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20.02.2019 10:15:27
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APA ots news: Trotz globalen Gegenwindes nur moderate Konjunkturabkühlung...


APA ots news: Trotz globalen Gegenwindes nur moderate Konjunkturabkühlung in Österreich

Ergebnisse des OeNB-Konjunkturindikators vom Februar 2019

Wien (APA-ots) - Österreichs Wirtschaft sieht sich zusehends mit globalen

Konjunkturrisiken konfrontiert und verliert deshalb an Schwung.

Aufgrund der robusten Inlandskonjunktur wird die

Wachstumsabschwächung in Österreich aber weniger stark ausfallen als

im Euroraum. Ein Konjunktureinbruch zeichnet sich für Österreich

nicht ab. Für das erste Quartal 2019 prognostiziert die

Oesterreichische Nationalbank (OeNB) im Rahmen ihrer

vierteljährlichen Kurzfristprognose eine leichte

Wachstumsverlangsamung des realen BIP auf 0,3 % (gegenüber dem

Vorquartal). Gegenüber der letzten Prognose mussten die

Wachstumserwartungen aufgrund des schwierigen außenwirtschaftlichen

Umfelds um 0,2 Prozentpunkte zurückgenommen werden. Für das zweite

Quartal 2019 wird mit dem Wirksamwerden des Familienbonus Plus und

dem Auslaufen der als temporär eingeschätzten Probleme der

europäischen Automobilindustrie mit einer leichten

Wachstumsbeschleunigung auf 0,4% gerechnet.

Das außenwirtschaftliche Umfeld ist seit geraumer Zeit durch eine

Reihe von Abwärtsrisiken gekennzeichnet. Rund fünf Wochen vor dem

anvisierten EU-Austritt Großbritanniens am 29. März 2019 ist immer

noch unklar, wie der Austritt genau erfolgen wird. Von einer Annahme

des mit der EU ausgehandelten Austrittsvertrags durch das britische

Parlament über eine Verschiebung des Austritts bis zu einem

ungeordneten Brexit kann derzeit kein Szenario ausgeschlossen werden.

Auch Unsicherheiten im Zusammenhang mit den globalen

Handelskonflikten und der wirtschaftspolitischen Ausrichtung in

wichtigen EU-Staaten wie Italien und Frankreich belasten die

europäischen Wachstumsaussichten. Schwierigkeiten der europäischen

Automobilindustrie bei der Erfüllung der neuen Abgasnormen führten

zum Jahresende 2018 zu einer zusätzlichen - als temporär

eingeschätzten - Abschwächung der Konjunkturdynamik im Euroraum.

Zuletzt wurden auch die Wachstumsprognosen für Österreichs

wichtigsten Handelspartner Deutschland deutlich nach unten revidiert.

Österreichs Wirtschaft kann sich dieser Dynamik nicht gänzlich

entziehen, zeigt sich aber dank einer kräftigen Inlandskonjunktur

vergleichsweise robust. Im vierten Quartal entsprach das

Wirtschaftswachstum mit 0,4% (gegenüber dem Vorquartal) zwar nur mehr

dem langjährigen Durchschnitt, war damit aber doppelt so stark wie im

Euroraum (0,2%).

Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung ist insbesondere im

exportorientierten Industriesektor zu spüren und spiegelt sich in

einer uneinheitlichen Entwicklung der Vorlaufindikatoren wider. Die

Mehrzahl der Indikatoren ist zwar nach unten gerichtet, das zum Teil

aber noch immer hohe Niveau lässt jedoch keinen unmittelbar

bevorstehenden Einbruch der Export- und Industriekonjunktur erwarten.

Stabilisierend wirkt der Dienstleistungssektor, der zuletzt deutlich

stärker als die Industrieproduktion gewachsen ist. Dazu trägt nicht

zuletzt der Tourismus bei, der im Vorjahr erneut einen neuen

Nächtigungsrekord erzielte und einen erfolgreichen Start in die

aktuelle Wintersaison vorweisen kann.

Die Inlandsnachfrage ist weiterhin eine zentrale Stütze der

Konjunktur und hilft außenwirtschaftliche Schocks abzufedern. Zwar

verlieren die stark von der Industrie- und Exportkonjunktur

bestimmten Ausrüstungsinvestitionen an Dynamik, aber die

Wohnbauinvestitionen werden sich auch in den kommenden Monaten stabil

entwickeln. Sie werden kaum von globalen Konjunkturtrends bestimmt

und profitieren von einer starken Nachfrage, steigenden

Immobilienpreisen und anhaltend günstigen Finanzierungsbedingungen.

Auch vom privaten Konsum werden im ersten Halbjahr kräftige

Konjunkturimpulse ausgehen. Das Beschäftigungswachstum war zu

Jahresbeginn mit knapp 2% weiterhin sehr kräftig und die hohe Zahl an

gemeldeten offenen Stellen signalisiert eine Fortsetzung dieses

Trends. Darüber hinaus stützen die im Vergleich zum Vorjahr höheren

Lohnabschlüsse für das Jahr 2019 das Konsumwachstum ebenso wie der

Rückgang der Inflation auf zuletzt 1,7%.

Vor diesem Hintergrund erwartet die OeNB trotz des schwierigen

Umfelds nur eine geringfügige Abschwächung des Wachstumstempos von

0,4% im vierten Quartal 2018 auf 0,3% im ersten Quartal 2019. Zur

Jahresmitte wird der mit Jänner 2019 in Kraft getretene Familienbonus

Plus seine Wirksamkeit entfalten und auch die Probleme in der

Automobilbranche aufgrund der neuen Abgastests sollten dann

weitgehend gelöst sein. Für das zweite Quartal wird daher mit einer

leichten Wachstumsbeschleunigung auf 0,4% gerechnet.

Gegenüber der letzten Prognose mussten die Wachstumserwartungen für

das erste Quartal um 0,2 zurückgenommen werden. In Verbindung mit den

schwächeren Vorlaufindikatoren ist davon auszugehen, dass die

Konjunkturprognose für das Gesamtjahr 2019 nach unten revidiert

werden wird. Der weitere Konjunkturverlauf ist jedenfalls mit großen

externen Unsicherheiten behaftet und die Risiken der vorliegenden

Kurzfristprognose sind eindeutig nach unten gerichtet.

Rückfragehinweis:

Oesterreichische Nationalbank

Dr. Christian Gutlederer

Pressesprecher

(+43-1) 404 20-6900

christian.gutlederer@oenb.at

www.oenb.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/156/aom

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER

INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***

OTS0059 2019-02-20/10:03

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