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14.01.2016 14:07:28
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Börse Frankfurt News

Auslandsaktien: Elektronik- und Autobranche profitiert von Vernetzung



Die CES ist längst nicht mehr nur Unterhaltungselektronik. Auch Autobauer, Internetgrößen und die Software-Industrie geben sich auf der Messe mittlerweile die Klinke in die Hand. Alle erhoffen sich lukrative Geschäftsfelder durch die Verknüpfung elektronischer Geräte.
14. Januar 2016. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Mehr als 3.800 Aussteller zeigten auf knapp 230.000 Quadratmetern den über 170.000 Besuchern ihre Produkte auf der diesjährigen Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas. Der Name ist nicht unbedingt Programm. Zwar spielt die Unterhaltungselektronik immer noch eine große Rolle. Inzwischen trifft sich auf der weltweit größten Elektronik-Messe alles was Rang und Namen in der Automobilwelt und der IT-Branche hat. Während Autobauer dort ihre neuen Konzepte für autonomes Fahren oder Elektromobilität zeigen, heißen die Hoffnungsträger der IT-Branche Slendertones, Wearables, Roboterhunde und Virtual Reality-Brillen. Bei der Vernetzung geht es neben Online-Diensten und Infotainment um das Internet der Dinge, in dem alles miteinander kommuniziert.

Konkurrenz belebt das Geschäft für E-Autos
 

Für ausreichend Gesprächsstoff auf der CES sorgte Tesla Motors (WKN A1CX3T). Der US-Konzern wird vermutlich mit Apple (WKN 865985) einen ernst zu nehmenden Wettbewerber im Markt für Elektroautos bekommen.



"Es ist kein Geheimnis mehr, dass nach Google (WKN A0B7FY) auch Apple an einem E-Mobil arbeitet", bemerkt Walter Vorhauser. Wie bei den bisherigen Produkten werden die Kalifornier nach Ansicht des Händlers der Oddo Seydler Bank bei einem Elektroauto wie gewohnt besonderes Augenmerk auf das Bedienkonzept legen. Die Markteinführung des "Titan" soll Gerüchten zufolge bereits 2019 erfolgen. "Tesla-Chef Elon Musk sieht die Entwicklung nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung."

Walter VorhauserVorhauser
 

Batterieleistung immer noch Knackpunkt

Im Bereich autonomes Fahren kämen die Kalifornier Schritt für Schritt weiter. Mittlerweile habe Tesla seine Flotte mit Autofunktionen ausgestattet, die die Fahrzeuge unter anderem in der Spur halten und automatisch einparken kann. In der Zukunft würden die Wagen fahrerlos auch größere Entfernungen auf dem Weg zu ihrem Besitzer zurücklegen können und dabei selbstständig Ladestationen aufsuchen. An diesem Punkt sieht Vorhauser die größten Hürden für einen Massenmarkt für E-Autos. "Die Fahrzeuge müssten für unter 35.000 US-Dollar zu haben sein." Dazu seien die Batterien aber noch zu teuer und hätten bislang eine unzureichende Reichweite. "Mit den Lithium-Ionen-Akkus aus seiner neuen Gigafactory könnten die Kosten und damit die Preise aber bald fallen." Die Aktie von Tesla ist nach Meinung von Vorhauser in den vergangenen Monaten nicht allzu stark eingebrochen und hält sich mit 187 US-Dollar auf einem guten Niveau.

Rechen-Power für selbstständiges Fahren
 

Mit seinem neuen Auto-Computer Drive PX 2 möchte Nvidia (WKN 918422) im Markt der selbst fahrenden Fahrzeuge mitspielen. "Die vier Chips des Supercomputers sollen eine 150 mal stärkere Rechenleistung als ein MacBook liefern und problemlos im Kofferraum eines Fahrzeugs unterkommen", vergleicht Roland Stadler von der Baader Bank. Damit könne das Auto in Echtzeit anhand der Sensordaten seine Position per Scanner oder Kamera im dreidimensionalen Raum berechnen. Die dazu notwendigen Bibliotheken stelle Nvidia den Autobauern in dem Paket Driveworks zu Verfügung. Als erster Auto-Hersteller würde Volvo das System im Test einsetzen.

Die Nvidia-Aktie konnte sich dem allgemeinen Markt dennoch nicht entziehen und rutschte seit Jahresbeginn von knapp 30 auf 25,60 Euro in den Keller. Seit Januar 2015 konnte der als Grafikkarten-Hersteller groß gewordene Konzern von knapp 17 auf 25,40 Euro hinzugewinnen.

Roland StadlerStadler
 

Sony zurück auf Erfolgsspur

Im Geschäft mit klassischer Unterhaltungselektronik dreht sich alles um 4K oder gar 8K und Ultra HD sowie die Ausstattung der TV-Geräte mit Plattformen wie etwa Google Android. Bei einem Kauf sei neben Preis, Größe und hoher Auflösung zunehmend die Wahl des Betriebssystems der immer intelligenter werdenden TV-Geräte ein wichtiges Kriterium. Inzwischen sind viele Smart-TVs Home-Entertainment-, News- und Spiele-Zentrale zugleich. "Das ist ein richtiger Umbruch im Markt, der viele Verbraucher zu einer Neuanschaffung motivieren wird", prognostiziert Vorhauser.

Smart-TVs sind gefragt

"Der Umsatz mit Ultra-HD Geräten soll weltweit in diesem Jahr auf 10,7 Milliarden US-Dollar wachsen." Das entspreche einem Plus von 65 Prozent. Unternehmen wie Sony (WKN 853688) profitierten von der höheren Nachfrage. "Die TV-Sparte von Sony hat zur CES gleich neun neue 4K-Modelle vorgestellt." Wie Philips (WKN 940602) und Sharp (WKN 855383) setzten die Japaner bei ihren TV-Geräten auf das Android-Betriebssystem. Die Sony-Aktie hat seit Anfang Januar von 22,42 auf 20,36 Euro nachgegeben, vor einem Jahr stand die Aktie bei 17,40 Euro. Vorhauser geht davon aus, dass Standardwerte wie Sony verloren gegangenes Terrain beizeiten wieder gutmachen werden. "Im TV-Bereich haben die Japaner die Krise überwunden."

Streaming-Dienste profitieren

Die voranschreitende Vernetzung der Elektronik im heimischen Umfeld bringt Konzernen wie Google, Amazon (WKN 906866) und Netflix (WKN 552484) ansehnliche Umsätze, wie Roland Stadler meint. "Netflix und Amazon Prime z. B. profitieren enorm davon", denkt der Händler der Baader Bank. Seit Januar 2015 hat die Netflix-Aktie von knapp 40 auf 96 Euro zugelegt und trotzt seit Jahresbeginn der allgemeinen Schwäche im Markt.

von: Iris Merker
© 14. Januar 2016 - Deutsche Börse AG

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