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07.03.2019 11:14:20
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Kolumne

Grüner Fisher: "Keine Angst vor den Gewinnprognosen"



Grüner nimmt sich die nachlassenden Gewinnerwartungen der Unternehmen vor und versucht eine Einordnung des Konjunkturzyklus.
7. März 2019. FRANKFURT (Grüner Fisher). Obwohl sich die Aktienmärkte im bisherigen Jahresverlauf sehr dynamisch gezeigt haben, entdecken Marktkommentatoren immer neue Einflussfaktoren, die auf eine negative Entwicklung in der nahen Zukunft hindeuten könnten. Aktuelle Diskussionen drehen sich um eine mögliche "Gewinnrezession", ein wohlbekanntes Sorgenkind der letzten Jahre. Nicht wenige Analysten prognostizieren sinkende Gewinne in der ersten Jahreshälfte 2019 und negative Vorzeichen für das gesamte Jahr. Aus unserer Sicht entstehen dadurch falsche Ängste: Aktienmärkte können problemlos auch mit "schwächeren" Berichtszeiträumen umgehen.

Unerkannte Schwäche? Im Gegenteil!

Die Berichtssaison für das vierte Quartal 2018 neigt sich dem Ende zu und die Zahlen der S&P 500-Unternehmen können sich sehen lassen: 13,1 Prozent Gewinnwachstum auf Jahressicht. Positive Nachrichten, die allerdings keinerlei Jubelstürme bei Marktkommentatoren hervorgerufen haben. Viele berufen sich auf die Einmal-Effekte der US-Steuerreform und äußern die Sorge, dass sich die fundamentale Schwäche dadurch unerkannt verstärken könnte.

Auf der einen Seite sollte man den Rückenwind durch die US-Steuerreform natürlich als nicht beliebig reproduzierbaren Effekt anerkennen. Auf der anderen Seite wäre es ein Fehler, die starken Zahlen einzig und allein auf den Steuereffekt zu schieben. US-Unternehmen stützten sich in 2018 auf ein Umsatzwachstum von 6,6 Prozent - nicht beeinflusst durch die Steuerreform und dadurch eher ein Zeichen unerkannter Stärke.



Konsolidierung 2019

Wohlwissend um den Wegfall des steuerlichen Rückenwinds fallen die Gewinnerwartungen für 2019 niedriger aus. In den letzten Wochen ist die Stimmung nochmals pessimistischer geworden, jeder einzelne gesenkte Unternehmensausblick scheint die These zu bestätigen, dass der Handelskonflikt und das nachlassende Wirtschaftswachstum unweigerlich eine "Gewinnrezession" auf voller Breite heraufbeschwören.

Sinkende Gewinne - das klingt nach einem echten Albtraum für die Aktienmärkte. Die Unternehmen selbst tendieren dazu, die Erwartungshaltung der Analysten zu dämpfen, unabhängig von der Wirtschaftslage. Um sich selbst ins beste Licht zu rücken, war es für die Unternehmenslenker schon immer ein probates Mittel, die Erwartungshaltung niedrig zu positionieren und dann positiv zu überraschen. Zum anderen ist es normal, dass die Konsens-Schätzungen im direkten Vorfeld der Berichtszeitpunkte leicht nach unten gehen - und die Mehrheit der Unternehmen es schafft, den Konsens zu schlagen. Dieses typische Spiel war im laufenden Bullenmarkt schon mehrfach zu beobachten. Ein holpriges Quartal besitzt eine geringe Aussagekraft - der globale Bullenmarkt ist widerstandsfähig genug, um auch längere Perioden mit nachlassenden Gewinnen ohne bleibende Schäden zu überstehen. Zuletzt wurde die "Gewinnrezession" in den Jahren 2015 und 2016 thematisiert, als die kollabierenden Energiepreise die Berichtssaison ordentlich verhagelten.

Fazit

Nachlassende Gewinne deuten nicht automatisch auf verringerte Renditen am Aktienmarkt hin - sie sind ein normaler Bestandteil des Bullenmarktzyklus. Die jährliche Betrachtung bringt natürlicherweise Phasen mit hoher Dynamik mit sich (zu Beginn einer Expansion oder nach temporären Schwächephasen) und ebenso "enttäuschende" Phasen, wenn das Niveau der vorangegangenen zwölf Monate schwer zu knacken ist. Die gute Nachricht für Aktienanleger: Im reifen Bullenmarkt sind bahnbrechende Gewinnsteigerungen auch gar nicht nötig. Befeuert wird der Markt von den Anlegern, die bereit sind, für die erzielten Gewinne "mehr" zu bezahlen.

von Thomas Grüner
7. März 2019 © Grüner Fisher

Über den Autor

Thomas Grüner ist Gründer und Vice Chairman der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren „Forbes“-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen „Forbes“-Rangliste Platz 211. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 65 Milliarden US-Dollar.

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