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10.08.2018 12:15:38
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Aktien Frankfurt: Türkei-Krise drückt Dax unter 12 500 Punkte


FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Türkei-Krise erfasst nun auch den Aktienmarkt und drückt die Kurse im Dax. Der seit Tagen schwerfällige Leitindex verlor am Freitag gegen Mittag 1,61 Prozent auf 12 471,54 Punkte. Somit entscheidet sich das Barometer in dieser Woche doch noch für eine etwas deutlichere Richtung, nachdem in den vergangenen Tagen selbst eine große Welle an Quartalsberichten den Index nur wenig von der Stelle gebracht hat. Auf Wochensicht zeichnet sich aktuell für den Dax ein Abschlag von 1,1 Prozent ab.

Börsianer machten erneut auf den internationalen Handelskonflikt zwischen den USA und China und die saisonale Schwäche während der Sommermonate aufmerksam. Zusätzlich sorgt der rasante Verfall der türkischen Währung Lira für nervöse Stimmung. Händler fürchten, dass sich die Nervosität am Devisenmarkt auf den Aktienmarkt überträgt.

Einem Medienbericht zufolge sorgt sich inzwischen auch die Europäische Zentralbank (EZB) um Bankhäuser mit starkem Engagement in der Türkei. Vor allem Großbanken wie die spanische BBVA, die französische BNP Paribas und die italienische Unicredit stünden deshalb unterer besonderer Beobachtung, berichtete die "Financial Times" (FT) unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Für den MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen ging es am Freitag um 0,95 Prozent abwärts auf 26 727,90 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax sank um 0,98 Prozent auf 2919,07 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 1,39 Prozent auf 3445,41 Punkte.

Der europäische Bankensektor gab als einer der schwächsten der Stoxx-600-Branchenübersicht um 1,3 Prozent nach. Deutsche Kreditinstitute sind laut Marktexperten in der Türkei offenbar weniger stark engagiert als andere europäische Häuser. Die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank wurden dennoch in Sippenhaft genommen und verloren im Dax 3,6 beziehungsweise 2,1 Prozent. Bei der Deutschen Bank sorgte zudem eine Abstufung auf "Underweight" durch das US-Haus Morgan Stanley für Abgabedruck.

Halbleiterwerte wie Infineon aus dem Dax sowie Aixtron und Dialog Semiconductor aus dem TecDax verzeichneten hohe Kursverluste von teils bis fast 5 Prozent im Fall von Aixtron. Händler verwiesen auf skeptische Stimmen von Morgan Stanley, deren Analysten fürchten, der Zyklus in der Chipbranche könnte den Höhepunkt erreicht haben.

Quartalszahlen gab es am Freitag von Innogy, LEG Immobilien und Hella aus dem MDax sowie von Carl Zeiss Meditec und Bechtle aus dem TecDax. Hapag-Lloyd und TLG Immobilien - beide im SDax - öffneten ebenfalls ihre Bücher.

Ein Kurseinbruch von fast 10 Prozent bereitete im MDax den Anlegern von K+S Kopfschmerzen. Der Dünger- und Salzproduzent wird seinen operativen Gewinn in diesem Jahr wohl nicht so stark steigern wie von Analysten erhofft. Die Ströer -Anteile litten mit minus 2,5 Prozent unter einem möglichen Einstieg von Google in den deutschen Werbemarkt und unter der aktuellen Entwicklung in der Türkei, die für Ströer ein wichtiger Markt ist.

Die Papiere von Hella standen zunächst im Plus, sackten dann aber in dem schwachen Marktumfeld deutlich ab mit einem Minus von zuletzt fast 3 Prozent. Der Zulieferer rechnet weiter mit guten Geschäften mit der Autoindustrie. Einem Händler zufolge hätten einige Marktteilnehmer aber womöglich mit einem noch etwas optimistischeren Ausblick gerechnet.

Positiv aufgenommene Quartalszahlen gaben den Immobilien-Aktien von LEG und TLG Auftrieb. Mit plus 2,1 Prozent für die im MDax notierten LEG-Papiere und plus 2,9 Prozent für TAG aus dem SDax trotzten sie dem schwachen Marktumfeld und waren in ihren Indizes jeweils auf dem ersten Platz. Mit 99,34 Euro hatten LEG im frühen Handel zudem ein Rekordhoch erreicht.

Im TecDax gewannen die Papiere des IT-Dienstleisters Bechtle zuletzt 4,3 Prozent und profitierten dabei von der Anhebung der Jahresziele. Sie hatten am Vormittag zudem mit 84,15 Euro so hoch gestanden wie noch nie.

Beim Medizintechnik-Konzern Carl Zeiss Meditec brummt weiterhin das Geschäft mit Augenlasern, Diagnostikgeräten und Operationsmikroskopen. Die Papiere markierten mit 71,30 Euro ebenfalls ein neues Hoch und gewannen zuletzt 2,4 Prozent. Der HealthCare-Sektor gab um 0,4 Prozent nach, war damit aber immer noch einer der besten in Europa. In schwachen Marktphasen schneiden als defensiv geltende Branchen für gewöhnlich besser ab./ajx/jha/

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

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