Bitte warten...

23.02.2018 09:11:58
A A | Drucken
Kolumne

Grüner Fisher: "Werden Korrekturen wirklich immer heftiger?"



Grüner rechnet nach und relativiert die jüngsten Kursturbulenzen, auch die des vieldiskutierten US-Volatilitätsindex VIX.
23. Februar 2018. FRANKFURT (Grüner Fisher). Hilfe, Korrektur! Wenn die Volatilität zuschlägt, prasseln negative Schlagzeilen von allen Seiten auf die Anleger ein. Möglichst große Zahlen, mit einem dicken Minus versehen, ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Es gilt, diese vermeintlich großen Zahlen in den korrekten Kontext zu setzen.

DAX und Dow stürzen ab

Gefährliche Spekulationsprodukte auf Volatilität, Marktmanipulationen oder doch "nur" Inflationsängste? Die Ursachenforschung für die jüngste Korrektur läuft medial auf vollen Touren. Für die passende Schlagzeile sorgte sowieso der "schlimmste Absturz innerhalb eines Tages" des Dow Jones. Rechnet man die Veränderung in Punkten und nicht in Prozent - einer der Kardinalsfehler - so ist die große Krise natürlich schnell herbeizitiert. Am 5. Februar verlor der Dow Jones im Tagesverlauf bis zu 1.597 Punkte, um den Börsentag dann mit -4,6 Prozent zu beenden. Im Oktober 1987 verlor der Dow Jones nur 508 Punkte, was zum damaligen Indexstand aber einen tatsächlich historischen Rekordverlust von -22,6 Prozent bedeutete.

In der jüngsten Korrektur verlor der DAX in zwölf Handelstagen über 1.500 Punkte. Erschreckende Schlagzeilen, auf diesem Niveau jedoch im Bereich der natürlichen Schwankungsbreite. Wann immer man mit vermeintlich großen Zahlen konfrontiert wird - Punkte in einem Aktienindex, Höhe der Verschuldung, Schadensbilanz nach einer Naturkatastrophe - ist es empfehlenswert, diese Zahlen ins prozentuale Verhältnis zu setzen. Je größer die Zahl, desto leichter geht ansonsten das "Gefühl" für die rationale Perspektive verloren.



Nachrechnen lohnt sich immer

Durch den rapiden Anstieg der Volatilität gerieten einige Produkte, die sich entgegengesetzt zum Volatilitätsindex VIX bewegen, in akute Schieflage. Innerhalb einer Woche wurde in den beiden größten Produkten dieser Art 3,7 Milliarden US-Dollar "verbrannt". Neben dem generellen Verdacht einer Marktmanipulation lag es nahe, diese Schieflage als einen der Auslöser für die heftige Korrektur zu identifizieren. Allerdings beträgt die Marktkapitalisierung eines S&P 500-Unternehmens im Median rund 22,5 Milliarden US-Dollar, der gesamte Index hatte am 31. Januar ein Gewicht von 25,3 Billionen US-Dollar. Die "gefährlichen" VIX-Produkte stellten somit nur einen Anteil von 0,015 Prozent des US-Markts und es erscheint wenig rational, die Korrekturbewegung isoliert daran festmachen zu wollen.

Mehr Volatilität voraus

Mittlerweile haben sich die Märkte nach dem ersten Schockmoment im Februar wieder etwas stabilisiert. Es ist jedoch davon auszugehen, dass das Börsenjahr 2018 weitere Volatilität mit sich bringen wird. In Korrekturen sind vor allem die psychologischen Effekte nicht zu unterschätzen. Kurse können urplötzlich einbrechen, viele Anleger suchen verzweifelt nach einer unmittelbaren Begründung, Medien befeuern den Crash-Hype - scharfe Korrekturen definieren sich am Ende auch dadurch, dass eben viele Anleger den Markt in dieser Phase verlassen. Diesen rein psychologisch getriebenen und nicht fundamental begründeten Effekten weicht man am besten dadurch aus, dass man die Weltwirtschaft als großes Ganzes interpretiert und Ereignisse und Marktbewegungen immer in vernünftige Verhältnisse setzt.

Fazit

Irgendwann wird es auch der DAX an einem Tag schaffen, 1.000 Punkte zu verlieren. Medien werden dieses Ereignis mit furchterregenden Schlagzeilen "feiern". Vernünftige Anleger sollten dieses Mediengetöse schlicht ignorieren und in Ruhe nachrechnen.

16. Februar 2018, © Grüner Fisher

Über den Autor

Thomas Grüner ist Gründer und Vice Chairman der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren „Forbes“-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen „Forbes“-Rangliste Platz 211. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 65 Milliarden US-Dollar.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der Redaktion von boerse-frankfurt.de. Sein Inhalt ist die alleinige Verantwortung des Autors.

Anmeldung notwendig

Benutzername oder E-Mail:
Passwort:

Um diese Funktionalität nutzen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Falls Sie noch kein Benutzerkonto bei boerse-frankfurt.de besitzen, können Sie sich hier kostenlos registrieren.

Eintrag hinzufügen

Weitere Artikel dieses Kolumnisten

pagehit

Die nachfolgenden Hinweise und Informationen wurden von der VOLTABOX AG (die  “Emittentin”) für die Zwecke der Veröffentlichung des Wertpapierprospekts der Emittentin erstellt. Die Deutsche Börse AG übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der von der Emittentin zur Verfügung gestellten Hinweise und Informationen.

 

Wichtiger Hinweis



Die auf den nachfolgenden Internetseiten enthaltenen Informationen sind ausschließlich für Personen bestimmt, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland („Deutschland“) oder im Großherzogtum Luxemburg („Luxemburg“) haben. Die nachfolgenden Informationen stellen weder ein Angebot zum Verkauf noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder zur Zeichnung von Wertpapieren dar. Ein öffentliches Angebot von Wertpapieren der Emittentin außerhalb Deutschlands und Luxemburgs findet nicht statt und ist auch nicht geplant. Das Angebot in Deutschland und Luxemburg erfolgt ausschließlich auf der Grundlage des von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gebilligten und auf der Website der Emittentin veröffentlichten Wertpapierprospekts (einschließlich etwaiger Nachträge dazu). Eine Anlageentscheidung hinsichtlich der öffentlich angebotenen Wertpapiere der Emittentin sollte nur auf Grundlage des Wertpapierprospekts erfolgen. Der Wertpapierprospekt ist bei der Emittentin (Artegastraße 1, 33129 Delbrück, Deutschland; Tel.: +49 (0)5250 9930-900; Fax: +49 (0)5250 9762-102) und auf der Website der Emittentin (www.voltabox.ag) kostenfrei erhältlich.

Die auf den nachfolgenden Internetseiten enthaltenen Informationen stellen kein Angebot zum Verkauf oder eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf für Wertpapiere in den Vereinigten Staaten von Amerika („Vereinigte Staaten“), Kanada, Australien oder Japan dar. Die Aktien der Emittentin sowie die Wertpapiere, die Gegenstand des Angebots sind, sind und werden nicht gemäß dem U.S. Securities Act von 1933 in der derzeit gültigen Fassung (der „Securities Act“) oder bei der Wertpapieraufsichtsbehörde eines US-Bundesstaates oder einer anderen Rechtsordnung der Vereinigten Staaten registriert und dürfen in den Vereinigten Staaten nur aufgrund einer Ausnahmeregelung von der Registrierungspflicht gemäß dem Securities Act oder anwendbarer Wertpapierrechte von US-Bundesstaaten oder in einer Transaktion verkauft oder zum Kauf angeboten oder geliefert werden, die diesen Bestimmungen nicht unterfällt. Die Emittentin beabsichtigt nicht, das Angebot oder einen Teil davon in den USA zu registrieren oder ein öffentliches Angebot von Wertpapieren in den USA, Kanada, Australien oder Japan durchzuführen.

Die auf den nachfolgenden Internetseiten enthaltenen Informationen sind nicht zur Weitergabe an Personen in bzw. innerhalb der USA, Kanada, Australien oder Japan oder anderen Ländern vorgesehen, in denen kein öffentliches Angebot stattfindet. Jede Verletzung dieser Beschränkung kann einen Verstoß gegen wertpapierrechtliche Bestimmungen dieser Länder begründen. Das Kopieren, Weiterleiten oder sonstige Übermitteln der auf den nachfolgenden Internetseiten enthaltenen Informationen ist nicht gestattet.

Durch Drücken des „Ich stimme zu“-Buttons versichern Sie, dass Sie (i) diesen Hinweis und die darin enthaltenen Beschränkungen vollständig gelesen und akzeptiert haben, (ii) sich Ihr Wohnsitz und gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland oder Luxemburg befindet, und (iii) dass Sie die auf diesen Internetseiten enthaltenen Informationen nicht an Personen übermitteln oder weiterleiten, deren Wohnsitz und gewöhnlicher Aufenthalt sich nicht in Deutschland oder Luxemburg befindet.


Wir bedauern, dass wir Ihnen aufgrund gesetzlicher Beschränkungen keinen Zugang zu den nachfolgenden Internetseiten gewähren können.