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Kolumne

Grüner Fisher: "Das US-Geschäft brummt"



Grüner fragt, wie gefährdet der seit zehn Jahren anhaltende Aufschwung in den USA noch andauern kann und bezieht sich dabei vor allem auf die Entwicklung der US-amerikanischen Unternehmensgewinne.
1. März 2018. FRANKFURT (Grüner Fisher). Je volatiler die Aktienmärkte, desto negativer die Schlagzeilen - dieser Zusammenhang wurde im Rahmen der jüngsten Korrektur wieder einmal bestätigt. Gerade in diesen unruhigen Phasen ist es wichtig, den Blick auf fundamentale Treiber des Bullenmarkts zu richten: Wirtschafts- und Gewinnwachstum.

Für die Entwicklung der globalen Märkte ist die Situation der US-Unternehmen ein bedeutender Faktor. Die Zahlen für den abgelaufenen Berichtszeitraum sprechen dabei eine sehr positive Sprache. Mittlerweile haben rund 90 Prozent der S&P 500-Unternehmen ihre Quartalszahlen veröffentlicht, auf Jahressicht sind die Unternehmensgewinne im vierten Quartal 2017 um bemerkenswerte 14,8 Prozent angestiegen. Dabei konnten 74 Prozent der Unternehmen die Schätzungen der Analysten übertreffen - die höchste Quote seit zehn Jahren. Selbstverständlich gleicht die Analyse der Quartalszahlen einem Blick in den Rückspiegel, doch auch die in die Zukunft ausgerichteten Indikatoren deuten auf fortgeführtes Wachstum hin. Aus fundamentalen Gesichtspunkten ist die Entwicklung in den USA weiterhin nahezu idealtypisch.

US-Wachstum auf breiter Ebene

Auf Sektorenebene wird das sehr gute Ergebnis natürlich durch einige Ausreißer beflügelt. Beispielsweise vermeldet der Energiesektor auf Jahressicht ein Gewinnwachstum von 106 Prozent! Als Berechnungsgrundlage dient allerdings auch das Schlussquartal 2016, als die Datenbasis durch die Nachwirkungen des Ölpreisverfalls stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Dennoch ist die positive Entwicklung auch auf breiter Ebene zu beobachten: Um den Energiesektor bereinigt beträgt das Gewinnwachstum immer noch 12,8 Prozent auf Jahressicht.



Abgesehen davon ist vor allem auch die dynamische Entwicklung im Bereich der Umsatzerlöse bemerkenswert: 8,3 Prozent auf Jahressicht. Eine hohe weltweite Nachfrage nach produzierten Gütern und Dienstleistungen treibt die Gewinne sowohl in den USA als auch in anderen Industrieländern an. Es ist nicht zwingend notwendig für einen intakten Bullenmarkt, dass das Wirtschaftswachstum in der Welt "synchron" verläuft, dennoch sorgt diese Tatsache für einen breit angelegten Rückenwind.

Auch die zukunftsorientierten US-Indikatoren zeichnen ein freundliches Bild. Der Leading Economic Index (LEI), eine Kombination aus zehn zukunftsorientierten Indikatoren, ist im Januar 2018 erneut um 1,0 Prozent angestiegen. Die Unternehmensgewinne sind nicht unbedingt an diese Entwicklung gekoppelt, dennoch verdeutlicht der LEI die gesunde Wirtschaftslage.

Kann die Realität mithalten?

Werden die Erwartungen in diesem Umfeld nicht irgendwann zu hoch und die Gefahr einer herben Enttäuschung steigt? In der Tat haben sich die Analysten von der aktuellen Korrektur nicht großartig verunsichern lassen, während in den vergangenen Jahren eine Korrekturbewegung an den Märkten fast unmittelbar zu einer Eintrübung der Gewinnschätzungen geführt hat. Hier scheint sich mittlerweile eine gewisse Konstanz einzustellen - ein Hinweis darauf, dass Analysten mehr und mehr rational agieren. Wichtig: Es sind noch keinerlei euphorische Tendenzen in Form von extrem hohen Gewinnannahmen zu beobachten.

Fazit

Die fundamentalen Rahmenbedingungen sind weiterhin durchweg positiv. Mit nachhaltig steigenden Unternehmensgewinnen wird sich mehr Optimismus einstellen und auch die Erwartungshaltung sukzessive erhöhen. Gefahr droht allerdings erst dann, wenn die Realität praktisch keine Chance mehr hat, mit den extremen Erwartungen der Marktteilnehmer Schritt zu halten - davon sind wir in der aktuellen Phase noch weit entfernt.

1. März 2018, © Grüner Fisher

Über den Autor

Thomas Grüner ist Gründer und Chief Investment Officer von der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren „Forbes“-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen „Forbes“-Rangliste Platz 211. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 65 Milliarden US-Dollar.

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