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14.09.2017 15:25:42
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Aktien Frankfurt: Dax touchiert Marke von 12 500 Punkten nach US-Daten


FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich am Donnerstag vor dem morgigen "Hexensabbat" zurückgehalten. Die Bekanntgabe neuer US-Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten gab leicht negative Impulse und ließ den Dax kurzzeitig unter die Marke von 12 500 Punkten fallen. Zuletzt verlor der Leitindex 0,34 Prozent auf 12 510,66 Punkte.

Für den MDax, in dem die Aktien mittelgroßer Unternehmen vertreten sind, ging es um 0,18 Prozent auf 25 199,05 Punkte abwärts. Der Technologiewerte-Index TecDax stieg um magere 0,12 Prozent auf 2361,79 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 0,18 Prozent vor.

EXPERTE: KAMPF UM 12 500 PUNKTE

"Derzeit dürfte ein Kampf zwischen jenen Marktteilnehmern herrschen, die einen Gewinn verbuchen würden, handelte der Dax morgen um 13 Uhr entweder über oder unter der Marke von 12 500 Punkten", erklärte Börsenkenner Jens Klatt für JFD Brokers. Vorherzusagen, wer am Ende die Nase vorne habe, komme einem Münzwurf gleich.

Vom sogenannten "großen Verfall" oder "Hexensabbat" sprechen Börsianer dann, wenn der letzte Handelstag aller vier Derivate-Typen, also der Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien, auf den gleichen Tag fällt. Damit können Aktienkurse und auch Indizes ohne wesentliche Unternehmens- oder Konjunkturnachrichten kräftig hin und her schwanken.

In den USA hat sich der Preisauftrieb im August stärker als erwartet entwickelt und sich der Zielmarke der US-Notenbank Fed angenähert. Die Verbraucherpreise erhöhten sich zum Vorjahresmonat um 1,9 Prozent, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Volkswirte hatten nur mit einer Rate von 1,8 Prozent gerechnet. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist in der vergangenen Woche überraschend gefallen.

MUNICH RE STELLT GEWINNZIEL IN FRAGE

Unter den Einzelwerten standen die Aktien der Munich Re - obwohl kaum verändert - im Anlegerfokus. Der Rückversicherer hatte am Vorabend gewarnt, dass der Jahresgewinn wegen hoher Schäden der Wirbelstürme "Harvey" und "Irma" niedriger als bislang angepeilt ausfallen könnte. Die französische Großbank Societe Generale strich daraufhin ihre Kaufempfehlung. Analyst Vikram Gandhi lobte jedoch gleichzeitig die Kapitaldecke der Münchner und sah kaum Risiken für eine Dividendenkürzung.

Die Papiere von Continental stiegen nach der angekündigten Aufspaltung des schwedischen Automobilzulieferers Autoliv um 1,7 Prozent an die Dax-Spitze. Autoliv gab die Aufspaltung seines Geschäfts in passive Sicherheitstechnik (Gurt, Airbag) und aktive Sicherheitstechnik (Fahrassitenzsysteme) bekannt. "Als zukumftsträchtig gilt mittlerweile vor allem die aktive Sicherheitstechnik, bei der Continental neben Bosch und Denso Automotive zu den drei Großen gehört", sagte ein Experte.

DEUTSCHE BÖRSE WILL MIT MILLIONEN-DEAL KENGETER FREIKAUFEN

Die Titel der Deutschen Börse büßten am Dax-Ende 1,4 Prozent an Wert ein. Der Börsenbetreiber will mit der Zahlung einer Strafe von 10,5 Millionen Euro ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft gegen ihren Chef Carsten Kengeter aus der Welt schaffen. Die Vorwürfe wegen angeblichen Insiderhandels und einer angeblich unterlassenen Pflichtmitteilung erstrecken sich neben der Person Kengeters auch auf das Unternehmen.

Die Aktien von Krones stiegen mit plus 4,7 Prozent auf den höchsten Stand seit Anfang Juni. Der Hersteller von Getränkeabfüllanlagen habe sich auf einer Kapitalmarktveranstaltung erneut als Innovationsführer herauskristallisiert, schrieb Analyst Peter Rothenaicher von der Baader Bank. Die Krones-Papiere hatten bis Mitte des Jahres mit plus 30 Prozent zu den besten MDax-Werten gezählt, bevor die Anleger einen Gang herausgenommen hatten.

AIR BERLIN +24% DANK ÜBERNAHMEHOFFNUNGEN

Die zuletzt arg gebeutelten Aktien von Air Berlin schnellten um fast 24 Prozent nach oben. Der frühere Rennfahrer Niki Lauda will nach eigenen Aussagen gemeinsam mit einer Allianz rund um die Fluggesellschaft Condor 100 Millionen Euro für die insolvente Fluggesellschaft bieten. An diesem Freitag endet die Bieterfrist. Es gibt eine Reihe von Interessenten für die Airline, deren Flugbetrieb sich nach zahlreichen Flugausfällen in den vergangenen Tagen am Donnerstag offenbar wieder normalisiert.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,18 Prozent am Vortag auf 0,19 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,07 Prozent auf 141,56 Punkte. Der Bund-Future tendierte stabil bei 161,76 Punkte. Der Euro kostete zuletzt 1,1881 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,1979 Dollar festgesetzt./edh/she

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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