen.

    Bereits am Freitag hatte Verdi angekündigt, dass das Sicherheitspersonal am
Hamburger Flughafen bis einschließlich Montag nicht streiken wird. Wie es in NRW
nach Dienstag weitergeht, ist noch offen: Sollten für Mittwoch wieder ganztätige
Streiks an Flughäfen angesetzt werden, wolle man am Vortag darüber informieren,
sagte der Sprecher von Verdi NRW, Günter Isemeyer, der Nachrichtenagentur dpa.

    In der vergangenen Woche hatten Streiks an den Flughäfen Hamburg, Düsseldorf
und Köln/Bonn den Luftverkehr massiv behindert. Mehrere hundert Flüge wurden
gestrichen. Zehntausende Passagiere waren betroffen.

    Für Dienstag rief Verdi in Nordrhein-Westfalen Objektschützer, Revierfahrer,
Kontrollschaffner, Personenschützer, Empfangsdienste und Handwerksdienste in
mehreren privaten Sicherheitsunternehmen zu ganztägigen Warnstreiks auf. Sie
sollen um 0 Uhr beginnen und bis 24 Uhr dauern.

    Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft äußerte Unverständnis über die
Streikankündigung. "Verdi wäre nach wie vor gut beraten, aufzuhören zu streiken
und endlich an den Verhandlungstisch zurückzukehren oder zumindest in die
Schlichtung zu gehen", sagte BDSW-Sprecher Oliver Arning der dpa.

    Laut Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Becker sind die bisherigen
Denkmodelle der Arbeitgeberseite "nicht einmal ansatzweise geeignet, die Branche
aus dem Niedriglohnsektor herauszuholen". Verdi sei bereits über den eigenen
Schatten gesprungen. "Wir haben die Initiative zu Sondierungsgesprächen
ergriffen, und wir haben in den Gesprächen Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt -
leider vergebens". Dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) warf
Becker mangelnden Lösungswillen vor. "In dieser Auseinandersetzung geht es um
die Frage, ob man von einem Vollzeitjob leben können muss", sagte sie laut
Mitteilung.

    Am Wochenende habe es keine Gespräche mit der Arbeitgeberseite gegeben,
sagte Isemeyer weiter. "Es gibt nach wie vor keinerlei Kontakte."

    Verdi will in dem Tarifkonflikt die Arbeitgeber dazu bewegen, den
Stundenlohn für die unterste Lohngruppe deutlich anzuheben. Er liegt nach
Gewerkschaftsangaben derzeit bei 8,23 Euro brutto. Rund 24 000 der insgesamt 34
000 Beschäftigten der Branche in Nordrhein-Westfalen arbeiten in dieser Gruppe.
Gefordert werden Erhöhungen der Stundenlöhne zwischen 2,50 Euro und 3,64 Euro.
Laut Verdi haben die Arbeitgeber nach zwei Verhandlungen 40 Cent mehr für die
unterste Gruppe angeboten./tob/DP/he


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