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14.06.2018 09:35:06
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Kolumne

Grüner Fisher: "Robuste Märkte, fragile Stimmung"



Trotz der Verschärfung der Konflikte in der internationalen Handelspolitik ist Grüner weiter von der Robustheit des Bullenmarkts überzeugt, warnt aber vor gesteigerter Volatilität und vor allem vor deren Fehlinterpretation.
14. Juni 2018. FRANKFURT (Grüner Fisher). Die Fronten im vielzitierten "Handelskrieg" bleiben verhärtet. In den vergangene Tagen und Wochen mussten Anleger wieder eine Vielzahl angedrohter Strafzölle, Gegenmaßnahmen und sonstigen unheilvollen Ankündigungen ertragen. Die Medien sind sich mittlerweile einig, dass der Begriff "Handelskrieg" aufgrund des globalen Konfliktpotentials vollauf gerechtfertigt ist. Die Warnung der World Bank, dass eine Eskalation der Situation negative Folgen wie zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise heraufbeschwören könnte, bestätigt Kritiker und stimmt neutrale Beobachter nachdenklich. Das Sentiment muss auch nach neun Jahren im intakten Bullenmarkt immer wieder deutliche Rückschläge hinnehmen. Wie lange hält der Bullenmarkt das noch durch?

Robuster als man denkt

Um die fundamental positiven Rahmenbedingungen aus den Angeln zu heben, ist ein negativer Keulenschlag in der Größenordnung von mehreren Billionen US-Dollar nötig. Auch wenn mittlerweile Europa dem politischen Hahnenkampf beigetreten ist: Aus unserer Sicht ist selbst ein ausgewachsener Handelskrieg nicht durchschlagskräftig genug, um den laufenden Bullenmarkt aus der Bahn zu werfen. Somit ist das politisch geprägte Durcheinander aus Strafzöllen, Gegenmaßnahmen und sonstigen Drohungen vor allem mit Auswirkungen auf die Marktstimmung verbunden. Von gefährlicher Euphorie ist und bleibt damit weit und breit nichts zu sehen.

Zäh wie Kaugummi

Italien, Angst vor der Zinswende, Inflation, der drohende Handelskrieg - angesichts dieser zahlreichen Unsicherheitsfaktoren schreitet der Optimismus weiterhin nur schleppend voran. Dabei ist es im laufenden Bullenmarkt nicht neu, dass sich die Stimmungskurve der Anleger im Schneckentempo entwickelt und immer wieder herbe Rückschläge verkraften muss. Bullenmärkte starten in Pessimismus, wachsen in Skepsis, reifen in Optimismus und sterben in Euphorie - soweit die von Sir John Templeton vorgegebene "Marschroute" für den Bullenmarktzyklus. Seit 2009 hat sich dieser Stimmungswandel stets mit einer erstaunlichen Trägheit entwickelt. Neun Jahre im globalen Bullenmarkt und - ich wiederhole mich an dieser Stelle gerne - immer noch keine Euphorie zu sehen!



Gegen Volatilität gewappnet sein

Ein typisches Phänomen in reifen Bullenmärkten ist eine gesteigerte Volatilität. Korrekturen - auch heftiger Natur - sind geradezu typisch für reife Bullenmärkte. Deshalb ist es für Anleger in der aktuellen Marktphase extrem wichtig, Schwankungen richtig einzuordnen, sowohl auf der Stimmungskurve als auch in den Aktienmärkten selbst. In einem fundamental positiven Umfeld kann man sich das Leben dadurch vereinfachen, sich selbst nur die wichtigsten Fragen zu stellen. "Wodurch kann dieses positive Szenario ins Negative gekehrt werden? In welcher Größenordnung muss dieser Keulenschlag ablaufen? Sind Anleger euphorisch und hat die Erwartungshaltung die Realität längst abgehängt?" Wer bei der Analyse einzelner Problemstellungen diese Fragen voranstellt, erhöht seine Chancen für eine korrekte "Standortbestimmung".

Fazit

Gerade in vermeintlich besonders unruhigen Zeiten gilt es einen kühlen Kopf zu bewahren. Freuen Sie sich über die große Skepsis an den Märkten. Solange von Euphorie nichts zu spüren ist - und solange alle Nachrichten zuerst negativ interpretiert werden, droht dem laufenden Bullenmarkt weiterhin keine echte Gefahr. Ignorieren Sie die negativen Kommentare zu Länge und Ausmaß des Bullenmarktes seit 2009. Die Höhe der aufgelaufenen Kursgewinne und die zeitliche Dauer waren noch nie ein Indikator für den Start eines neuen Bärenmarktes.

von Thomas Grüner
14.Juni 2018 © Grüner Fisher

Über den Autor

Thomas Grüner ist Gründer und Chief Investment Officer von der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren „Forbes“-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen „Forbes“-Rangliste Platz 211. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 65 Milliarden US-Dollar.

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