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Börse Frankfurt

Markttechnik: Luftholen vor der nächsten Etappe

Marktbericht vom Handel an der Börse Frankfurt


Die aktuellen Kursverluste ändern nichts an der grundsätzlich positiven Einschätzung technischer Analysten. Für sie ist der Rücksetzer nur ein kurzes Intermezzo vor einem weiteren Anstieg.

16. Januar 2013. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Der Elan, der die letzten Wochen des Jahres 2012 geprägt hat, ist weg: Der DAX zeigt sich angeschlagen, auch wenn größere Verluste bislang vermieden werden konnten. Aus technischer Sicht gibt es zahlreiche Warnzeichen – zumindest für eine zwischenzeitliche Konsolidierung.

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„Das charttechnische Bild hat sich mit den Kursverlusten von gestern kurzfristig eingetrübt“, erklärt etwa die Helaba. Der Schlusskurs außerhalb des „High-Low-Channels“ sowie nach unten zeigende gleitende Durchschnitte signalisierten, dass weiterhin Gefahren für eine Kurskorrektur vorhanden seien. Die BNP Paribas sieht den Kursrückgang als „eine gewisse Bereinigung von zu optimistischen Long-Tradern“, die den DAX knapp unter 7.800 gekauft hätten – trotz absolvierter 850 Punkte-Rallye. „Der DAX muss nun beweisen, was er drauf hat. Solange er 7.600 nicht berührt, kann sich die übergeordnete Rallye bald fortsetzen.“

Bremsspuren nicht zu übersehen

Laut Jana Meier von HSBC Trinkaus & Burkhardt dürfte sich der DAX vorerst noch eine Atempause gönnen – 2013 stünden allerdings neue Jahreshochstände an. Der Startschuss für ein solches Kräftesammeln werde definitiv fallen: So habe das Aktienbarometer am gestrigen Dienstag die in den vergangenen Tagen ausgeprägte seitliche Schiebezone nach unten verlassen und mit dem Schließen des zum Jahreswechsel ausgeprägten Aufwärtsgaps bis auf 7.666 Punkten eine wichtige Unterstützung verletzt.

Bären gewinnen nur kurzfristig Oberwasser

„Die Bullen dürften es damit erst einmal schwer haben, die Zügel wieder in die Hand zu bekommen“, kommentiert Meier. Darauf deuteten auch die technischen Indikatoren hin, die mit handfesten Verkaufssignalen seitens des Stochastik und des MACD weitere Kursverluste begünstigten. „Damit rückt nun unmittelbar die breite Haltezone aus der 38-Tages-Linie bei aktuell 7.522 Punkten sowie mehreren Hochpunkten zwischen 7.479 und 7.425 Punkten in den Fokus.“ Im Anschluss lasse sich erst wieder in Form des Hochs vom März 2012 bei 7.194 Punkten eine markante Unterstützung ausmachen.

Es geht weiter nach oben

Auch Sophia Wurm von der Commerzbank zeigt sich optimistisch. „Der DAX befindet sich seit September 2011 in einer technischen Hausse-Bewegung, die bei 4.975 Indexpunkten startete und deren zentraler Hausse-Trend aktuell bei circa 6.800 Punkten liegt“, erläutert die technische Analystin. Hierbei habe das Aktienbarometer ab Mitte November, ausgehend von 6.951 Punkten, eine ausgeprägte Jahresendrallye durchlaufen und die Widerstandszone um 7.500 bis 7.600 Indexpunkten mit einem neuen Kaufsignal überwunden.

„Als Konsequenz deutet sich aus mittelfristiger technischer Sicht ein Test der Allzeithochs um 8.150 Indexpunkte aus dem Jahr 2000 beziehungsweise 2007 an“, resümiert Wurm. Aus kurzfristiger technischer Sicht durchlaufe der DAX vor dem Hintergrund der überkauften Lage allerdings eine Konsolidierung im Bereich um 7.700 Indexpunkte. Diese habe aber – mit Blick auf die kommenden Wochen und Monate – einen trendbestätigenden Charakter nach oben.

Marktstimmung: Bullenzug dünnt aus

Mit dem Rückzug des DAX unter die 7.700er Marke entweicht auch Optimismus aus dem Markt. 9 Prozent der von uns befragten Anleger haben sich seit vergangenem Mittwoch von ihren Bluechips getrennt. Aber nur 6 Prozent erwarten fallende Kurse und sind short gegangen, denn 6 Prozent haben dem Markt den Rücken gekehrt. Insgesamt drückt diese Bewegung den Bull/Bear-Index auf 55,6 Punkte, der damit gar nicht mehr so weit entfernt von der wichtigen 50-Punkte-Linie zwischen einem Bullen- und einem Bärenmarkt steht. Von den Einzelwerten sticht die Deutsche Bank heraus, in deren Aktie 26 Prozent der Befragten den kommenden Wochengewinner sehen.

Die vollständige Analyse bekommen Sie ab 17 Uhr auf boerse-frankfurt.de/sentiment.

© 16. Januar 2013/Anna-Maria Borse

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