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Börse Frankfurt

Aktien Frankfurt: Dax weiter freundlich - Anleger setzen noch auf US-Lösung

27.12.2012 15:03

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    FRANKFURT/MAIN (dpa-AFX) - Ungeachtet der drohenden Fiskalklippe in den USA
hat der Dax  am vorletzten Handelstag im Jahr 2012 zum Schlussspurt
angesetzt. Der deutsche Leitindex legte bis zum Donnerstagnachmittag um 0,39
Prozent auf 7.666,19 Punkte zu, und knüpfte damit an den starken Trend von
zuletzt fünf Gewinnwochen in Folge an. Das Kursbarometer steuert auf einen
Jahresgewinn von rund 30 Prozent zu. Für den MDax  ging es derweil um
0,06 Prozent auf 12.001,70 Punkte nach oben, während der TecDax  um
0,36 Prozent auf 832,99 Punkte zurückfiel.

DROHENDE FISKALKLIPPE IN DEN USA BLEIBT HAUPTTHEMA

    Verhageln könnte einen freundlichen Jahresabschluss vor allem noch der
Haushaltsstreit in den USA. Bei der Suche nach einer Lösung wird die Zeit immer
knapper. US-Präsident Barack Obama hat seinen Weihnachtsurlaub auf Hawaii
abgebrochen, um am Donnerstag in Washington in das Tauziehen mit den
Republikanern einzugreifen. Gelingt bis zur Silvesternacht im Tauziehen mit den
Republikanern um ein Programm zum Defizitabbau kein Kompromiss, droht der Sturz
von der sogenannten Fiskalklippe. Das heißt, auf die Amerikaner kämen ab 1.
Januar Steuererhöhungen und automatische massive Ausgabenkürzungen zu. Experten
warnen vor einer neuen US-Rezession und schweren Auswirkungen auf die
Weltwirtschaft.

    Nach Ansicht des Händlers Markus Huber vom Broker ETX Capital scheinen viele
Anleger aber immer noch überzeugt von einer Einigung in letzter Minute -
"einfach weil niemand dafür verantwortlich sein will, die US-Konjunktur
möglicherweise zurück in die Rezession zu drücken". Zusätzliche Komplikationen
könnte es dadurch geben, dass die USA ausgerechnet am Jahresende erneut ihr
Schuldenlimit erreichen. Finanzminister Timothy Geithner will zwar nach eigenen
Angaben durch Etat-Umschichtungen etwas zeitlichen Spielraum gewinnen, machte
zugleich aber deutlich, dass auch hier die Uhr tickt.

    Positiv werteten Marktteilnehmer derweil das wieder aufgehellte
Unternehmensvertrauen im hochverschuldeten Euroland Italien, sowie deren 
Agieren am Kapitalmarkt. Insgesamt konnte sich das Land hier kurz vor dem
Jahreswechsel 11,75 Milliarden Euro beschaffen.    

DEUTSCHE BANK GEFRAGT - LANXESS SCHLUSSLICHT

    Besonders gefragt waren Aktien der Deutschen Bank  mit einem
Zuwachs von 1,88 Prozent. Börsianer sprachen von zaghaften Aufholbewegung vor
dem Jahresende nach einer relativ enttäuschenden Entwicklung im Jahr 2012. Dass
die Vorstandsvorsitzenden Jürgen Fitschen und Anshu Jain in einem Bericht der
"Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" nach Wochen negativer Nachrichten
Besserung gelobten, sei indes kaum kursrelevant. 

    Dax-Schlusslicht waren dagegen nach Presseberichten Papiere von Lanxess
 mit minus 2,26 Prozent. In einem äußerte sich der neue Chef der
RAG-Stiftung, Werner Müller, gegen eine Verbindung der beiden Chemiekonzerne
Evonik und Lanxess. "Das ist definitiv kein Thema", sagte Müller den Zeitungen
der WAZ-Mediengruppe. Ein Zusammengehen würde "weder Evonik noch Lanxess
gerecht". In der Vergangenheit war wiederholt über einen Zusammenschluss der
beiden Chemiekonzerne spekuliert worden. Aussagen des Lanxess-Chefs Axel
Heitmann gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" wertete ein
Börsianer neutral.

    Die Aktien von Adidas  zeigten sich zuletzt kaum bewegt. Der
Sportartikelhersteller setzt trotz Euro-Schuldenkrise und Wirtschaftsflaute in
vielen Ländern seine Rekordjagd fort und erwartet 2012 einen Umsatz über 14,5
Milliarden Euro, wie Vorstandschef Herbert Hainer der "Süddeutschen Zeitung"
sagte. Damit bestätigte er die im November wegen der Probleme bei der US-Tochter
Reebok leicht gesenkte Umsatzprognose und nannte erstmals einen konkreten Wert.
Ein Händler stellte indes auf zurückhaltende Kommentare zum langfristigen Ziel
für 2015 ab, die die Stimmung etwas belasteten.

EINZELHÄNDLER HOFFEN AUF GUTES GESCHÄFT NACH WEIHNACHTEN

    Metro-Aktien  büßten 0,51 Prozent ein. Der deutsche Einzelhandel
hofft auf gute Geschäfte nach Weihnachten, wie der Geschäftsführer des
Handelsverbands Deutschland (HDE), Kai Falk, am Mittwoch auf dpa-Anfrage sagte.
Das Weihnachtsgeschäft hatte erst in der letzten Woche vor Heiligabend deutlich
an Schwung gewonnen. Insgesamt rechnet der HDE für November und Dezember mit
rund 80,4 Milliarden Euro Umsatz. Das wäre im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von
nominal 1,5 Prozent und damit etwas weniger als die Inflationsrate. Hugo Boss
 sanken derweil um 1,21 Prozent. Händler verwiesen auf zurückhaltende
Aussagen vom Wettbewerber Escada mit Blick auf die weiteren
Aussichten./ag/rum/la

    --- Von Alexander Gibson, dpa-AFX ---








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