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13.06.2017 15:06:07
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Börse Frankfurt News

ETFs: Die Breite überzeugt



Anleger setzen auf Aktienportfolios mit globaler Ausrichtung und engagieren sich bevorzugt in asiatischen Unternehmen entwickelter und aufstrebender Länder. Bei Festverzinslichem zählt die Solidität von Staaten.
13. Juni 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Einer verkürzten Woche zum Trotz ziehen die Umsätze mit börsengehandelten Indexfonds wieder an. "Im Vergleich zu den Vorwochen hat sich die ETF-Handelsaktivität bei uns verdoppelt", berichtet Oliver Kilian. Bei ansehnlichen Umsätzen registriert der Händler der UniCredit eine besondere Vorliebe für Aktienportfolios entwickelter Staaten. "Auch im Rentenbereich ging einiges um."

Von den zahlreichen politischen Ereignissen bewegte insbesondere die Insolvenz der spanischen Banco Popular die Anlegergemüter, wie Carsten Schröder von der Commerzbank registriert. "Mittlerweile beschäftigen sich ETF-Investoren verstärkt mit Technologiewerten, wobei sich auch hier die Lage wieder etwas relativiert habe.

Unbekümmertheit bekommt Risse

Nachdem der deutsche Leitindex im Nachgang der Nasdaq-Verluste zum Wochenbeginn um knapp 1 Prozent auf 12.690 Zähler verlor, machen deutsche Aktien heute einen Teil der Verluste wieder wett.



Aus dem Anstieg der DAX-Volatilität von 12,30 auf 13,46 Prozent leitet die Helaba eine Zunahme der Unsicherheit ab und eine Art Neubewertung der Rahmenbedingungen" am Aktienmarkt. "Kritische Fragen zu den erreichten Bewertungsniveaus sowie zu möglichen saisonalen Effekten werden wohl verstärkt in den Vordergrund treten", prognostizieren die Analysten der Landesbank.

Marktbeobachter machen Spekulationen über ein langsamer als gedachtes iPhone der neuen Generation sowie Intel Modems, die mit Produkten der Konkurrenz womöglich nicht mithalten können, für die Talfahrt bei US-Technologiewerten mitverantwortlich. Zudem habe Goldman Sachs vor einer Unterschätzung der Risiken im Technologie-Segment gewarnt.

Europäische Werte uneinheitlich
 

Im ETF-Handel belegen Schröder zufolge MSCI EMU-ETFs (WKN A0REJN) den Spitzenrang in der Commerzbank-Statistik der meist gekauften Werte. DAX- (WKN 593393, ETFL01) und Euro Stoxx 50-Tracker würden hingegen gleichermaßen auf beiden Seiten gehandelt.

Auch Kilian spricht von insgesamt "viel Bewegung in beide Richtungen" hinsichtlich der Flows europäisch geprägter Aktien-ETFs. Während französische Bluechips im FTSE CAC (WKN A0HHFJ), deutsche Standardwerte im DAX sowie MDAX-ETFs (WKN 593392) in Summe in den Depots landeten, verabschiedeten sich Investoren zumeist von ihren italienischen Positionen. "Gewinnmitnahmen stehen im Vordergrund."

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Unentschieden auch bei US-Aktien

Deutlichen Zuspruch macht Kilian für Tracker des global aufgestellten MSCI World Index (WKN A0RPWH) aus. "Hier verbuchen wir sehr starke Käufe." Keine eindeutige Meinung scheinen Anleger mit Blick auf US-Aktien zu haben. Während die Kunden der UniCredit bei S&P 500-ETFs (WKN A0YEDG) auf Kosten von MSCI USA-Produkten tendenziell zugriffen, belegten S&P 500-Tracker den Spitzenrang in der Commerzbank-Verkaufsstatistik.

Asiatischen Aktien gefragt

Reges Interesse sieht Kilian für Firmen aus entwickelten asiatischen Ländern. Etwa würden MSCI Japan-Tracker (WKNs A0REJW, A0DPMW, DBX0NT) verschiedener Emittenten auf breiter Ebene gekauft.

Als nicht ganz alltäglich beschreibt der Händler das Interesse an australischen Aktien im MSCI Australia (WKN A0YJ80). "Auch hier stehen Zuflüsse im Vordergrund." Rege gehandelt und in Summe gekauft würden zudem Schwellenländer-Aktien etwa im MSCI Emerging Markets Index (WKNs A0HGWC, A111X9).

Anleger vertrauen auf europäische Langläufer

Bei Festverzinslichem bevorzugen ETF-Investoren nach Beobachtung von Kilian europäische Anleihen bonitätsstarker Länder mit Fälligkeiten zwischen zehn und 15 Jahren (WKN A0RNWA). Unternehmensanleihen mit und ohne Investment Grade kämen per Saldo aus den Depots raus.

ETFs bleiben auf Erfolgskurs

Nach schwächerem Zuspruch im April, verzeichnen in Europa beheimatete börsengehandelte Indexfonds im Mai nach Berechnungen von Morningstar übrigens einen soliden Absatz. Aktien ETFs sind demnach mit Nettomittelzuflüssen in Höhe von 7,15 Milliarden Euro die größten Profiteure gefolgt von Bond-Produkten, die nach Schätzungen des Analysehauses unterm Strich etwa 2,86 Milliarden Euro zugelegt hätten. Insgesamt erhöhte sich das in europäischen ETFs verwaltete Vermögen auf 610 Milliarden Euro, wie Morningstar berichtet.

Von: Iris Merker

13. Juni 2017, © Deutsche Börse AG

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