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25.02.2016 14:17:43
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Börse Frankfurt News

Auslandsaktien: Das nächste große Ding im Mobilfunk?



Leistungsstarke Netze der nächsten Generation soll Smartphones fit für virtuelle Welten machen. Hersteller versprechen sich davon einen neuen Boom.
25. Februar 2016. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Am heutigen Donnerstag endet das jährliche Gipfeltreffen der Mobilfunkwelt. Vier Tage lang präsentierten die Aussteller des Mobile World Congress in Barcelona den Fachbesuchern und Journalisten neue Technologien und Produkte sowie Zukunftsvisionen.

Das ganz große Thema der Messe ist virtuelle Welten. Etwa demonstrierte Samsung (WKN 896360) mit Virtual-Reality-Brillen und passendem neuen S7, wie die Koreaner sich die Weiterentwicklung des Marktes für Smartphones vorstellen. "Anwender sollen künftig Erlebnisse in Echtzeit auf den sozialen Netzwerken posten können", bemerkt Christopher Sornberger von der Oddo Seydler Bank. Dafür seien Kooperationen notwendig. Samsung habe für dieses Projekt beispielsweise mit Oculus (WKN A1JTAH) eine Tochtergesellschaft von Facebook (WKN A1JWVX) mit ins Boot geholt.

Sony (WKN 853688) gehe mit dem Konzept "Augmented Reality", zu deutsch "Angereicherte Wirklichkeit", einen anderen Weg. Über ein mit einer Kamera ausgestattetes Headset könnten Nutzer in Verbindung mit dem Smartphone beispielsweise navigiert werden, ohne dass sie auf einen Bildschirm schauen müssten. LG (WKN 576798) setze wiederum auf Module wie Spezialkameras oder Akkus, die auf das Smartphone aufgesteckt würden.

Harter Wettbewerb
 

Großen Enthusiasmus scheinen die Aussichten bei Investoren nicht auszulösen. "Eine unmittelbare Reaktion der Aktienpreise der Anbieter blieb aus", registriert Jan Vrbsky. Die Aktie von Apple (WKN 865985) lasse seit geraumer Zeit die gewohnten Überflieger-Qualitäten vermissen und trat 2015 unterm Strich mehr oder weniger auf der Stelle. Seit Januar kam der Wert von gut 96 auf 87 Euro zurück. "Bei Samsung sieht es ähnlich aus." Die Aktie gab seit Jahresbeginn von 463 auf 430 Euro nach.

Der Händler der Baader Bank führt dies unter anderem auf den langsamer wachsenden Markt für Smartphones zurück, was zu härteren Kämpfen um Marktanteile führe. "Zudem drängt mit Xiaomi ein weiterer chinesischer Anbieter auf den Weltmarkt." Punkten wolle der bislang vor allem in der Heimat bekannte Hersteller mit niedrigen Hardware-Preisen. Weitere Einkünfte würden über Zusatzdienste generiert. "Die Verteidigung der bisherigen Positionen am Markt wird vermutlich über Preisnachlässe laufen", sagt Vrbsky voraus. Damit verschärfe sich der Kostendruck auf die Industrie.

Jan VrbskyVrbsky
 

Potenzial im Billigsegment

Über 1,4 Milliarden Geräte gingen laut Marktforscher IDC im vergangenen Jahr weltweit über die Ladentheken, Samsung habe daran einen Anteil von 23 Prozent. Mit 324,8 Millionen hätten die Südkoreaner zwar immer noch mit Abstand die meisten Geräte verkauft. Der Anteil sei aber von über 30 auf knapp 23 Prozent gefallen. Apple komme auf 16 Prozent, Platz drei belege der chinesische Konzern Huawei, der vierte und fünfte Rang ginge mit jeweils 5 Prozent an Lenovo und Xiaomi.

Erstmals gab es 2015 so viele Mobilfunkanschlüsse wie Menschen auf der Erde, wie Ericsson in seinem aktuellen Mobility Report berechnet. Knapp die Hälfte nutzten Smartphones. Das biete Potenzial in den aufstrebenden Märkten. Vom zunehmenden Umstieg herkömmlicher Telefone auf Smartphones in Schwellenländern würden Anbieter von billigeren Geräten, dazu gehöre Xiaomi, allerdings am meisten profitieren.

Leistungsstarke Netze unabdingbar

High-End Geräte zusammen mit der virtuellen Realität werden nur über deutlich aufgerüstete Netze vermarktet werden können, wie Sornberger meint. Telekommunikations-Konzerne rund um die Welt arbeiteten zwar an dem G5 Standard, der Übertragungsraten zwischen 1 und 10 Gigabit pro Sekunde und eine Verzögerung von maximal eine Millisekunde biete. "Die fünfte Generation soll die bisherige LTE-Technik mit bis zu 300 Megabit pro Sekunde ablösen." Allerdings liege die geplante Einführung im Jahr 2020 noch in weiter Ferne.

Große Mobilfunkkonzerne wie Vodafone (WKN A1XD9Z) und die Deutsche Telekom (WKN 555750) trieben die Entwicklung in Zusammenarbeit mit den Wettbewerbern und Herstellern der Endgeräte voran. In Barcelona habe Vodafone eine entsprechende Initiative preisgegeben. Mit dabei seien die Chiphersteller Intel (WKN 855681) und Qualcomm (WKN 883121) sowie einige Forschungsinstitute.

von: Iris Merker
© 25. Februar 2016 - Deutsche Börse AG

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