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Börse Frankfurt

Auslandsaktien: Vorweihnachtliche Ruhe

Marktbericht vom Handel mit internationalen Werten


Renault verkauft Volvo-Anteile, PetroChina investiert in Flüssiggas, Costco schlägt die Erwartungen und Ubisoft setzt mit neuem Computerspiel Absatzrekorde.

13. Dezember 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Gute Stimmung bei schwachen Umsätzen, fassen Market Maker den vorweihnachtlichen Handel mit Auslandaktien zusammen. „Vor den Feiertagen halten die meisten Anleger die Füße still. Die großen Umschichtungen wurden ja auch schon im November getätigt“,“, kommentiert Walter Vorhauser von Close Brothers Seydler. Jan Vrbsky von der Baader Bank bestätigt: „Wir sehen im Moment ein sehr ruhiges, entspanntes Geschäft.“

Insgesamt sei die Stimmung dabei erstaunlich positiv, so dass nicht einmal der Rücktritt des italischen Premierministers Mario Monti vom vergangenen Wochenende für großartige Verwerfungen an den europäischen Börsen gesorgt habe. „Zusätzliche Unterstützung kam am Mittwochabend von der US-Notenbank, die im kommenden Jahr wieder die Notenpresse anwerfen will und neben den bereits bestehenden Programmen ein weiteres Anleiherückkaufprogramm angekündigt hat“, ergänzt Vorhauser und rechnet vor diesem Hintergrund für Januar mit einem weiteren Aufwärtsschub an den Aktienmärkten.

Auffällig ist laut Vrbsky in den vergangenen Tagen zudem ein starkes Interesse der Anleger an japanischen Exportwerten, wie Sony oder Panasonic. „Gründe dafür sind wohl die etwas verbesserten Aussichten für die Weltkonjunktur und vor allem der schwache Yen, der zu US-Dollar und Euro aktuell auf Mehrmonatstiefs notiert“, erklärt der Market Maker.

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Renault trennt sich von Volvo-Beteiligung

Als Einzelwert steht am heutigen Donnerstag unter anderem die Aktie von Renault (WKN 893113) und Volvo (WKN 855689) im Blick der Märkte. Der französische Autobauer hat mit dem Verkauf seiner Restanteile von 6,5 Prozent an dem schwedischen Lkw-Hersteller Volvo knapp 1,5 Milliarden Euro erlöst und sich in der anhaltenden Absatzkrise in Europa etwas Luft verschafft. „Die Franzosen stärken damit ihre Kapitalbasis und erhöhen die liquiden Mittel, was vom Markt sehr positiv aufgefasst wird“, erklärt Vrbsky. Immerhin liege die Renault-Aktie am Mittag gegen den allgemeinen Trend rund 2 Prozent im Plus. Auch für die Volvo-Aktien geht es – entgegen früherer Erwartungen am Markt – aufwärts. „Renault hat bei 10,58 Euro verkauft, jetzt notieren die Titel bei 10,66 Euro“, weiß Vrbsky. Erst am Mittwoch hatte Renault zusammen mit dem japanischen Partnerkonzern Nissan die Mehrheitsübernahme des russischen Lada-Herstellers Avtovaz vermeldet.

PetroChina investiert in Australien

Ein Zukauf treibt auch die Aktie des größten chinesischen Ölkonzerns PetroChina (WKN A0M4YQ) an. Das nach Apple und ExxonMobil drittgrößte börsennotierte Unternehmen der Welt investiert Milliarden in ein Flüssiggasprojekt in Westaustralien. „Die Chinesen übernehmen dazu für 1,6 Milliarden Dollar den Anteil des australisch-britischen Bergwerkkonzerns BHP Billiton an dem Browse Basin-Projekt vor der Küste Westaustraliens“, erläutert Vorhauser. Daneben sind die britische BP, Royal Dutch Shell und die australische Woodside Petroleum an dem Projekt beteiligt. „Anleger scheinen das Geschäft zu begrüßen – immerhin hat die PetroChina-Aktie seit Beginn der Woche bereits rund 4 Prozent auf aktuell 1,07 Euro gewonnen“, fügt der Händler hinzu.

Costco profitiert von Sondereffekten

Mit besser als erwarteten Ergebnissen zum ersten Geschäftsquartal wartete zur Wochenmitte der US-Warenhauskonzern Costco Wholesale (WKN 888351) auf. „Der Wal-Mart-Konkurrent hat sowohl Umsatz als auch Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesteigert. Dabei profitierte das Unternehmen umsatzseitig allerdings deutlich von der Benzininflation sowie der Dollarschwäche“, berichtet Vorhauser. Ohne diese Sondereffekte hätte die Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahr statt 10 Prozent lediglich 6 Prozent ausgemacht. In Frankfurt gibt die Aktie am heutigen Donnerstag um rund 1,8 Prozent auf rund 74 Euro nach.

Ubisoft bringt neuen Verkaufsschlager

Ein neues Computerspiel lässt unterdessen die Kassen des französischen Spieleentwicklers Ubisoft (WKN 901581) klingeln. Das Abenteuer-Spiel „Assasin's Creed 3“ ist das am schnellsten verkaufte Computerspiel der Firmengeschichte. „Im ersten Monat nach dem Verkaufsstart hat sich das Spiel laut Unternehmensangaben bereits 7 Millionen Mal verkauft“, staunt Vrbsky. Nachdem die Aktie bereits in den vergangenen Wochen gut gelaufen ist, gewinnt der Titel am heutigen Donnerstag rund 1 Prozent auf gut 8 Euro.

© 13. Dezember 2012/Karoline Kopp

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