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11.04.2019 08:06:17
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Kolumne

Grüner Fisher: "Marktstimmung - damals und heute"



Grüner stellt einen Vergleich zwischen dem damaligen und heutigen Bullenmarkt auf.
11. April 2019. FRANKFURT (Grüner Fisher). Am 24. März 2000 erreichte der Bullenmarkt der 90er Jahre seinen finalen Hochpunkt. Mit dem Platzen der Technologie-Blase folgte ein schmerzhafter, mehr als zwei Jahre andauernder Bärenmarkt. Der nachfolgenden Aufwärtsphase war es nicht vergönnt, über viele Jahre hinweg die Stimmungskurve zu erklimmen und erneut in Euphorie unterzugehen - im Jahr 2008 wurden die Märkte von einem Keulenschlag erfasst, der das globale Wachstum abrupt beendete.

Auf diese zwei Arten enden Bullenmärkte: Wenn die Realität nicht mehr mit der Erwartungshaltung mithalten kann oder wenn ein unvorhergesehenes Negativereignis das globale BIP schlagartig um mehrere Billionen US-Dollar erleichtert. Der laufende Bullenmarkt schlägt in Bezug auf die zeitliche Länge mittlerweile alle Rekorde. Welches Schicksal wird ihm eines Tages drohen und in welcher Form?

Interessante Marktstimmung

Trotz einigen konjunkturellen Hürden erwartet der IWF für das Jahr 2019 ein globales BIP-Wachstum von 3,3 Prozent. Ein Keulenschlag, der die Weltwirtschaft schlagartig in die Rezession führt, müsste also das globale BIP um rund 3 Billionen US-Dollar erleichtern. Der vielzitierte Handelskonflikt zwischen China und den USA verfügt nicht mal ansatzweise über dieses Potential. Im Jahr 2019 sind zudem weder radikale Kurswechsel der Notenbanken noch extreme legislative Risiken vorhanden, das dritte Jahr im US-Präsidentschaftszyklus sorgt für beste Voraussetzungen. Fast 20 Jahre nach der letzten Phase wahrhaftiger Euphorie lohnt es sich also, die Marktstimmung etwas genauer zu betrachten.



Wie misst man das Sentiment?

Sicherlich ist es keine exakte Wissenschaft, zugehörige Umfragen sind in ihrer Aussagekraft für die zukünftige Entwicklung der Märkte begrenzt. Auch das KGV lässt als Prognose-Tool für die nahe Zukunft zu wünschen übrig: Billige Aktien können noch billiger werden, teure Aktien noch teurer. Immerhin gibt es Aufschluss darüber, wie viel Anleger bereit sind, für zukünftige Gewinne zu bezahlen. Extreme Bewegungen geben zudem Hinweise auf eine mögliche Euphorie: Von 1996 bis zur finalen Bullenphase im Jahr 2000 verdreifachte sich das KGV des marktbreiten S&P 500. Im Gegensatz dazu ist die heutige KGV-Entwicklung sehr moderat, durchschnittlich in jeglicher Hinsicht. Auf der Stimmungskurve hinkt der laufende Bullenmarkt seinem Vorgänger aus den 90er Jahren trotz seines beachtlichen Alters um Längen hinterher.

Schlagzeilen - damals und heute

Ebenfalls ein guter Indikator für die Marktstimmung ist die Erwartungshaltung der Analysten und großen Bankhäuser sowie die Haltung der Medien. Mit dem heutigen Wissen erscheint es absurd, welche Schlagzeilen in der finalen Phase des Bullenmarkts im Jahr 2000 vorherrschten: Es wurde nicht weniger als eine neue Zeitrechnung ausgerufen. Keine kritischen Fragen stellen, schnell die angesagtesten Neuemissionen kaufen. Im direkten Vergleich mit dem aktuellen Bullenmarkt werden die Unterschiede offensichtlich. Heutige Schlagzeilen stellen vorwiegend quälende Fragen. Einmal querlesen genügt und schon ist einem die Lust an Aktieninvestitionen vergangen. Herrliche Skepsis!

Fazit

Wenn sich die Schlagzeilen an den neuesten Rezessions-Indikatoren ergötzen, sollten Sie Ruhe bewahren. Der reife Bullenmarkt ist noch sehr weit von einer Euphorie wie vor 19 Jahren entfernt. Stimmungstechnisch hat dieser Bullenmarkt noch ordentlich Luft nach oben. Erst wenn quartalsweise 20 Prozent Zuwachs nicht mehr gut genug sind und nur noch Ängste dominieren, die höchstmögliche Rendite zu verpassen - genau dann sollten Sie sich wirklich Sorgen machen.

von Thomas Grüner
11. April 2019 © Grüner Fisher

Über den Autor

Thomas Grüner ist Gründer und Vice Chairman der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren "Forbes"-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen "Forbes"-Rangliste Platz 211. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 65 Milliarden US-Dollar.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der Redaktion von boerse-frankfurt.de. Sein Inhalt ist die alleinige Verantwortung des Autors.

Über den Autor

Thomas Grüner ist Gründer und Vice Chairman der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren „Forbes“-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen „Forbes“-Rangliste Platz 211. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 65 Milliarden US-Dollar.

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