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05.07.2018 08:20:53
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Kolumne

Grüner Fisher: "Bärenmarkt? Jetzt noch nicht!"



Grüner fragt sich, ob die Angst der Anleger vor einem baldigen Bärenmarkt berechtigt ist, und prüft die aktuelle Situation auf typische Ursachen.
5. Juli 2018. FRANKFURT (Grüner Fisher). Die Furcht der Anleger vor dem nächsten Bärenmarkt ist weitreichend. Allzu präsent sind die Erinnerungen an die Weltwirtschaftskrise rund um das Jahr 2008, als die Aktienmärkte teilweise mit über 50 Prozent Abschlag zum vorangegangenen Hochpunkt gehandelt wurden. Nach über neun Jahren im intakten Bullenmarkt drängt sich für viele Anleger die Frage auf, wann der nächste schmerzhafte Crash zu erwarten ist? Ist der Beginn des nächsten Bärenmarkts nur noch eine Frage der Zeit?

Selbstverständlich, denn auf jede Hausse folgt eine Baisse. Da exaktes Timing allerdings unmöglich ist, zählt für Anleger vor allem eine faktenbasierte Standortbestimmung. Keine leichte Aufgabe in "unruhigen" Zeiten wie diesen, der Markt wird es Ihnen jedoch niemals einfach machen. Negative Einflussfaktoren sind permanente Begleiter einer jeden Aufwärtsphase. Es gilt, sie auf ihr tatsächliches Bärenmarkt-Potential zu untersuchen.

Wie entsteht ein Bärenmarkt?

Euphorie: Wenn die Realität mit der Erwartungshaltung nicht mehr Schritt halten kann, tritt der Bärenmarkt ein. Euphorische Anleger machen sich keine Gedanken mehr über hohe KGVs und schlechte Nachrichten, sondern haben eigentlich nur noch Angst davor, zu spät in den Markt einzusteigen und damit hohe Gewinne zu verpassen. Mit dieser überzogenen Erwartungshaltung kann ein sprunghafter Anstieg der Börsengänge mit sinkender Qualität verbunden sein. Aktuell sind noch keine Anzeichen einer derartigen Euphorie zu beobachten - sehr vorsichtiger Optimismus trifft es wohl eher.



Inverse Zinsstrukturkurven: Notenbanken beeinflussen die Zinsstrukturkurve am kurzen Ende, am langen Ende spielen Inflationserwartungen eine große Rolle. Wird die Zinsstrukturkurve invers, ist die Kreditvergabe für die Banken nicht mehr attraktiv und es kann zu Liquiditätsengpässen kommen. Aktuell zeigt die Zinsstrukturkurve in Europa eine gesunde Steigung, in den USA ist sie etwas abgeflacht. Inverse Strukturen sind jedoch nur dann zu befürchten, wenn die Fed das Tempo ihrer Zinserhöhungen drastisch anzieht - was nicht zu erwarten ist. Dennoch zählt fehlgeleitete Geld- und Fiskalpolitik ebenfalls zu den häufigen Ursachen für den Eintritt eines Bärenmarkts, weshalb die Zinsstrukturkurven stets kritisch überprüft werden müssen.

Rezession: Aufgrund der rückwärts gerichteten BIP-Berechnung ist eine Rezession mehr eine Ausprägung in der Abwärtsphase als ein Indikator für einen einsetzenden Bärenmarkt, dennoch ist die Betrachtung der konjunkturellen Lage natürlich essentiell. Aktuell erwartet der IWF für 2018 ein globales BIP-Wachstum von fast 4 Prozent. Um diese positive Entwicklung ins Gegenteil zu drehen, sind also abrupte BIP-Rückgänge in der Größenordnung von über 3 Billionen US-Dollar notwendig - die wilden Diskussionen um vergleichbar geringfügige Strafzölle erscheinen in diesem Zusammenhang in einem ganz anderen Licht.

Fazit

"Jetzt noch nicht!" Kennen Sie dieses berühmte Film-Zitat aus "Gladiator"? Der Held der Geschichte wird seine Familie erst dann wiedersehen, wenn er stirbt - sein Freund versichert ihm, dass diese Zeit noch nicht gekommen ist. Übertragen Sie dieses Bild auf den aktuellen Bullenmarkt: Irgendwann wird er mit Sicherheit sterben - sobald die Zeit eben reif ist. Crash-Propheten brauchen in der aktuellen Phase Durchhalteparolen: Die typischen Bärenmarkt-Ursachen sind noch nicht erkennbar oder zu wenig ausgereift. Der Markt hat weiterhin beste Chancen, positiv zu überraschen. Dynamische Renditen sind vor allem dann möglich, wenn die Mehrheit der Anleger ihre Erwartungshaltung nach unten korrigiert hat. Das sollte jetzt der Fall sein!

von Thomas Grüner
5. Juli 2018 © Grüner Fisher

Über den Autor

Thomas Grüner ist Gründer und Vice Chairman der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren „Forbes“-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen „Forbes“-Rangliste Platz 211. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 65 Milliarden US-Dollar.

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