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Börse Frankfurt

ROUNDUP 3: Schatten über Kauf von Heinz - Aufsicht vermutet Insiderhandel

17.02.2013 12:11

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    WASHINGTON/NEW YORK (dpa-AFX) - Die 23 Milliarden Dollar schwere Übernahme
des amerikanischen Ketchup-Königs H.J. Heinz bekommt einen bitteren
Beigeschmack. Die US-Börsenaufsicht SEC hat auffällige Börsengeschäfte entdeckt
und vermutet verbotenen Insiderhandel. Nun stellt sich die Frage: Wer könnte den
Deal ausgeplaudert haben? Es geht um viel Geld.

    Die SEC ließ am Freitag per Eilbeschluss von einem Gericht das Vermögen in
einem Depot einfrieren, über das die verdächtigen Geschäfte liefen. Wer die
Besitzer des Depots sind, ist allerdings vollkommen unklar. Es handele sich
entweder um ausländische Anleger oder um Anleger, die über das Ausland gehandelt
hätten, erklärte die Börsenaufsicht.

    Die Ermittler konnten die Spur bis zu einem Konto in Zürich zurückverfolgen.
Die SEC hegt den Verdacht, dass die Besitzer des Kontos durch einen Tipp Wind
von der anstehenden Heinz-Übernahme durch Starinvestor Warren Buffett und den
Finanzinvestor 3G Capital bekommen hatten. Sie hätten daraufhin am Mittwoch
massenhaft sogenannte Optionen gekauft, so die Mutmaßung. Durch diese lässt sich
mit einem geringen Einsatz auf ein Kursplus wetten.

    Nach Kenntnis der SEC kauften die Anleger Optionen für 90 000 Dollar. Als
die Übernahme am Donnerstag offiziell verkündet wurde, sprang die Heinz-Aktie um
20 Prozent hoch. Durch die Hebelwirkung der Optionsgeschäfte sahnten die
unbekannten Anleger aber noch weit mehr ab. Sie machten laut SEC einen Reibach
von 1,7 Millionen Dollar.

    Zusammen mit dem ursprünglichen Einsatz liegen damit nun Werte von 1,8
Millionen Dollar in dem fraglichen Depot. Wenn die Unbekannten an ihr Vermögen
heranwollten, müssten sie vor Gericht erscheinen und ihr Handeln erläutern,
sagte SEC-Mitarbeiter Sanjay Wadhwa.

    Bekannt ist: Die Geschäfte wurden über die US-Investmentbank Goldman Sachs
  abgewickelt, die selbst allerdings nicht Gegenstand der
Ermittlungen ist. Das Wall-Street-Haus kooperiert nach eigenen Angaben mit der
SEC.

    Sollte sich der Verdacht des Insiderhandels erhärten, wäre das insbesondere
für Warren Buffett ein Schlag. Der 82-jährige Chef und Hauptaktionär der
Investmentholding Berkshire Hathaway    legt
besonderen Wert auf saubere Geschäfte. Schon vor zwei Jahren trennte er sich
wegen zweifelhafter Aktienkäufe von seinem wichtigen Manager und möglichen
Nachfolger David Sokol.

    Das Problem bei den Ermittlungen nach dem möglichen Leck ist, dass es
zahlreiche Mitwisser bei der größten Übernahme in der Lebensmittel-Branche gab:
beteiligte Anwälte und Banker, das Management von Heinz und die Seite der
Käufer. Sie werden sich nun Fragen der Börsenaufseher gefallen lassen müssen.

    Insiderhandel ist verboten, weil Börsengeschäfte auf Basis vertraulicher
Informationen andere Anleger benachteiligen. Es gab in den USA zuletzt eine
ganze Reihe von Verurteilungen in derartigen Fällen.

    Bereits am späten Donnerstag hatten erste Spekulationen über verdächtige
Optionsgeschäfte sowie ein Eingreifen der SEC die Runde gemacht. "Irreguläre
oder hochgradig auffällige Optionsgeschäfte vor einer Fusion oder Übernahme sind
ein ernstes Warnsignal, dass Anleger möglicherweise unlauter mittels geheimer
Informationen gehandelt haben", sagte SEC-Ermittler Daniel Hawke.

    Der Name von Buffetts Partnerfirma 3G Capital fiel bereits in einem anderem
Fall von möglichem Insiderhandel im vergangenen Jahr. Dieses Mal ging es um die
Übernahme der Fastfood-Kette Burger King  im Jahr 2010. Die
Börsenaufsicht SEC ließ vergangenen September das Vermögen eines Bankers
einfrieren, weil sie verbotenen Handel witterte. Der Insidertipp soll dabei von
einem Geschäftspartner von 3G gekommen sein. Gegen den Finanzinvestor selbst
wurden keine Vorwürfe erhoben./das/DP/zb



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