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ROUNDUP: Bundesbankpräsident rechnet mit neuen Finanzhilfen für Griechenland

10.11.2012 14:04

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    BERLIN/ATHEN (dpa-AFX) - Bundesbankpräsident Jens Weidmann rechnet mit
weiteren finanziellen Hilfen für Griechenland. "Die Politik hat sich offenbar
entschieden, Griechenland weiter zu finanzieren", sagte Weidmann der
"Rheinischen Post" (Samstag) in Düsseldorf. Zugleich mahnte Weidmann ebenso wie
EU-Energiekommissar Günther Oettinger weitere Reformen in Griechenland an. "Die
Hilfen haben nur dann Sinn, wenn Griechenland selbst genug tut", sagte Weidmann.
"Das ist nicht nur für Griechenland ein ganz wichtiges Signal, sondern auch für
die anderen Krisenstaaten."

    Nach der Billigung des Sparpakets soll das griechische Parlament an diesem
Sonntag den Haushalt 2013 verabschieden und damit die zweite wichtige
Voraussetzung für weitere internationale Hilfen erfüllen. Am Montag wollen die
Euro-Finanzminister in Brüssel über Hilfen beraten. Endgültige Entscheidungen
werden dabei jedoch noch nicht erwartet.

SCHULDENSCHNITT LÖST PROBLEM NICHT

    Der Reformdruck in Europa müsse aufrechterhalten bleiben, sagte Weidmann.
"Sonst bewegt sich kaum noch etwas und die Euro-Zone schlittert in eine
Transferunion. Dann wäre die Stabilität der Währungsunion in Gefahr."

    Einen Schuldenerlass der öffentlichen Hand lehnt der Bundesbank-Präsident
ab. "Ein Schuldenschnitt allein löst kein Problem. Was hilft es, Athen Schulden
zu erlassen, wenn das Land in zehn Jahren wieder am selben Punkt steht wie
heute?", so Weidmann. In jedem Fall gelte: "Die Notenbanken dürfen Griechenland
die Schulden nicht erlassen, das käme einer verbotenen monetären
Staatsfinanzierung gleich."

OETTINGER: NEUER SCHLUDENSCHNITT KÄME ZU FRÜH

    EU-Energiekommissar Günther Oettinger schließt einen weiteren
Schuldenschnitt zur Gesundung Griechenlands zwar nicht aus. Aktuell käme ein
solcher Schritt jedoch zu früh, sagte er der Zeitschrift "Wirtschaftswoche". "Im
Augenblick ... würde ein weiterer Schuldenschnitt in Griechenland automatisch
Vertrauen zerstören. Das würde die Finanzierung der anderen Länder erschweren."
Erst seien weitere Konsolidierungsfortschritte in Griechenland erforderlich, so
Oettinger./laj/ik/DP/zb


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