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Börse Frankfurt

Markttechnik: Endspurt möglich

Marktbericht vom Handel an der Börse Frankfurt


Charttechniker beurteilen die Chancen auf eine Jahresendrallye als gar nicht so schlecht. Ganz ohne Widerstände geht es aber nicht.

12. Dezember 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Einer Fortsetzung des DAX-Aufwärtstrends steht nach Ansicht technisch orientierter Analysten nur wenig im Weg. „Warnsignale der vergangenen Tage hat der deutsche Aktienindex nahezu ignoriert“, beobachtet Christoph Geyer von der Commerzbank. Dies deute auf einen starken Markt.

Auch für Jana Meier ist es zu früh, das Börsenjahr 2012 bereits zu den Akten zu legen. Statistisch betrachtet spreche einiges für eine Fortsetzung der aktuellen DAX-Rallye. „In den fünf Handelstagen vor Weihnachten bis zum jeweiligen Jahresende erreichte der deutsche Aktienindex seit 1991 in 86 Prozent der Fälle eine positive Performance von 2,04 Prozent“, bemerkt die technische Analystin der HSBC. In zuvor ohnehin guten Aktienjahren, wie es 2012 der Fall sei, falle das Plus im gleichen Zeitraum in der Regel höher aus.

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DAX weiter im Aufwind

So will es der DAX auch zu diesem Jahresende nach Auffassung von Meier noch einmal wissen. „Verlässlich wie ein Schweizer Uhrwerk hangelt sich das deutsche Aktienbarometer von Hoch zu Hoch“, meint die Analystin. Dank neuer Jahrestops in dieser Handelswoche gelte mittlerweile auch die Zwischenetappe vom Mai 2011 bei 7.600 Punkten als abgearbeitet. „Aus technischer Perspektive war dies die letzte Hürde auf dem Weg zur nächsten runden Zahl.“

Auf der Unterseite sieht Meier den DAX gut gepolstert. „Die letzten zyklischen Hochs zwischen 7.479 und 7.435 Punkten erweisen sich als solide Haltemarken.“ Werde diese Bastion auf Schlusskursbasis nicht unterschritten, bestünden gute Chancen zur Fortsetzung der Rallye. „Besonders die angeführten zyklischen Faktoren sprechen jetzt dafür, dass der DAX noch nicht am Ende seiner Kräfte ist.“

DAX vor Bewährungsprobe

Für Martin Siegert befindet sich der deutsche Aktienindex derzeit vor dem Test der Marke von 7.600 Punkten, die der technische Analyst der LBBW aus dem Kurshoch von Anfang Mai 2011 herleitet. Die Überwindung des bisherigen DAX-Jahreshochs von 7.478 Zählern vom 21. September 2012 sei nach Ausbruch aus dem Tertiär-Trend am Monatsanfang und dem sich anschließenden zweifachen „Pullback“ gelungen.

„Aufgrund der aktuellen Indikatoren und dem Fehlen von Divergenz- und Umkehrsignalen wird der DAX diesen Preiswiderstand von 7.600 Punkten vermutlich überschreiten“, prognostiziert Siegert. Nachfolgend erwartet der Analyst einen Test der Marken bei 7.724 bzw. 7.750 Zählern und vermutet an diesem Punkt das Auslaufen der Aufwärtsbewegung und den Übergang in eine mehrwöchige Korrekturphase.

Nach unten stütze der Bereich um 7.430 Punkte, gefolgt von einer offenen Kurslücke bei 7.343 Zählern. „Unterschreitet der DAX dieses Kurslückenschluss, bestätigt dies aus Sicht der Trendanalyse eine Topbildung“, meint Siegert und stellt im weiteren Verlauf den Test von 7.200 Zählern in Aussicht.

Allzeithoch nicht ausgeschlossen

Von einem technischen DAX-Aufschwung seit September 2011 spricht Sophia Wurm von der Commerzbank und schließt gar ein Kurspotenzial bis in den Bereich von 8.000 bis 8.150 Indexpunkten im kommenden Jahr nicht aus. Derzeit bewege sich die Hausse in Richtung der mittelfristigen Widerstandszone um 7.600 Zähler.

„Auch wenn nach den jüngsten Kursgewinnen eine kurzfristig überkaufte technische Lage vorliegt, deutet mit Blick auf 2013 vieles auf ein nachhaltiges Überwinden dieser Widerstandszone“, urteilt Wurm.

Optimismus der Investoren hoch

Auch Anleger bleiben zuversichtlich, allerdings sinkt der Bull/Bear-Index für die deutschen Bluechips im Wochenvergleich von 76,7 auf 69,4 Punkte. Damit bewegt er sich immer noch klar oberhalb der Marke, die Optimisten und Pessimisten voneinander trennt. 7 Prozent haben das Bullenlager verlassen, 6 Prozent sind short gegangen. Nun erwarten 57 Prozent der 300 von der Frankfurter Börse befragten aktiven Investoren weiter steigende Kurse im DAX. Der Bull/Bear-Index misst den absoluten Optimismus im Markt. Dafür werden die Optimisten ins Verhältnis zu den Pessimisten gesetzt und mit den neutral Gestimmten gewichtet. Werte unter 50 Punkte zeigen eine pessimistische Gesamtstimmung der Anleger. Was es bedeutet, können Sie ab 17 Uhr bei boerse-frankfurt.de/sentiment lesen.

© 12. Dezember 2012 / Iris Merker

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