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Börse Frankfurt

Zertifikate-Trends: DAX-Hausse stützt Nachfrage

Marktbericht vom Handel mit Zertifikaten und Optionsscheinen


Das Zertifikate-Geschäft hat sich Händler zufolge etwas belebt. Anleger wollen vor allem an der DAX-Entwicklung teilhaben. Auch Einzelwerte wie die Deutsche Bank sind als Basiswert gesucht.

19. Dezember 2012. Frankfurt (Börse Frankfurt). Mit dem Höhenflug des DAX werden auch Zertifikate wieder reger nachgefragt, wie Händler melden. „Es gibt keinen Run auf Anlage- und Hebelprodukte, im Vergleich zum dritten Quartal ist aber etwas mehr los“, erklärt Simon Görich von der Baader Bank. „Ich hatte für diese Jahreszeit weniger erwartet“, meint Sven Titze von ICF Kursmakler.

Die Zahl der Produkte ist in diesem Jahr weiter rasant gewachsen: Wie der Deutsche Derivate Verband berichtet, umfasste das Angebot Ende November 1,1 Millionen Anlage- und Hebelprodukte, vor einem Jahr waren es noch rund 880.000. Die Umsätze bleiben allerdings hinter den Vorjahreswerten zurück.

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DAX hat weiter Nase vorn

Beliebtester Basiswert ist und bleibt der DAX. Dabei sind Discount- und Bonus-Zertifikate weiter Umsatzrenner. „Die gehen immer“, bemerkt Görich. „Im Moment positionieren sich aber Weniger für eine Seitwärtsbewegung.“ Hoch stehen in der Gunst der Anleger Index-Zertifikate, die die Entwicklung des Leitindex abbilden. Ein Beispiel ist ein Index-Zertifikat auf den DAX von der Deutschen Bank (WKN 709335).

Aktienanleihen beliebt

Titze hat darüber hinaus großes Interesse an Aktienanleihen auf das deutsche Aktienbarometer ausgemacht. „Das wird viel gekauft.“ Aktienanleihen sind, anders als der Namen vermuten lässt, Zertifikate mit festem Zinskupon, deren Wertentwicklung an einen Dividendentitel gekoppelt ist. Am Ende der Laufzeit erhält der Anleger das Geld zurück oder bekommt Aktien – abhängig von der Entwicklung des Basiswertes.

Auch der Deutsche Derivate Verband spricht in seinem November-Bericht von einer deutlichen Belebung der Anlegeraktivitäten in Aktienanleihen. „Das Volumen ausgeführter Kundenorders kletterte im November um 9,7 Prozent auf 230,4 Millionen Euro. Der Anteil am Gesamtvolumen wuchs um 0,4 Prozent auf 6,7 Prozent.“

Während Anleger Titze zufolge beim DAX auf beide Richtungen setzen, sieht die Commerzbank derzeit übrigens einen Überhang an Short-Positionierungen. „Es gibt auch viel Nachfrage nach Reverse-Bonus-Zertifikaten.“ Mit diesen Produkten können in fallenden Marktphasen durch den Bonus überdurchschnittliche Renditen erwirtschaftet werden.

Weiter gute Nachfrage nach Hebelprodukten

Spekulativer eingestellte Anleger kaufen zudem weiter gerne DAX-Knock-out-Scheine, wie die Händler berichten. Laut Görich ist etwa ein Zertifikat von der Commerzbank viel gekauft worden (WKN CZ0MHQ). Die Knock-out-Schwelle liegt hier bei 6.920 Punkten.

Deutsche Bank bewegt Anleger

Auch Zertifikate auf Einzelwerte bleiben beliebt. „Viel Aufmerksamkeit erfährt im Moment die Deutsche Bank“, bemerkt Görich. Das Institut kommt derzeit aus den Schlagzeilen nicht heraus: Nach der Niederlage im Streit mit den Kirch-Erben sorgt aktuell der Beschwerdeanruf von Bankchef Jürgen Fitschen bei Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier nach der Steuerrazzia in Frankfurt für Furore. Gekauft würden etwa Turbo- und Discount-Zertifikate.

Titze sieht auch Interesse an Zertifikaten auf Nokia. „Die Aktie hat zuletzt klar zugelegt.“ Produkte auf Bluechips wie Apple kämen ohnehin immer gut an. „Spekuliert wird hier auf Kurssteigerungen und Rückgänge.“ Auch die Commerzbank sieht die Deutsche Bank, Apple und Nokia im Fokus. „Außerdem ist Merck als Basiswert beliebt.“

Goldpreisrücksetzer lockt

Bei Zertifikaten auf Rohstoffe dreht sich das meiste um Gold. Rege gehandelt wird aktuell etwa ein Index-Zertifikat (WKN 722373), dessen Wertentwicklung sich am Goldpreis orientiert. Das Edelmetall, das sich im Sommer stark verteuert hatte, gab in den vergangenen Wochen im Preis deutlich nach – ein großer Teil der Kursgewinne in diesem Jahr ist damit dahin. „Je nach Lage am Markt wird mal auf die eine oder andere Richtung gesetzt“, meint Görich.

Gerade gestern sei in Produkten auf Gold und Silber viel los gewesen, erklärt Titze. Auch die Commerzbank beobachtet Nachfrage nach solchen Zertifikaten. „Gekauft wird zum Beispiel ein Faktor-Zertifikat auf Silber (WKN CZ33C3).“ Das bildet die Entwicklung des Basiswertes vierfach gehebelt ab.

Euro/US-Dollar kein großes Thema

Währungen als Underlying spielen den Händlern zufolge derzeit keine große Rolle. „Ein bisschen ist hier immer los, Auffälliges gab es aber nicht“, meint Titze. „Hie wird viel emittiert, aber wenig gehandelt“, bemerkt Görich.

© 19. Dezember 2012/Anna-Maria Borse

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