Bitte warten...

21.01.2016 13:28:38
A A | Drucken

Börse Frankfurt News

Auslandsaktien: Untergangsstimmung in der Ölbranche



Der massive Ölpreisverfall macht den Ölkonzernen immer mehr zu schaffen, die Aktienkurse fallen weiter. Einige Analysten raten jetzt zum Einstieg, andere rechnen mit weiteren Kursverlusten.
21. Januar 2016. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Am Ölmarkt kehrt keine Ruhe ein: Am gestrigen Mittwoch sind die beiden wichtigsten Ölsorten Brent und WTI auf den tiefsten Stand seit 2003 gefallen, der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent rutschte zwischenzeitlich unter 28 US-Dollar. "Die Strategie von Saudi-Arabien, Ölanbieter mit höheren Produktionskosten aus dem Markt zu drängen, ist bisher gescheitert", bemerkt Jan Vrbsky von der Baader Bank. "Dazu kommt jetzt noch das Ende der Sanktionen gegen den Iran."

Einstiegschancen bei Ölaktien?
 

Die Aktien der Ölfirmen fallen und fallen, der Branchenindex Euro Stoxx 600 Oil & Gas, der europäische Öl- und Gasaktien enthält, hat seit Sommer 2014, als der Ölpreisrückgang einsetzte, mittlerweile über 40 Prozent an Wert verloren. Ob damit der Boden erreicht ist oder es noch weiter nach unten geht, ist umstritten.



So hat die Société Générale am Freitag vergangener Woche in einer Branchenstudie die Schätzungen für die Sektorgewinne im Jahr 2016 um 60 Prozent zurückgenommen. Für 2017 rechnet die Bank aber mit einer Ölpreisverdoppelung im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016, ihr Votum für Ölwerte lautet daher auf Übergewichten. Konkret empfohlen wird zum Beispiel BP bei einem Kursziel von 375 britischen Pence.

Auch die UBS rät zum Einstieg bei BP. Die Schweizer Großbank hat die Gewinnprognosen 2016 und 2017 für die europäischen Ölkonzerne um bis zu 40,5 Prozent gekürzt, sie hält die Aktienbewertungen nach den Kursverlusten jedoch ebenfalls für attraktiv. Favoriten der Bank sind BG, Shell, Eni und Galp.

Jan VbrskyVbrsky
 
Ganze Branche unter Druck
 

Die Kursentwicklung der großen Ölkonzerne an den Börsen ist dramatisch: Die Chevron-Aktie (WKN 852552) ging vergangenen April zum Beispiel noch zu 102 Euro über den Tisch, jetzt sind es nur noch 72,20 Euro. "Dabei profitiert Chevron davon, eher im Raffineriegeschäft und weniger in der Produktion tätig zu sein", erklärt Roland Stadler von der Baader Bank. "Unternehmen mit Schwerpunkt Rohölförderung und -verkauf haben noch mehr zu leiden."

Die BP-Aktie (WKN 850517) ist von über 6,50 Euro im April 2015 auf aktuell 4,31 Euro gefallen. Damit nähert sie sich den Tiefstständen, die nach der Deepwater Horizon-Katastrophe 2010 erreicht worden waren. Auch die Total-Aktie (WKN 850727) hat kräftig Federn lassen müssen.

Roland StadlerStadler
 
Keiner bleibt verschont
 

Royal Dutch Shell (WKN A0D94M) kann sich dem Strudel nach unten ebenso wenig entziehen. "Der bereinigte Gewinn von Shell ist vergangenes Jahr um die Hälfte gesunken", berichtet Vrbsky. Shell ist der erste Ölkonzern, der schon Zahlen für das Gesamtjahr 2015 bekannt gegeben hat. Reagiert wird mit Produktionskürzungen, Stellenstreichungen und niedrigeren Investitionen.

"Das Beispiel Shell zeigt die Schwierigkeiten der ganzen Branche auf." Da viele Investitionen über Kredite finanziert worden seien, würden nun Auswirkungen auf die Finanzbranche befürchtet. "Es ist ein großes Gespenst, das derzeit umgeht."

Noch härter getroffen hat es chinesische Werte. "Die Kurseinbußen sind immens", erklärt Walter Vorhauser von Oddo Seydler. So hat sich der Kurs des chinesischen Ölkonzerns Cnooc (WKN A0B846) seit vergangenem April mehr als halbiert. "Wir sind wieder auf den Niveaus von 2006 und 2007."

Walter VorhauserVorhauser
 
Doch nicht nur die Ölkonzerne selbst sind betroffen, auch Öldienstleister und Ausrüster spüren die Konsequenzen des billigen Öls. Der US-Öldienstleister Halliburton (WKN 853986) hat seit April rund 40 Prozent an Wert verloren. "Durch die Fusion mit Baker Hughes will Halliburton gegensteuern", erläutert Vorhauser. Auch Schlumberger, der weltgrößte Ausrüster für die Gas- und Öl-Exploration, hat zu kämpfen, die Aktie (WKN 853390) ist von knapp 87 Euro im April auf aktuell 55,60 Euro gefallen.

Wende kann noch dauern

Was die Aussichten der Ölkonzerne angeht, zeigt sich Goldman Sachs skeptischer als die Société Générale und UBS, BP wird zum Beispiel auf "Neutral" gestuft. Grundsätzlich bleibe das Überkapazitätenproblem im Ölsektor ungelöst, auf der Nachfrageseite seien im Moment China und die Schwellenländer die größten Risikofaktoren.

Investmentlegende Warren Buffett hat unterdessen seine Positionen in der Ölbranche ausgebaut und am 8. Januar Aktien des eher unbekannten petrochemischen Unternehmens Phillips 66 gekauft, das auch an der Börse Frankfurt gehandelt wird (WKN A1JWQU). Phillips 66 hat zuletzt zwar ebenfalls nachgegeben, kommt auf Zwölfmonatssicht aber immer noch auf ein deutliches Plus.

"Von ExxonMobil und ConocoPhillips hat sich Buffett wegen des Ölpreisverfalls aber bereits vor über einem Jahr getrennt", gibt Vorhauser zu bedenken. Er geht davon aus, dass der Ölpreis in der ersten Hälfte dieses Jahres noch weiter sinken wird. "20 US-Dollar sind möglich." Im zweiten Halbjahr werde es dann aber eine Erholung geben, die Gegenbewegung könne durchaus kräftig ausfallen. Der Grund: Die Konzerne würden irgendwann versuchen, den Preisverfall zu stoppen. "Am Dienstag hat Cnooc als erster großer Ölkonzern angekündigt, die Produktion senken zu wollen - das erste Mal seit über einem Jahrzehnt", erklärt Vorhauser. "Das könnte der Startschuss sein für weitere Produktionskürzungen."

von: Anna-Maria Borse
© 21. Januar 2016 - Deutsche Börse AG

Anmeldung notwendig

Benutzername oder E-Mail:
Passwort:

Um diese Funktionalität nutzen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Falls Sie noch kein Benutzerkonto bei boerse-frankfurt.de besitzen, können Sie sich hier kostenlos registrieren.

Eintrag hinzufügen

pagehit

Die nachfolgenden Hinweise und Informationen wurden von der VOLTABOX AG (die  “Emittentin”) für die Zwecke der Veröffentlichung des Wertpapierprospekts der Emittentin erstellt. Die Deutsche Börse AG übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der von der Emittentin zur Verfügung gestellten Hinweise und Informationen.

 

Wichtiger Hinweis



Die auf den nachfolgenden Internetseiten enthaltenen Informationen sind ausschließlich für Personen bestimmt, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland („Deutschland“) oder im Großherzogtum Luxemburg („Luxemburg“) haben. Die nachfolgenden Informationen stellen weder ein Angebot zum Verkauf noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder zur Zeichnung von Wertpapieren dar. Ein öffentliches Angebot von Wertpapieren der Emittentin außerhalb Deutschlands und Luxemburgs findet nicht statt und ist auch nicht geplant. Das Angebot in Deutschland und Luxemburg erfolgt ausschließlich auf der Grundlage des von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gebilligten und auf der Website der Emittentin veröffentlichten Wertpapierprospekts (einschließlich etwaiger Nachträge dazu). Eine Anlageentscheidung hinsichtlich der öffentlich angebotenen Wertpapiere der Emittentin sollte nur auf Grundlage des Wertpapierprospekts erfolgen. Der Wertpapierprospekt ist bei der Emittentin (Artegastraße 1, 33129 Delbrück, Deutschland; Tel.: +49 (0)5250 9930-900; Fax: +49 (0)5250 9762-102) und auf der Website der Emittentin (www.voltabox.ag) kostenfrei erhältlich.

Die auf den nachfolgenden Internetseiten enthaltenen Informationen stellen kein Angebot zum Verkauf oder eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf für Wertpapiere in den Vereinigten Staaten von Amerika („Vereinigte Staaten“), Kanada, Australien oder Japan dar. Die Aktien der Emittentin sowie die Wertpapiere, die Gegenstand des Angebots sind, sind und werden nicht gemäß dem U.S. Securities Act von 1933 in der derzeit gültigen Fassung (der „Securities Act“) oder bei der Wertpapieraufsichtsbehörde eines US-Bundesstaates oder einer anderen Rechtsordnung der Vereinigten Staaten registriert und dürfen in den Vereinigten Staaten nur aufgrund einer Ausnahmeregelung von der Registrierungspflicht gemäß dem Securities Act oder anwendbarer Wertpapierrechte von US-Bundesstaaten oder in einer Transaktion verkauft oder zum Kauf angeboten oder geliefert werden, die diesen Bestimmungen nicht unterfällt. Die Emittentin beabsichtigt nicht, das Angebot oder einen Teil davon in den USA zu registrieren oder ein öffentliches Angebot von Wertpapieren in den USA, Kanada, Australien oder Japan durchzuführen.

Die auf den nachfolgenden Internetseiten enthaltenen Informationen sind nicht zur Weitergabe an Personen in bzw. innerhalb der USA, Kanada, Australien oder Japan oder anderen Ländern vorgesehen, in denen kein öffentliches Angebot stattfindet. Jede Verletzung dieser Beschränkung kann einen Verstoß gegen wertpapierrechtliche Bestimmungen dieser Länder begründen. Das Kopieren, Weiterleiten oder sonstige Übermitteln der auf den nachfolgenden Internetseiten enthaltenen Informationen ist nicht gestattet.

Durch Drücken des „Ich stimme zu“-Buttons versichern Sie, dass Sie (i) diesen Hinweis und die darin enthaltenen Beschränkungen vollständig gelesen und akzeptiert haben, (ii) sich Ihr Wohnsitz und gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland oder Luxemburg befindet, und (iii) dass Sie die auf diesen Internetseiten enthaltenen Informationen nicht an Personen übermitteln oder weiterleiten, deren Wohnsitz und gewöhnlicher Aufenthalt sich nicht in Deutschland oder Luxemburg befindet.


Wir bedauern, dass wir Ihnen aufgrund gesetzlicher Beschränkungen keinen Zugang zu den nachfolgenden Internetseiten gewähren können.