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16.06.2017 08:46:19
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Kolumne

Grüner Fisher: "Immer nur Verluste"



Thomas Grüpner versucht mit dem Vorurteil aufzuräumen, dass man an der Börse keine Gewinne machen könne. Viele Anleger verdienten aber tatsächlich nichts, weil sie zu viele Fehler machen würden.
16. Juni 2017. FRANKFURT (Grüner Fischer). Börse ist Geld verschwenden. Wieso hält sich dieser Unsinn bei uns in Deutschland eigentlich derart hartnäckig? Auf globaler Ebene erreichen die Aktienmärkte seit vielen Jahrzehnten eine jährliche Durchschnittsrendite von über 8 Prozent. An den Märkten selbst kann es also nicht liegen. Ein Mindestmaß an Risikodiversifikation sei hierbei vorausgesetzt. Wer vor knapp 20 Jahren massiv auf substanzlose Tech-Aktien gesetzt hat oder Ende der Achtziger sein gesamtes Geld in den Nikkei investierte, der dürfte tatsächlich eine andere Wahrnehmung haben.

Misserfolg ist fast immer hausgemacht

Der Hauptgrund für langfristigen Misserfolg an den Börsen ist das Fehlverhalten der Anleger selbst. In der Tat kann jede Menge schief laufen, wenn Emotionen im Spiel sind. Am Boden einer Korrektur oder eines Bärenmarkts ist die Stimmung am schlechtesten, entsprechend hoch ist die Versuchung, einen Schlussstrich unter das "fehlgeschlagene" Investment zu setzen. Gerne spricht man dann davon, dass der Markt "verliert". Überblickt man heute die Märkte, so wimmelt es allerdings von Allzeithochs. Was hat der Markt in der Summe denn verloren? Nichts! Anleger dagegen verlieren sehr wohl, wenn sie statt "Buy low, Sell high" das glatte Gegenteil praktizieren. Wer nicht nur unten aussteigt, sondern auch einen großen Teil der übergeordneten Aufwärtsbewegungen mangels benötigtem Sicherheitsgefühl nicht ausnutzt, befindet sich in einem ausweglosen Dilemma.

Wer ist schuld?

Der Mythos, dass an der Börse nichts zu holen ist, hält sich also aus einem sehr einfachen Grund: Viele Anleger verdienen tatsächlich nichts, weil sie zu viele Fehler machen. Sie verlieren sich in einem komplexen Gesamtbild aus überhöhter Aktivität und fehlgeschlagenen Timing-Versuchen. Dennoch hätten sie furchtbar gerne eine einfache Erklärung für diese komplexe Misere. Diese ist auch schnell gefunden: Die "Großen" sind schuld! Böse Hedgefonds und Banken, die Kleinanleger in die Falle locken und abkassieren. Reiche Anleger verfügen sowieso über Vorteile bei der Aktienanlage. Kein Wunder also, dass man als Kleinanleger auf der Spielwiese der Großen nichts zu melden hat.



Wirklich? "Große und böse" Marktteilnehmer wie die Deutsche Bank ruinieren sich beinahe selbst. Lehman ist pleite. Goldman Sachs notierte in der Finanzkrise fast 80 Prozent tiefer. Zahlreiche Hedgefonds setzen Milliarden in den Sand und leben mehr von ihrem eigenen Mythos. Würden Sie als Privatinvestor gerne eine ähnliche Bilanz aufweisen? Sie können das viel besser.

Ein wenig mehr wie Warren Buffett

Was macht der legendäre Anleger Warren Buffett anders als die Anleger, die an der Börse nichts verdienen? Er selbst nennt seine Grundprinzipien "einfach". So einfach, dass er in weniger erfolgreichen Zwischenphasen regelmäßig von den Medien angegangen wird. Aber er ist eben ein Meister der Fehlervermeidung - und ein Vorbild für viele Anleger, die den "Glauben" an erfolgreiche Investitionen zu verlieren drohen. Aktuell verkündet übrigens eine Goldman Sachs-Studie, dass seine Value-Strategie in einer tiefen Krise steckt. Kurios, denn Buffett hatte die Investmentbank mit großen Investitionen in der Finanzkrise buchstäblich vor dem Exodus gerettet. Welche Ironie.

Fazit

An den Börsen verdient man kein Geld? Glauben Sie nicht an diesen falschen Mythos. Es fällt vielen Anlegern nur extrem schwer. Sie können sich das Leben jedoch leichter machen, wenn Sie sich an erfolgreichen Investoren orientieren, anstatt der wilden Diskussion um gefährliche Aktienmärkte zu folgen.

Die Kapitalmarktprognose für 2017 von Grüner Fisher Investments können Sie unter www.gruener-fisher.de kostenlos anfordern.

16. Juni 2017, © Grüner Fisher

Über den Autor

Thomas Grüner ist Gründer und Chief Investment Officer von der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren „Forbes“-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen „Forbes“-Rangliste Platz 211. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 65 Milliarden US-Dollar.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der Redaktion von boerse-frankfurt.de. Sein Inhalt ist die alleinige Verantwortung des Autors.

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