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Börse Frankfurt

Auslandsaktien: Sektlaune auch nach Silvester

Marktbericht vom Handel mit internationalen Werten


Trotz Urlaubszeit haben Händler bereits gut zu tun. Unternehmensnachrichten gibt es zwar noch wenige, die Kursexplosion zum Jahresbeginn lockt aber so manchen aus der Reserve.

3. Januar 2013. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Es war ein fulminanter Jahresauftakt: Nach der Kompromisslösung im US-Haushaltstreit legte der Dow Jones am ersten Tag nach Neujahr um 2,4 Prozent zu, der DAX kletterte auf knapp 7.790 Punkte – ein Fünfjahreshoch. „Die Einigung hat dem Markt gutgetan“, bemerkt Walter Vorhauser von Close Brothers Seydler. Allerdings gingen die US-Haushaltsgespräche noch weiter. „Die großen Belastungen sind vorerst nur verschoben.“ Das könne sich noch bemerkbar machen.

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Die langen Beine der politischen Börsen

Das neue Jahr wird Vorhauser zufolge ohnehin von der Politik – und nicht von Unternehmensmeldungen – bestimmt werden. „In Italien und Deutschland stehen Wahlen an, Frankreich gerät immer mehr unter Druck.“ Aus Asien und speziell China mehrten sich unterdessen die positiven Signale. Auch werde in den USA das Wachstum wieder anspringen, die Arbeitslosigkeit zurückgehen. Sein Fazit für die Aktienmärkte 2013: ein durchwachsenes erstes Halbjahr, gefolgt von einer Erholung in der zweiten Jahreshälfte.

Emerging Markets als Treiber

„Über kurz oder lang wird das Problem der fiskalischen Klippe auch endgültig gelöst werden“, meint Roland Stadler von der Baader Bank. Auch er verweist auf China, wo es „wieder laufe“. „Und die Unternehmen profitieren vom Wachstum in den Schwellenländern.“ Das alles spreche für Aktien, doch Risiken blieben. Ungemach könne auch von Anleihenseite drohen: „Staatsanleihen sicherer Länder sehen stark überbewertet aus. Hier könnte es irgendwann einmal zu einer Korrektur kommen.“

Kurssprung bei Schmolz + Bickenbach

Unternehmensnachrichten sind derzeit noch rar gesät. Einen großen Satz nach oben machte im neuen Jahr die Aktie des deutsch-schweizerischen Stahlkonzerns Schmolz + Bickenbach (WKN 905370). „Presseberichten zufolge wollen Finanzinvestoren bei dem krisengeschüttelten Unternehmen einsteigen, unter anderem die auf Sanierung spezialisierten Apollo und Triton“, erklärt Stadler.

Gestern schloss die Aktie an der Börse Frankfurt bei 3,20 Euro, am vergangenen Freitag waren es nur 2,31 Euro. „Mittlerweile sind es aber wieder 2,56 Euro.“ Das Unternehmen ist hoch verschuldet, vor allem aufgrund kostspieliger Übernahmen. Das spiegelt sich auch im Aktienkurs wider: Im Sommer 2007 notierte Schmolz + Bickenbach noch bei über 73 Euro, dann ging es rapide abwärts.

Nike weiter gut im Rennen

Schon vor den Feiertagen hatte der Sportartikelkonzern Nike (WKN 866993) seine Zahlen vorgelegt, und die kamen gut an, wie Vorhauser registriert hat. „Die Aktie legte um 6 Prozent zu. Damit notiert Nike in der Nähe des historischen Hochs.“ Zwar schrumpfte der Gewinn im zweiten Quartal des Geschäftsjahres, Auslöser waren Verlusten in mittlerweile verkauften beziehungsweise zum Verkauf gestellten Bereichen. Im fortgeführten Geschäft ergab sich aber ein Plus von 9 Prozent, der Umsatz wuchs um 7 Prozent. „Außerdem hat der Ausblick überzeugt: Die Bestellungen im laufenden Quartal steigen.“ Aktuell notiert Nike bei 39,17 Euro, Ende Oktober waren es nur 35 Euro.

Walgreen: Kursknick schnell ausgebügelt

Ebenfalls noch vor Weihnachten hat die US-Drogeriekette Walgreen Zahlen für ihr erstes Quartal veröffentlicht, wie Vorhauser weiter meldet. „Das Ergebnis ist etwas schwächer ausgefallen, der Umsatz ging zurück.“ Grund seien eine Reihe von Sonderbelastungen, etwa der Einstieg bei der britischen Drogeriekette Alliance Boots. Die Aktie (WKN 855826) schwächelte an der Börse Frankfurt. „Durch die jüngsten Kursgewinne an den Aktienmärkten ist der Verlust aber mittlerweile mehr als wettgemacht.“ Heute kostet der Dividendentitel 28,78 Euro.

© 3. Januar 2013 / Anna-Maria Borse

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