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Börse Frankfurt

Markttechnik: Auf zu neuen Höhen

Marktbericht vom Handel mit ETFs und aktiv verwalteten Fonds


Die Jahresendrallye ist in vollem Gange – und dürfte es aus technischer Sicht in den letzten Handelstagen 2012 bleiben. Auch das kommende Jahr könnte ein gutes werden, prophezeien technische Analysten.

19. Dezember 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Schlussspurt am Aktienmarkt. Aus Sicht technische Analysten hat sich das Chartbild – entgegen einiger Erwartungen – deutlich verbessert. Das lasse eine Fortsetzung der Rally bis zum Jahresende und auch für das kommende Jahr erwarten, heißt es. „Der DAX hat eine eindrucksvolle Jahresendrallye vollzogen. Damit war es ein deutlich besseres Jahr, als es von vielen Marktteilnehmern erwartet wurde. Der Jahresschluss dürfte also auf, oder im Bereich des Jahreshöchststands liegen, da nur noch fünf Handelstage ausstehen“, fasst Christoph Geyer von der Commerzbank zusammen.

Der aktuelle Aufwärtstrend dauere nun schon einen Monat an und habe gute Chancen, sich von einem kurzfristigen zu einem mittelfristigen Aufwärtstrend auszuweiten, meint der Techniker und ergänzt: „Ein erfreulicher Jahresabschluss für ein erfreuliches Jahr. Zwar dürfte der Jahresstart 2013 noch etwas holprig verlaufen. Dafür spricht auch, dass der jüngste Anstieg ohne nennenswerte Korrekturen vonstatten gegangen ist. Eine Korrekturbewegung könnte dann die Basis für ein erfolgreiches Jahr 2013 werden.“

Am Mittwochmittag gewinnt das deutsche Börsenbarometer 0,2 Prozent auf 7.670 Punkte.

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Beste Aussichten für 2013

Auch Wieland Staud, technischer Analyst und Geschäftsführer von Staud Research, geht davon aus, dass die Aktienmärkte in den letzten Handelstagen des Jahres weiter steigen. „Die Jahreshochs von diesem und dem vergangenen Jahr wurden zuletzt überwunden. Wenn so etwas passiert, heißt das, dass die Marktteilnehmer ihre Entscheidung wohl überlegt haben“, erläutert der Techniker und rechnet im Idealfall mit einem Jahresschluss des DAX im Bereich von 7.800 Punkten. „Das steht auch im Einklang mit der Prognose, die wir vor einem Jahr abgegeben haben: Damals haben wir gesagt, dass der DAX ein gutes Jahr 2012 vor sich hat und haben ein Ziel bei rund 8.000 Punkten gesetzt“, merkt Staud an.

Das bevorstehende Jahr 2013 dürfte aus Sicht von Staud zwar volatil verlaufen, aber dennoch ein weiteres „gutes“ werden. Die Spanne von Analystenzielen für den DAX sei für 2013 ziemlich eng und bewege sich zwischen 7.800 und 8.500 Punkten. „Die Vergangenheit zeigt jedoch, dass die Mehrheit meistens daneben liegt. Wenn die vor uns liegenden Allzeithochs im Bereich von 8.200 Punkten raus genommen werden, dann wäre damit eine 13-jährige Konsolidierungsphase beendet und die Richtungsentscheidung würde klar zu Gunsten steigender Notierungen ausfallen“, zeigt sich der Analyst optimistisch.

2013 – Ein Jahr mit ausgeprägtem Trend

Klaus Deppermann von der BHF Bank bestätigt die Einschätzung von Staud: „Die Zyklenanalyse bestätigt die aus den Charts ableitbare Vermutung, dass es sich beim Börsenjahr 2013 nicht um ein Seitwärtsjahr sondern um ein Jahr mit einem ausgeprägten Trend handeln dürfte. Noch ist die Entscheidung über die Richtung nicht endgültig gefallen. Gemessen am DAX haben sich die Chancen für einen Ausbruch nach oben zuletzt aber gebessert“, erklärt der Charttechniker.

Auch Deppermann geht davon aus, dass ein Bruch der oberen Begrenzungslinie des DAX vermutlich einen Primärtrendwechsel bedeuten würde. „Der deutsche Leitindex ist seit Anfang 2000 in einem Abwärts/Seitwärts-Modus. Die Begrenzungslinie verläuft derzeit etwa 14 Prozent oberhalb des aktuellen Kursniveaus, was einem Indexstand von rund 8.650 Punkten entspricht. Bei Überschreiten dieses Niveaus gäbe es aus charttechnischer Sicht ein Kaufsignal im Primärtrend“, analysiert Deppermann.

Erst Korrektur, dann Jahresendrallye

Mit Hilfe der Zyklusanalyse lassen sich laut Deppermann jedoch schon vorab eindeutige Hinweise auf einen möglicherweise bevorstehenden Primärtrendwechsel ableiten. „In der Analyse der Auf- und Abwärtsphasen des DAX in den vergangenen 20 Jahren haben wir eine erstaunliche Erkenntnis gewonnen. Sowohl Aufwärts- als auch Abwärtsphasen haben sich in diesem Zeitraum in der Dauer ständig vermindert. Das Verhältnis der jeweiligen Aufwärts- bzw. Abwärtsphase zur entsprechenden vorherigen Phase betrug dabei konstant 0,5, das heißt die Dauer der bedeutenden Auf- und Abwärtsbewegungen hat sich seit 1990 bzw. seit 2000 immer wieder halbiert“, erläutert Deppermann.

Diese Entwicklung könne sich naturgemäß jedoch nicht endlos fortsetzen. Aufgrund der Kürze der inzwischen erreichten Perioden scheine sich daher auch hier eine Entscheidung über einen neuen Trend anzubahnen. Deppermann prognostiziert daher: „Eine deutliche Überschreitung des Hochs vom 12. Dezember 2012 wäre als Hinweis für das Ende des Seitwärtstrends seit 2000 zu werten. Die Unterschreitung des Tiefs vom 16. November dagegen als Hinweis für einen beutenden Abwärtstrend im Jahr 2013.“

Optimismus der Investoren nimmt ab

Die Mehrzahl der Anleger bleibt zwar zuversichtlich, allerdings sinkt der Bull/Bear-Index für die deutschen Bluechips im Wochenvergleich von 69,4 auf 66,7 Punkte. Damit bewegt er sich immer noch klar oberhalb der Marke, die Optimisten und Pessimisten voneinander trennt. 2 Prozent haben das Bullenlager verlassen, 3 Prozent sind short gegangen. Nun erwarten 55 Prozent der 300 von der Frankfurter Börse befragten aktiven Investoren weiter steigende Kurse im DAX.

Der Bull/Bear-Index misst den absoluten Optimismus im Markt. Dafür werden die Optimisten ins Verhältnis zu den Pessimisten gesetzt und mit den neutral Gestimmten gewichtet. Werte unter 50 Punkte zeigen eine pessimistische Gesamtstimmung der Anleger. Was es bedeutet, können Sie ab 17 Uhr bei boerse-frankfurt.de/sentiment lesen.

 © 19. Dezember 2012 / Karoline Kopp

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