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11.05.2018 11:42:11
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Kolumne

Grüner Fisher: "Sell in May - alle Jahre wieder"



Grüner hat nachgerechnet und widerlegt das Prinzip "Sell in May", dennoch, vermutet er, bleibe die Regel wegen ihrer Einfachheit beliebt.
11. Mai 2018. FRANKFURT (Grüner Fisher). Die Korrekturbewegung im ersten Quartal 2018 auf globaler Ebene hat viele Anleger wieder etwas vorsichtiger gestimmt. Dazu passend findet die Börsenweisheit "Sell in May and go away" erneut Gehör. Die Suche nach wiederkehrenden Mustern und saisonalen Wiederholungen liefert immer wieder vermeintliche Ansatzpunkte, um die Unwägbarkeiten der Aktienmärkte kontrollieren zu können. Ist es im Börsenjahr 2018 also eine gute Idee, sich in den Sommermonaten defensiver zu verhalten?

Börsenweisheiten sind oft mathematischer Unfug

Mit derselben Leichtigkeit, wie es diese Börsenweisheit pünktlich zum Maibeginn in den Fokus der Anleger schafft, lässt sich dieser Mythos auch widerlegen. Zugegeben: Der Zeitraum von April bis Oktober ist historisch betrachtet der rollierende Sechs-Monats-Zeitraum mit der schlechtesten Performance. Als Datenbasis bietet sich hierfür der S&P 500 an, dessen Historie bis ins Jahr 1926 sinnvoll zurückverfolgt werden kann. Allerdings beträgt die durchschnittliche Rendite in diesem Zeitraum 4,2 Prozent. Positiv also.

"Sell in May" im laufenden Bullenmarkt

Warum sollte man einen willkürlich gewählten Jahresabschnitt mit einem positiven Beitrag zur Gesamtrendite kategorisch ausklammern? Je länger man dieses absurde Prinzip auf die eigene Anlagestrategie anwendet, desto größer wird die Gefahr, hohe Opportunitätskosten zu verursachen - insbesondere in einem intakten Bullenmarkt!



Wer das "Sell in May"-Prinzip seit 2009 tatsächlich Jahr für Jahr angewendet hat, sieht sich per heute mit deutlichen Renditeeinbußen gegenüber dem breiten Gesamtmarkt konfrontiert. Von Mai bis Ende Oktober 2009 legte der MSCI World Index um 25,2 Prozent zu - ein wichtiger Bestandteil der dynamischen Startphase, maßgeblich verantwortlich für die sehenswerte Gesamtrendite bis zum heutigen Tag. Nur in den Jahren 2011 (minus 11,3 Prozent) und 2015 (minus 3,2 Prozent) war ein Ausstieg in den Sommermonaten aus Renditegesichtspunkten vorteilhaft. Für die restlichen Jahre bis 2017 gilt: "Sell in May" bedeutete verpasste Renditechancen.

Märkte bewegen sich nicht linear, dementsprechend folgt die Aufteilung der Rendite nach Monaten dem Prinzip Zufall. Den Ein- und Ausstieg für Aktienmarktinvestitionen am Prinzip Zufall festzumachen, ist dementsprechend keine langfristig erfolgversprechende Strategie. Wer aktienmarktähnliche Renditen als sein Anlageziel formuliert, sollte ohne umfangreiche fundamentale Begründung dem Aktienmarkt nicht den Rücken kehren.

Märkte folgen keinem Schema

Das Prinzip "Sell in May" wird trotz einfacher statistischer Widerlegbarkeit auch zukünftig in den Überlegungen der Anleger immer wieder eine Rolle spielen. Zu verlockend ist der Gedanke, aus einer Art "vorgefertigtem Verlaufsschema" der Märkte Profit zu schlagen. Sicher ist allerdings: Auch in Zukunft werden Aktienmärkte den Anlegern diesen Gefallen niemals tun. Sie werden stets den Weg wählen, der die Mehrheit der Anleger auf dem falschen Fuß erwischt. Die Entwicklung der Märkte ist kurzfristig vom Zufall bestimmt und abhängig von der Marktstimmung.

Fazit

Welcher Monat wird im Jahr 2018 die beste Performance aufweisen? Stehen die Märkte Ende Oktober niedriger oder höher als heute? Diese Fragen lassen sich nicht seriös beantworten. Umso mehr wird es im weiteren Verlauf des reifen Bullenmarkts darauf ankommen, wichtige Investitionsentscheidungen wie die korrekte Wahl der Anlageklasse nicht dem Zufall zu überlassen, sondern fundamental und faktenbasiert zu begründen.

von Thomas Grüner
11. Mai 2018 © Grüner Fisher

Über den Autor

Über den Autor

Thomas Grüner ist Gründer und Vice Chairman der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren „Forbes“-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen „Forbes“-Rangliste Platz 211. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 65 Milliarden US-Dollar.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der Redaktion von boerse-frankfurt.de. Sein Inhalt ist die alleinige Verantwortung des Autors.

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