Bitte warten...

15.03.2016 12:02:35
A A | Drucken
Kolumne

DJE Marktkommentar: Schwenkt das Pendel um?



Erhardt sieht erste Signale, dass der Abwärtstrend zu einem Ende kommen könnte.
15. März 2016. PULLACH (DJE Kapital AG). Die vergangenen Handelstage stellen durchaus einen Lichtblick in einer Phase langanhaltender Börsenturbulenzen dar. Mittlerweile halten die weltweite Aktienbaisse und starke Indexrückgänge, die in Deutschland teilweise über 30 Prozent betrugen, seit fast einem Jahr an. Sind die letzten Handelstage nun die so erhoffte Trendwende oder lediglich eine kurzzeitige Erholung auf einem Weg nach weiter unten? Trotz des anhaltenden Pessimismus vieler Stimmungsindikatoren an den weltweiten Börsen lässt die jüngste Erholung an den Aktienmärkten auf eine Trendwende hoffen. Allerdings hat die EZB mit ihrer jüngsten Leitzinssenkung für eine hohe Schwankungsbreite an den Börsen gesorgt.

Vorsichtige Signale für eine Trendumkehr am Aktienmarkt

Erstens, und dies gilt unverändert, dürfte sich die kaum noch vorhandene Verzinsung oder der in vielen Bereichen des Anleiheuniversums herrschende Negativzinsen auf lange Sicht kaum ändern. Diese Negativzinsen sind mittlerweile in über zwei Dutzend Ländern zu finden, die zusammen ein Viertel des globalen Bruttosozialprodukts ausmachen. In absoluten Zahlen sind das ca. 7,9 Billionen US-Dollar.



Zweitens ist derzeit ein technischer Effekt auszumachen. Das weltweite Volumen an ausgegeben Anleihen ist mit rund 200 Billionen Dollar mehr als dreimal so groß wie an Aktien. Das Verhältnis verschiebt sich weiter zugunsten von Anleihen. Folglich sollten durch ein geringeres Angebot an Aktien die Kurse an den Börsen steigen. Wir erwarten für die kommenden Monate steigende Unterstützung für die Aktienkurse und ein Auslaufen des seit Jahresanfang anhaltenden Negativtrends.

USA: Fed wird Leitzinsen wohl nicht erhöhen

Taktgeber der Weltbörsen in nächster Zeit dürften die USA sein. Hier ist eine zu starke Konjunkturbelebung, die zu einer baldigen Zinserhöhung führt, kaum in Sicht. Die revidierte Steigerung der Wachstumsrate der US-Wirtschaft im vierten Quartal 2015 von 0,7 Prozent auf eine Jahresrate von 1,0 Prozent ist kein Hinweis auf eine Wachstumsbeschleunigung.

In diesem Lichte ist eine Rückkehr zu "normaleren" Zinsen eine Phantom-Diskussion. Zumal die US-Wirtschaft mit dem größten Staatsdefizit aller Zeiten (seit 2009 ca. 8,5 Billionen US-Dollar) sowie mit fast 4 Billionen Dollar neu gedrucktem Geld durch das sogenannte Quantitative Easing angekurbelt wurde und lediglich die schwächste Konjunkturerholung der Nachkriegszeit heraus kam. Eine weitere Erhöhung der Zinsen würde wohl eine neue Rezession auslösen. Deshalb sollte auch die US-Notenbank an der Niedrigzins-Politik festhalten. Der oft befürchtete Gegenwind für die Börsen weltweit dürfte deshalb vorerst ausbleiben.

Europäische Aktien haben Potential

Nachdem die EZB am 10. März 2016 den Leitzins erstmals auf 0 Prozent senkte, könnten die Börsen einen weiteren Schub erhalten. Klassische Sparmodelle werden damit noch unattraktiver und Aktien mit hohen Dividendenrenditen umso interessanter. Zudem bieten die günstigen Kredite eine Chance für Unternehmen. Negativ-Zinsen einerseits und Dividendenrenditen von bis zu 5 Prozent bei soliden deutschen Standardwerten - bei denen Kürzungen der Dividenden unrealistisch erscheinen - andererseits, passen nicht zusammen.

Dies wäre nur gerechtfertigt, wenn weltweit ein Konjunkturabsturz droht. Eine Rezession ist aus heutiger Sicht aber nicht zu erkennen - wenngleich dies immer als ein möglicher Grund für die steile Börsentalfahrt zu Jahresbeginn genannt wurde. Die Entwicklung der Realwirtschaft bietet keinen Grund zur Sorge.

Und eben jene Dividendentitel zeigten über die letzten Jahre einen stetigen Aufwärtstrend - allerdings haben deutsche Anleger davon nicht profitiert. Im Gegenteil. Der Anteil der Deutschen am Aktienbesitz ist extrem gesunken, beim MDAX soll es nur noch 17 Prozent deutsche Aktionäre geben. Nutznießer waren hauptsächlich Investoren aus anglosächsischsen Ländern und zunehmend aus China. Da sich nach den teils massiven schwer begründbaren Kursrückschlägen vieler solider Werte Chancen ergeben haben, sollten die deutschen Anleger die derzeitige Konsolidierungsphase zu Käufen nutzen.

von: Jens Ehrhardt
© 15. März 2016 - DJE Kapital AG

Über den Autor

Jens Ehrhardt ist Vorstandsvorsitzender der DJE Kapital AG, eine seit 45 Jahren unabhängige Vermögensverwaltung. Das Unternehmen verwaltet aktuell rund 12,1 Milliarden Euro (Stand: 31.01.2019) in den Bereichen individuelle Vermögensverwaltung, institutionelles Asset Management sowie Publikumsfonds.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der Redaktion von boerse-frankfurt.de. Sein Inhalt ist die alleinige Verantwortung des Autors.

Anmeldung notwendig

Benutzername oder E-Mail:
Passwort:

Um diese Funktionalität nutzen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Falls Sie noch kein Benutzerkonto bei boerse-frankfurt.de besitzen, können Sie sich hier kostenlos registrieren.

Eintrag hinzufügen

Weitere Artikel dieses Kolumnisten

pagehit

Die nachfolgenden Hinweise und Informationen wurden von der VOLTABOX AG (die  “Emittentin”) für die Zwecke der Veröffentlichung des Wertpapierprospekts der Emittentin erstellt. Die Deutsche Börse AG übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der von der Emittentin zur Verfügung gestellten Hinweise und Informationen.

 

Wichtiger Hinweis



Die auf den nachfolgenden Internetseiten enthaltenen Informationen sind ausschließlich für Personen bestimmt, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland („Deutschland“) oder im Großherzogtum Luxemburg („Luxemburg“) haben. Die nachfolgenden Informationen stellen weder ein Angebot zum Verkauf noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder zur Zeichnung von Wertpapieren dar. Ein öffentliches Angebot von Wertpapieren der Emittentin außerhalb Deutschlands und Luxemburgs findet nicht statt und ist auch nicht geplant. Das Angebot in Deutschland und Luxemburg erfolgt ausschließlich auf der Grundlage des von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gebilligten und auf der Website der Emittentin veröffentlichten Wertpapierprospekts (einschließlich etwaiger Nachträge dazu). Eine Anlageentscheidung hinsichtlich der öffentlich angebotenen Wertpapiere der Emittentin sollte nur auf Grundlage des Wertpapierprospekts erfolgen. Der Wertpapierprospekt ist bei der Emittentin (Artegastraße 1, 33129 Delbrück, Deutschland; Tel.: +49 (0)5250 9930-900; Fax: +49 (0)5250 9762-102) und auf der Website der Emittentin (www.voltabox.ag) kostenfrei erhältlich.

Die auf den nachfolgenden Internetseiten enthaltenen Informationen stellen kein Angebot zum Verkauf oder eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf für Wertpapiere in den Vereinigten Staaten von Amerika („Vereinigte Staaten“), Kanada, Australien oder Japan dar. Die Aktien der Emittentin sowie die Wertpapiere, die Gegenstand des Angebots sind, sind und werden nicht gemäß dem U.S. Securities Act von 1933 in der derzeit gültigen Fassung (der „Securities Act“) oder bei der Wertpapieraufsichtsbehörde eines US-Bundesstaates oder einer anderen Rechtsordnung der Vereinigten Staaten registriert und dürfen in den Vereinigten Staaten nur aufgrund einer Ausnahmeregelung von der Registrierungspflicht gemäß dem Securities Act oder anwendbarer Wertpapierrechte von US-Bundesstaaten oder in einer Transaktion verkauft oder zum Kauf angeboten oder geliefert werden, die diesen Bestimmungen nicht unterfällt. Die Emittentin beabsichtigt nicht, das Angebot oder einen Teil davon in den USA zu registrieren oder ein öffentliches Angebot von Wertpapieren in den USA, Kanada, Australien oder Japan durchzuführen.

Die auf den nachfolgenden Internetseiten enthaltenen Informationen sind nicht zur Weitergabe an Personen in bzw. innerhalb der USA, Kanada, Australien oder Japan oder anderen Ländern vorgesehen, in denen kein öffentliches Angebot stattfindet. Jede Verletzung dieser Beschränkung kann einen Verstoß gegen wertpapierrechtliche Bestimmungen dieser Länder begründen. Das Kopieren, Weiterleiten oder sonstige Übermitteln der auf den nachfolgenden Internetseiten enthaltenen Informationen ist nicht gestattet.

Durch Drücken des „Ich stimme zu“-Buttons versichern Sie, dass Sie (i) diesen Hinweis und die darin enthaltenen Beschränkungen vollständig gelesen und akzeptiert haben, (ii) sich Ihr Wohnsitz und gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland oder Luxemburg befindet, und (iii) dass Sie die auf diesen Internetseiten enthaltenen Informationen nicht an Personen übermitteln oder weiterleiten, deren Wohnsitz und gewöhnlicher Aufenthalt sich nicht in Deutschland oder Luxemburg befindet.


Wir bedauern, dass wir Ihnen aufgrund gesetzlicher Beschränkungen keinen Zugang zu den nachfolgenden Internetseiten gewähren können.