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10.03.2016 08:24:36
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Kolumne

Grüner Fisher: "Man muss manchmal gegen den Strom schwimmen!"



Grüner führt vor Augen, wie wichtig eine eigene Meinung und Objektivität sind.
10. März 2016. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Der globale Bullenmarkt hat in dieser Börsenwoche sein siebtes Jahr vollendet. Das Zwischenergebnis diverser Aktienindizes von weltweiter Bedeutung kann sich sehen lassen: MSCI World Index +131 Prozent, S&P 500 +192 Prozent, DAX +162 Prozent. MDAX und Nasdaq 100 bewegen sich jenseits von +300 Prozent, der Euro Stoxx 50 rangiert eher am unteren Ende bei +66 Prozent. Ob in US-Dollar oder in Euro, ob mit oder ohne Dividenden - diese Zahlen dürften die Erwartungen eines realistisch denkenden Anlegers problemlos erfüllen.

Wie immer hat die Sache aber einen Haken. Verschiedene Bedingungen müssen erfüllt sein, um diese angebotenen Renditen in die Realität umzusetzen. Sie müssen investieren oder investiert bleiben, inmitten der allgemeinen Weltuntergangsstimmung im März 2009. Und Sie müssen Ihrer Strategie sieben Jahre lang treu bleiben, über alle Krisen und regionale Bärenmärkte hinweg. Eine simple "Buy and Hold"-Strategie erweist sich in der Rückbetrachtung als Erfolgsrezept. Diverse Absicherungsversuche gingen fast immer schief. Trends zu identifizieren und investiert zu bleiben ist der Weg zum Erfolg.

Der oft zitierte kühle Kopf

Emotionen ausblenden, langfristige Ziele niemals aus den Augen verlieren. Je skeptischer das Umfeld, desto schwieriger diese Aufgabe. Auch nach sieben erfolgreichen Jahren ist die "schlechte Stimmung" immer noch allgegenwärtig. In der aktuellen Phase ist es schwerer denn je, emotionslos und objektiv zu bleiben.

Man stelle sich eine emotionslose Berichterstattung vor. Objektive Medien, die die Marktstimmung nur wiedergeben, statt sie zu beeinflussen. Stattdessen erleben wir täglich emotionsgeladene politische Debatten, wütende gesellschaftliche Diskussionen und eine exponentielle Verbreitung subjektiver Marktmeinungen über das Internet. Nachrichten werden immer schneller getaktet, für eine sachliche Reflektion bleibt wenig Zeit. Artikel werden ohne Überprüfung der Quelle dupliziert und verbreitet.

Vergessen Sie Meinungen - achten Sie auf die Fakten!

Subjektive Meinungen mutieren zu vermeintlichen Fakten - ein gefährliches Spiel für Anleger. Eine falsche Marktmeinung, die man fünf Mal hintereinander hört, wird dadurch nicht richtiger. Die vermeintliche "Schwarmintelligenz" existiert nicht, wenn es um Kapitalmärkte geht. Im Gegenteil: Die Historie beweist, dass der Marktkonsens nur in den seltensten Fällen richtig liegt. Wer seine Investitionsentscheidungen auf subjektive Meinungen stützt, die durch Massenverbreitung lediglich das persönliche Sicherheitsgefühl steigern, wird den langfristigen Anlageerfolg am Aktienmarkt nicht realisieren können.

Qualität hilft

Achten Sie auf absolute Qualität in Ihrem Portfolio. Qualitätsaktien sind in der Lage, auf lange Sicht auch kritische Phasen zu überstehen. Dabei ist auf die Definition von "Qualität" zu achten. Ist das, was in den letzten Monaten schlecht gelaufen ist, prinzipiell minderwertig? Haben die Gewinner der letzten Monate das Prädikat "qualitativ hochwertig" wirklich verdient? Keineswegs! Nachhaltige Qualität erkennen Sie nicht in kurzfristigen Zeiträumen! Das Bevorzugen von "Modeaktien" und das Verkaufen von Aktien, die gerade "out" sind, gehört zu den größten Fehlern!

Fazit

Sieben Jahre im globalen Bullenmarkt und kein Optimismus weit und breit. Regionale Bärenmärkte verschrecken die Anleger. Ein gutes Zeichen! Auf die Gewinnerseite können Sie wechseln, wenn Sie auf die langfristige Qualität ausgewählter Unternehmen vertrauen und sich - trotz medialer Reizüberflutung - nicht von einem möglichst objektiven und faktenbasierten Anlagestil abbringen lassen.

von: Thomas Grüner, Grüner Fisher
© 10. März 2016 - Grüner Fisher Investments

Über den Autor

Thomas Grüner ist Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren „Forbes“-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen „Forbes“-Rangliste Platz 225. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 60 Milliarden US-Dollar.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der Redaktion von boerse-frankfurt.de. Sein Inhalt ist die alleinige Verantwortung des Autors.

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