ROUNDUP 2: Konzernumbau belastet Deutsche Bank stark - Aktie rutscht ab
13.12.2012 16:07
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(neu: Aussagen aus Analystenkonferenz)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der anstehende Konzernumbau drückt massiv auf den
Gewinn der Deutschen Bank . Sondereffekte würden sich signifikant
negativ auf den Gewinn des Instituts im vierten Quartal auswirken, teilte das
Kreditinstitut am Donnerstag in Frankfurt mit. Belastungen erwartet die Bank aus
dem angekündigten Sparprogramm, den Abbau von Risiken, der Neubewertung von
Vermögenswerten sowie Sonderaufwendungen für das Transaktionsmanagementgeschäft
in den Niederlanden. An der Börse gerieten Papiere der Deutschen Bank unter
Druck und gaben zeitweise mehr als drei Prozent nach.
Insgesamt sei das vierte Quartal bislang von einem anhaltend schwierigen
Umfeld geprägt, verbunden mit einer geringen Volatilität und der üblichen
saisonalen Abkühlung. Trotzdem habe die Bank in ihren Kerngeschäftsfeldern im
Oktober und November "solide operative Ergebnisse" erreicht. Details über
mögliche Abschreibungen wollte Finanzchef Stefan Krause in einer
Analystenkonferenz nicht nennen.
KAPITALZIELE BESTÄTIGT
An ihren Kapitalzielen hielt die Bank fest. Demnach soll die harte
Kernkapitalquote unter voller Anwendung der künftigen Regeln (Basel III) zum
Jahreswechsel bei 7,2 Prozent liegen und auf mindestens 8 Prozent zum Ende des
ersten Quartals 2013 steigen.
Mit ihrer Kapitalausstattung hinkt der deutsche Branchenprimus vielen
internationalen Konkurrenten hinterher. Dies beunruhigt einige Analysten, die
der Bank zur Ausgabe neuer Aktien raten. Die will das Institut vermeiden.
Angesichts der Warnung vor dem schlechten Ergebnis im Schlussquartal zweifeln
viele Anleger aber daran, dass das tatsächlich gelingt. Vor allem dann, wenn
letztlich unter dem Strich ein Verlust stehen sollte. Das wäre ein Rückschlag.
VORWURF DER BILANZTRICKSEREI ZURÜCKGEWIESEN
Finanzchef Krause ging in der Konferenz auch auf die Vorwürfe von früheren
Mitarbeitern ein, dass die Bank in der Finanzkrise Risiken nicht richtig
bewertet und so höhere Verluste vermieden habe. "Die Anschuldigungen sind
sorgfältig geprüft worden und haben sich als vollkommen unbegründet erwiesen",
sagte der Manager.
Krause betonte, dass zahlreiche externe Anwälte und auch US-Behörden wie die
Börsenaufsicht SEC und die Notenbank Fed kein Fehlverhalten festgestellt hätten.
Die Bank habe dafür "Millionen Dokumente" vorgelegt. Zudem habe die Bank mit
ihren Wirtschaftsprüfern über die Bewertung gesprochen. Krause betonte, dass die
Bank beim Abbau der entsprechenden Kreditderivate bislang keine Verluste gemacht
habe.
ABBAUSPARTE LÄUFT
Mit dem Aufbau einer Sparte für abzubauende Vermögenswerte und
Randbeteiligungen ist ein wichtiger Teil des im September angekündigten Umbaus
nach Angaben der Bank inzwischen abgeschlossen. Im Bereich "Non-Core Operations"
(NCOU) liegen nun Vermögenswerte im Volumen von 122 Milliarden Euro. Schon bis
Ende März will die Deutsche Bank den Wert der risikogewichteten Papiere in der
Sparte auf 90 Milliarden Euro senken.
Aus dem Investmentbanking schob das Institut Papiere im Wert von fast 70
Milliarden Euro in die Abbausparte. Zudem gaben einige Geschäfte wie
beispielsweise das mit Indexfonds (Exchange Traded Funds), an die
Vermögensverwalter ab. Auch zwischen dem Transaktionsmanagement und der
Investmentbank gab es Veränderungen.
SPARPROGRAMM SEIT SEPTEMBER
Im September hatten die neuen Vorstandschef Anshu Jain und Jürgen Fitschen
dem Institut ein Sparprogramm verordnet. Allein in diesem Jahr streicht das
Institut rund 2.000 Stellen vor allem im Investmentbanking - das kostet zunächst
Geld durch anstehende Abfindungen. Auch danach sollen Arbeitsplätze wegfallen.
Details muss der Konzern aber zunächst mit den Betriebsräten
verhandeln./enl/stb/zb
