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Börse Frankfurt

ROUNDUP: Haniel verringert Beteiligungen an Metro und Celesio

27.11.2012 19:41

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    DUISBURG (dpa-AFX) - Haniel will fünf Jahre nach dem Aufstieg zum größten
Anteilseigener des Handelskonzerns Metro seine Schuldenlast mit Hilfe von
Aktienverkäufen wieder deutlich senken. Das Duisburger Familienunternehmen gab
am Dienstagabend überraschend Anteilsverkäufe bei Metro und dem
Pharmagroßhändler Celesio  bekannt. Der neue Haniel-Chef Stephan
Gemkow sprach in einer Mitteilung von einem entscheidenden Schritt beim
Schuldenabbau. Haniel habe aber weiter einen wesentlichen strategischen Einfluss
auf beide Konzerne.

    In einem ersten Schritt werde die Beteiligung an Celesio durch den Verkauf
von rund 7,9 Millionen Aktien von 54,64 auf 50,01 Prozent reduziert. Zudem habe
der Aufsichtsrat dem Verkauf von Metro-Aktien im Laufe der nächsten 18 Monate
zugestimmt. Der Haniel-Anteil an Metro solle von 34,24 auf 30,01 Prozent sinken.
Dies entspreche der Abgabe von rund 13,7 Millionen Metro-Aktien. Haniel bleibe
aber größter Metro-Einzelaktionär. Rund 150 Millionen Euro soll der Verkauf von
Vermögenswerten bringen. So solle die Verschuldung "in absehbarer Zeit" deutlich
unter die Schwelle von zwei Milliarden Euro sinken.

ANLEGER NICHT BEGEISTERT

    Durch die Aktienverkäufe bei Celesio und Metro könnte Haniel etwa 300 bis
400 Millionen Euro erlösen, wird in Finanzkreisen geschätzt. Dem Vernehmen nach
wird außerdem in der Familie Haniel ein Beitrag zum Schuldenabbau in Form eines
Dividendeneinschnittes überlegt. Händlern zufolge bietet Haniel die
Celesio-Titel zu einem Preis von 12,50 bis 12,60 Euro an. Der Schlusskurs im
Xetra-Hauptgeschäft hatte am Dienstag bei 13,285 Euro gelegen.

    Anleger zeigten sich von der Entscheidung des Mischkonzerns nicht
begeistert: Im späten Frankfurter Handel notierten Celesio-Titel bei 12,686
Euro. Metro-Aktien, die das Xetra-Hauptgeschäft bei 22,145 Euro verlassen
hatten, kosteten zuletzt nur noch 21,82 Euro.

    "Wir sind vom nachhaltigen Wertpotenzial sowohl von Metro als auch von
Celesio überzeugt. Daher bleiben sie langfristig Ankerinvestments im
Haniel-Portfolio", erklärte Gemkow, der seit August an der Spitze von Haniel
steht. Die übrigen Haniel-Geschäftsbereiche CWS-boco, ELG und Takkt 
seien nicht Gegenstand des verabschiedeten Maßnahmenpakets.

HINTERGRUND

    Haniel hatte 2007 seinen Anteil an der Metro AG  unter der Regie
des damaligen Haniel-Chefs Eckhard Cordes von rund 18 auf über 34 Prozent
aufgestockt und dabei insgesamt rund 3 Milliarden Euro investiert. Im Jahr 2007
lag der Kurs der Metro-Stammaktie zeitweise bei über 60 Euro, derzeit liegt
dieser mit 22 Euro deutlich darunter.

    Bereits Gemkows Amtsvorgänger Jürgen Kluge hatte den Schuldenabbau zur
ersten Priorität erklärt. Die Verbindlichkeiten der Haniel-Holding wurden 2011
um rund 150 Millionen Euro auf 2,4 Milliarden Euro reduziert. Hinzu kam ein
Abbau von 300 Millionen Euro außerhalb der Bilanz. Der Schulden-Höchststand lag
im Jahr 2007 bei über drei Milliarden Euro./jha/vd/he


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