Bitte warten...


Börse für Einsteiger

Anlegerprofile: Wie risikofreudig sind Sie?
Kurse steigen, Kurse fallen
Die Verteilung des eigenen Geldes auf verschiedene Wertpapiere und Anlagearten ist eine der wichtigsten Überlegungen bei der Geldanleger. Der erste, gar nicht schwierige Schritt auf dem Weg besteht in der Selbsteinschätzung Ihrer Ziele, wieviel Aufwand Sie betreiben möchten und wieviel Risiko Sie eingehen möchten.

Bevor Sie erste Wertpapiere ordern, sollten Sie sich darüber klar werden, welcher Anlegertyp Sie eigentlich sind. Banken teilen Kunden, die sie beraten, in Klassen ein, z.B. in sicherheitsorientierte, konservative, ertragsorientierte, spekulative und sehr spekulative Anleger. Falls Sie sich beraten lassen, ist zu empfehlen, sich eine Kopie dieser Risikoeinstufung geben zu lassen und zu prüfen, ob sie auch stimmt.

Unabhängig davon sollten Sie eine Selbsteinschätzung vornehmen. Beantworten Sie sich unter anderem folgende Fragen: 

  • Wie erfahren sind Sie mit Wertpapieren?
  • Was ist Ihr Anlageziel?
  • Wie haben Sie für einen zeitlichen Horizont?
  • Wie wichtig ist Ihnen der 100-prozentige Kapitalerhalt?
  • Sind Sie bereit, für etwas mehr an Rendite auch Risiken einzugehen?
  • Wie sind Ihre Vermögens- und Einkommensverhältnisse, d.h. könnten Sie eventuelle Verluste verschmerzen?
 Eine wichtige Faustregel lautet: An der Börse entspricht die Höhe des Gewinns dem Risiko.
Null Risko
 

Die erste Klasse der Anleger ist die sicherheitsorientierte. Gehören Sie zu dieser Gruppe, ist Kapitalerhalt für Sie das höchste Gebot. Starke Schwankungen am Aktienmarkt sind nichts für Sie. Zugunsten von Sicherheit verzichten Sie gerne auf Renditechancen. Empfohlen werden könnten Ihnen etwa Geldmarktfonds sowie Fonds mit kurzlaufenden Bundesanleihen oder anderen europäischen Staatsanleihen höchster Bonität.

Auf Nummer sicher
 

Die zweite Klasse ist die der konservativen Investoren, die auf solide Anlagen Wert legen, aber auch auf eine kontinuierliche Wertentwicklung. Dafür nehmen sie auch geringe Verlustrisiken in Kauf. Für diese passen Anleihen aus der Eurozone sowie internationale Anleihen in Hartwährungen bester Qualität sowie entsprechende Fonds oder ETFs. Je länger der Anlagehorizont ist, also je schwächer kurzfristige Kursschwankungen ins Gewicht fallen, desto eher kommen auch deutsche Aktien großer Unternehmen in Frage, die zudem häufig Dividenden ausschütten.

Ein bisschen mehr Rendite
 

Die dritte Klasse ist ertragsorientiert. Diese risikobereiten Anleger sind etwas mutiger und an höheren Renditen interessiert. Dafür nehmen sie höhere Kursschwankungen in Kauf. Beispielhafte Produktgruppen wären hier deutsche und internationale Aktien der ersten und zweiten Reihe inklusive entsprechender Fonds und ETFs sowie risikoreichere Mischfonds. Es gibt aber auch Anleihen mit höheren Renditen bei schlechterer Bonität des Schuldners.

No risk, no fun
 

Wollen Sie überdurchschnittliche Kursgewinne? Machen Ihnen starke Schwankungen nichts aus? Dann gehören Sie zur Klasse der spekulativen Anleger. Für Sie sind Anleihen eher nichts, allenfalls solche von Staaten oder Unternehmen geringer Bonität, die sogenannten hochverzinsliche Anleihen. Daneben dürften auch Aktien in Ihr Portfolio gehören, je nach Geschmack auch Nebenwerte oder aus anderen Ländern. Komplexere Produkte könnten ebenfalls passen, etwa bestimmte Zertifikate, gehebelte ETFs, Rohstoff-Engagements über ETCs oder Währungs-ETNs.

Die Trader
 

Die fünfte Klasse besteht aus sehr spekulativen Anlegern – hoffentlich bereits mit einiger Erfahrung in der Welt der Geldanlage und Börsen. Diese sind bereit, sehr hohe Kursschwankungen und Verlustrisiken bis hin zum Totalverlust in Kauf zu nehmen. Als Anlagen kommen ausländische Aktien-Nebenwerte, sehr spekulative Anleihen, Zertifikate, Optionsscheine aller Art sowie Optionen und Futures in Frage.

Für jeden Anleger das Richtige - einige Beispiele
 
  • Anleger A ist davon überzeugt, dass die deutsche Wirtschaft auch weiterhin Zugpferd der Eurozone bleiben wird. Dieser Anleger sollte sich für unterschiedliche DAX-Aktien, einen DAX-ETF oder einen Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland entscheiden.
  • Anlegerin B glaubt hingegen, dass der US-amerikanische Aktienmarkt viel mehr Chancen bietet. Sie könnte auf einzelne US-Aktien, entsprechende Investmentfonds oder auf ETFs setzen, die an die US-amerikanischen Indizes Dow Jones Industrial Average oder S&P 500 gekoppelt sind. Bei den ETFs gibt es übrigens oft auch währungsgesicherte Varianten.
  • Anleger C sieht unterdessen in den Schwellenländern die Zukunft. Für ein bestimmtes Land mag er sich aber nicht entscheiden und zieht ein breit aufgestelltes Investment vor. Hier würde ein Aktien-ETF passen, der an den MSCI Emerging Markets Index gekoppelt ist.
  • Anlegerin D ist davon überzeugt, dass Aktien europäischer Banken zu billig sind. Für sie kämen der Kauf mehrerer europäischer Banktitel oder ein ETF in Frage, der die Entwicklung europäischer Bankaktien etwa über den Branchenindex EURO STOXX Banks abbildet.
  • Für Anleger E steht hingegen Sicherheit und Kapitalerhalt an erster Stelle. Er ist bereit, dafür sehr geringe Renditen hinzunehmen. Für ihn wären deutsche Staatsanleihen oder entsprechende aktiv oder passiv gemanagte Fonds das Richtige.
  • Aufgrund des aktuell niedrigen Zinsniveaus interessiert sich Anlegerin F für Unternehmensanleihen. Hier gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, die von sehr solide und eher niedrig verzinst bis hochriskant und hoch verzinst gehen. Wer nicht auf Einzelwerte setzen will, kann zu einem Fonds oder ETF greifen.
  • Anleger G glaubt, dass die expansive Geldpolitik der Notenbanken früher oder später zu Inflation führen wird und will daher Gold kaufen. Für ihn könnte ein Gold-ETC oder alternativ ein Goldminenfonds passen.
  • Anlegerin H beobachtet den Rohstoffmarkt und ist davon überzeugt, dass Kupfer derzeit unterbewertet ist. Sie möchte spekulieren und kauft Kupfer-ETCs.
  • Anleger I hat liquide Mittel zur Verfügung und möchte damit spekulieren. Mit Zertifikaten können, bei meist geringem Einsatz, fast alle Märkte abgebildet werden, etwa auch Währungsentwicklungen.

Lissa möchte für ihre Altersvorsorge oder einen eventuellen späteren Immobilienkauf regelmäßig etwas Geld an die Seite legen und denkt dabei an 300 Euro im Monat. Daneben hat sie von ihrer Großtante 50.000 Euro geerbt und will den Betrag für mehrere Jahre fest anlegen. Sie sieht sich als ertragsorientierte Anlegerin, ist also bedingt risikobereit.