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Börse Frankfurt

Aktien New York: Deutliche Verluste - Haushaltsgespräche stocken

21.12.2012 19:54

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    NEW YORK (dpa-AFX) - Die ausgebliebene Einigung im US-Haushaltsstreit hat
die New Yorker Börsen am Freitag deutlich ins Minus gedrückt. Einem Experten
zufolge ist die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass es bis zum Jahresende keine
Lösung geben wird. Der Dow Jones Industrial  büßte zuletzt 1,15 Prozent
auf 13.158,54 Punkte ein. Auf Wochensicht bleibt dem Leitindex damit noch ein
knappes Plus von 0,18 Prozent. Der breit gefasste S&P-500-Index  verlor
am Freitag 1,23 Prozent auf 1.425,97 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq
sackte der Composite-Index  um 1,35 Prozent auf 3.009,08 Punkte ab,
und der Auswahlindex Nasdaq 100  fiel um 1,46 Prozent auf 2.654,25
Punkte.

    US-Präsident Barack Obama und die Republikaner müssen bis zum 31. Dezember
einen Kompromiss finden. Sonst droht im neuen Jahr die sogenannte Fiskalklippe:
Steuererhöhungen gepaart mit automatischen Ausgabenkürzungen. Der
republikanische Verhandlungsführer John Boehner wollte im Abgeordnetenhaus über
einen eigenen Plan zu Steuererhöhungen für Reiche abstimmen lassen, hatte das
aber abblasen müssen, weil er im eigenen Lager keine Mehrheit dafür gefunden
hatte. 

    Die republikanischen Abgeordneten gingen in die Weihnachtsferien. Boehner
sagte, sie würden aber zurückkehren, wenn es nötig sei. Die Republikaner würden
den Dialog mit Obama und den Demokraten im Kongress fortsetzen, um eine Lösung
zu finden. Durchwachsene Konjunkturdaten traten angesichts der Fokussierung auf
den Haushaltsstreit einmal mehr in den Hintergrund. Außerdem stand der Große
Verfall an den Terminmärkten auf der Agenda.

    Kräftige Verluste erlitt angesichts der Sorgen um den US-Haushalt vor allem
der Finanzsektor, der schon im europäischen Handel besonders stark unter Druck
geraten war. Innerhalb der Branche büßten die Titel der Bank of America
 als Schlusslicht im Dow knapp zweieinhalb Prozent ein. Den Papieren
von Konkurrent JPMorgan  erging es mit einem Minus von einem Prozent
nur wenig besser, und außerhalb des Leitindex mussten Citigroup 
, Morgan Stanley   und Goldman Sachs 
 ebenfalls deutliche Verluste verkraften. Ein Börsianer in Europa
verwies darauf, dass gerade die Finanzwerte jüngst von der Erwartung einer
rechtzeitigen Einigung profitiert hätten.

    Die Aktien von Research In Motion (RIM)  brachen nach Zahlen um
knapp 20 Prozent ein. Der angeschlagene Blackberry-Hersteller erwirtschaftete
zwar wegen einer Steuergutschrift einen dünnen Quartalsgewinn und überraschte
umsatzseitig positiv, schockiert seien Anleger aber mit Blick auf eine geplante
Neuordnung der Service-Gebühren. Diese Erlöse machen rund ein Drittel des
RIM-Geschäfts aus, und die Anleger entnahmen der Ankündigung von Konzernchef
Thorsten Heins, dass sie mit dem neuen Preismodell deutlich sinken könnten.
Zudem einigte sich RIM in einem Patentstreit mit Nokia  
auf eine Einmalzahlung an den finnischen Konkurrenten und fortlaufende
Vergütungen. 

    Kursverluste von acht Prozent mussten die Titel von Micron Technology
 hinnehmen. Hier belastete, dass der Speicherchip-Hersteller für das
erste Geschäftsquartal einen über den Erwartungen liegenden Verlust auswies.
Begründet wurde dies mit der lahmenden Nachfrage nach Computern und entsprechend
fallenden Halbleiterpreisen.

    Dagegen sorgten die Geschäftsergebnisse von Nike   für
eine positive Überraschung. Der weltgrößte Sportartikelhersteller trumpfte in
seinem zweiten Geschäftsquartal in seinem Heimatmarkt USA auf. Der
Adidas-Konkurrent erlitt zwar einen zweistelligen Gewinnrückgang, übertraf aber
die Erwartungen der meisten Analysten. Die Aktien verteuerten sich um fast sechs
Prozent und trotzten damit dem schwachen Gesamtmarkt./gl/jha/


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