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18.02.2016 07:59:53
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Kolumne

Grüner Fisher: "Aus Risiken werden Chancen!"



Grüner weist einmal mehr auf die Vorzüge langfristiger Aktienanlage und Kosten von Timing hin.
18. Februar 2016. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Anleger stellen sich - nach dem schwachen Jahresstart - wieder einmal grundlegende Fragen: Sollte man jetzt überhaupt Aktien besitzen? Ist das aktuelle Kursniveau günstig oder gefährlich? Jetzt den Einstieg in die Aktienmärkte wagen oder doch lieber abwarten, bis sich die Wogen geglättet haben? Dabei werden oftmals diese Überlegungen auf die Frage "Aktien: Ja oder Nein?" reduziert.

Aus strategischer Sicht ist allerdings entscheidend, unter welchen Rahmenbedingungen investiert werden soll. Wie hoch ist die Renditeerwartung? Welcher Anlagehorizont steht zur Verfügung? Sind Entnahmen geplant und wie ist es um die Schwankungsverträglichkeit des Anlegers bestellt? Diese wirklich wichtigen Fragen verdeutlichen, dass für Aktieninvestitionen eine "Ja oder Nein"-Entscheidung nicht sinnvoll ist. Viel eher sollte man sich fragen: "Wie hoch sollte jeweils die Aktienquote meines Gesamtportfolios sein, um meine langfristigen Anlageziele erreichen zu können?"

Aktien sind wichtige Bausteine

Wie erkennt man aber den "richtigen" Zeitpunkt, um in die Aktienmärkte zu investieren? Der Markt sendet NIE sichere Signale, wenn der optimale Einstiegszeitpunkt gekommen ist. In Korrekturphasen herrscht IMMER die Angst vor weiteren Verlusten, in Aufwärtsphasen bremst die Höhenangst. Das übergeordnete Bild ist wichtig! Ist der Bullenmarkt intakt, so sprechen temporäre Rücksetzer für einen relativ "günstigen" Einstiegszeitpunkt - zumindest im kurzfristigen Bild. Mit wachsendem Anlagezeitraum verliert das Startniveau zudem immer mehr an Bedeutung: Entscheidend ist, dass man seine langfristigen Investitionspläne mit nachhaltigen und substanzstarken Werten umsetzt. Unternehmen mit starker und globaler Marktposition und nachhaltiger Dividende verfügen dabei über die notwendige Qualität, um vom weltweiten Wachstum profitieren zu können.

Einzelaktien sind dabei nur Bausteine. Das Gesamtportfolio muss fähig sein, die langfristigen Anlageziele zu erfüllen! Qualitätsaktien sind IMMER attraktiv. Derartige langfristige Renditechancen sucht man bei anderen Anlageklassen vergebens. Der Preis: Zeitweise erhöhte Volatilität. Woran scheitern aber viele Anleger? Die Mehrheit handelt zu oft rein emotional und versucht sich "über Aktien" an einer kurzfristigen Gewinnmaximierung. Dieses Prinzip geht aber selten auf!

Chance statt Risiko

Der MSCI World Index befindet sich heute rund 15 Prozent unter seinem Allzeithoch vom 21. Mai 2015. Der DAX hat seit seinem Rekord im April 2015 sogar zeitweise fast 30 Prozent verloren. Trotz starker Dividenden! Als Kursindex - ohne Dividenden gerechnet - befindet sich der DAX auf dem Niveau von 1998. Der EuroStoxx 50 notiert heute sogar wieder auf dem Niveau vom Oktober 2008, damals unmittelbar nach (!) der Lehman-Pleite. Gemäß vorangegangenen Überlegungen können langfristig orientierte Anleger also durchaus von einem wohl relativ guten Investitionszeitpunkt sprechen. Je nachhaltiger die Strategie, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, vermeintliche "Risiken" in Chancen umzuwandeln! Es bleibt dabei: Ein globales Aktienportfolio eröffnet hervorragende Chancen auf nachhaltigen Vermögenszuwachs!

Fazit

Aktienmärkte haben zwei Gesichter. Auf der einen Seite die überlegene langfristige Rendite, auf der anderen Seite die erhöhte Volatilität. Anleger sollten sich dabei nicht an einer kurzfristigen Gewinnmaximierung versuchen. Ein großer Teil des schlechten "Aktien-Image" in Deutschland geht auf das Konto dieser subjektiv gescheiterten Timing-Versuche. Kaufen in der Gier, verkaufen in der Angst. Kein gutes Konzept! Entgehen Sie dieser Falle, verwandeln Sie die heutigen Risiken in Ihre langfristigen Chancen!

von: Thomas Grüner, Grüner Fisher
© 18. Februar 2016 - Grüner Fisher Investments

Über den Autor

Thomas Grüner ist Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren „Forbes“-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen „Forbes“-Rangliste Platz 225. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 60 Milliarden US-Dollar.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der Redaktion von boerse-frankfurt.de. Sein Inhalt ist die alleinige Verantwortung des Autors.

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