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Kolumne

Grüner Fisher: "Bitcoins - zerplatzte Träume"



Grüner überlegt, ob eine Parallele von der jetzigen Aktienhausse zur Bitcoin-Blase zu ziehen ist.
30. November 2018. FRANKFURT (Grüner Fisher). Im Börsenjahr 2017 war es für Bitcoins ein Leichtes, die Schlagzeilen der Finanzmedien zu beherrschen. Die moderate Entwicklung an den Aktienmärkten sorgte nicht gerade für Begeisterungsstürme, Kryptowährungen wurden dagegen heiß gehandelt. Extreme Renditen, keine besonderen Marktkenntnisse erforderlich - die Story vom schnellen Reichtum erschuf ein Umfeld voller Euphorie. Und wenn Anleger gierig werden, lässt das Angebot an den Märkten nicht lange auf sich warten: Mittlerweile existieren über 2.000 verschiedene Kryptowährungen.

Spätestens im Jahresverlauf 2018 wurde dann aber deutlich, dass Bitcoins über die Anatomie einer typischen Spekulationsblase verfügen. Anleger wurden anfangs von einem wahren Hype gepackt, getragen von der Überzeugung, dass wir uns in einer neuen Zeitrechnung befinden. Astronomische Kursziele wurden ausgerufen, Kursrücksetzer als einmalige Nachkaufgelegenheit wahrgenommen.

Auf den kometenhaften Aufstieg folgt bei einer Spekulationsblase irgendwann die Ernüchterung, sobald die Erwartungshaltung von der Realität wieder eingeholt wird. Einst euphorische Anleger stellen sich nachdenkliche Fragen. Sind Kryptowährungen wirklich die Zukunft? Oder noch schlimmer: Selbst wenn sich digitale Währungen durchsetzen, sind es dann überhaupt die Bitcoins, die am Ende profitieren? Sind "neuere" Kryptowährungen nicht besser, effizienter, einfacher reproduzierbar? Leider gerät die faktenbasierte Analyse erst in den Fokus, nachdem kräftige Kursrückgänge Anleger zum rationalen Umdenken gezwungen haben. Im Rückspiegel wird dann oft klar, was in der euphorischen Phase wie vernebelt erschien: Bitcoins sind ein Spekulationsobjekt mit hohem Verlustpotential.



Immerhin lehrreich

Als Vermögensverwalter mit dem Fokus auf nachhaltig erfolgreiche Anlagestrategien sind wir dem Bitcoin-Hype natürlich stets kritisch begegnet. Niemals aber missbilligend, denn Spekulationsblasen sind immer eine lehrreiche Erfahrung, für Investoren und Marktbeobachter gleichermaßen. Der schnelle Aufstieg und Fall der Kryptowährungen hat uns einmal mehr eindrucksvoll vor Augen geführt, wie eine echte Euphorie abläuft. Eine wertvolle Erkenntnis besteht darin, dass der im Aktienmarkt zu beobachtende Optimismus noch weit entfernt von einer gefährlichen Euphorie ist.

Für Anleger ist es ein stückweit zur Selbstverständlichkeit geworden, die Aktienanlage in ihre Vermögensplanung einzubeziehen. Sie sind jedoch meilenweit davon entfernt, Risiken zu ignorieren und nichts mehr zu hinterfragen. Im Gegenteil: Es wird alles bis ins letzte Detail hinterfragt. Welche negativen Auswirkungen könnten weitere Strafzölle haben? Wie sieht der Fahrplan der Notenbanken aus, welche Zinsschritte sind zu erwarten und welche Risiken werden dadurch entstehen? Ist die konjunkturelle Lage noch robust oder droht eine Rezession? Insbesondere in Europa ist die Stimmungslage eher düster, angesichts der Querelen um Italien, politischer Führungslosigkeit in zahlreichen Ländern und natürlich dem "drohenden" Brexit-Entscheid. Bis zur "ich muss schnell Aktien kaufen, bevor sie alle weg sind"-Mentalität ist der Weg noch extrem weit.

Fazit

Die herben Bitcoin-Kursverluste in 2018 dürften keinen Anleger wirklich überraschen, der dieser Story schon von Beginn an mit einer gesunden Portion Rationalität begegnet ist. Im Rückspiegel ist es immer furchtbar einfach, zwischen einer Spekulationsblase und nachhaltigen Investments zu unterscheiden - inmitten der heißen und emotionalen Hype-Phase aber leider nicht. Für den Lerneffekt ist es aber nie zu spät - Kryptowährungen werden sicher nicht das letzte Phänomen dieser Art bleiben.

von Thomas Grüner
29. November 2018 © Grüner Fisher

Über den Autor

Über den Autor

Thomas Grüner ist Gründer und Vice Chairman der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren „Forbes“-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen „Forbes“-Rangliste Platz 211. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 65 Milliarden US-Dollar.

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