Bitte warten...

22.03.2019 09:22:19
A A | Drucken
Kolumne

Halvers Kolumne: "Quadratur des Kreises oder wie werden aus bisherigen Zins- zukünftige Aktiensparer?"



Robert Halver nimmt den Tag der Aktie zum Anlass, dem Vermögensaufbau mit Unternehmensanteilen eine breite Bresche zu schlagen.
22. März 2019. MÜNCHEN (Baader Bank). Am 18. März feierte die Börse Frankfurt dankenswerterweise zum fünften Mal den Tag der Aktie, um deutschen Anlegern dieses Börsenpapier in Erinnerung zu rufen. Denn nach wie vor wird die Aktie im Gegensatz zu Zinsanlagen im deutschen Vermögensaufbau nur stiefmütterlich behandelt. Dabei liegen ihre Vorteile klar auf der Hand.

Wo kein hoher Kreditzins, da kein hoher Anlagezins

Der Glaube deutscher Zinssparer an bessere Zins-Zeiten wird keine Zins-Berge versetzen. Konjunkturdellen, weltweite Überschuldung und (sozial-)politische Krisen, die mit Hilfe der Geldpolitik eingedämmt werden, verhindern es heute, morgen, übermorgen…. Aus Zins-Tiefland wird nie mehr Zins-Bergland.



Im Moment gibt es für deutsche Staatspapiere im Durchschnitt 0,00 Prozent. Damit ist der Zinseszinseffekt ebenso k.o.: Denn null mal null ist null und bleibt null. Nach Inflation sind die Zinsen sogar negativ. Über diese Art des "Zinssparens" freut sich nur Vater Staat.

"Denn null mal null ist null und bleibt null."
 

Die Aktie passt nicht zur deutschen Sparkultur, noch nicht

Trotz Vermögensvernichtung werden die deutschen Zins-Gläubigen nicht zu Zins-Ketzern. Bei der Altersvorsorge vertrauen sie mehrheitlich weiter auf "Zinsvermögen". Was für ein Klumpenrisiko, wenn man zusätzlich bedenkt, dass Staatspapiere historisch immer wieder vom Winde der Inflation oder Währungsreform verweht wurden.

Dennoch, für Zinssparer scheint der Sprung auf die Aktienseite so absurd zu sein wie der Wechsel eines Bayern-Fans in das BVB-Lager oder umgekehrt. Ebenso werden (Schein-)Argumente gegen die Aktie immer wieder gerne herbei gezerrt. Das kenne ich aus dem eigenen Bekanntenkreis. Letztes Weihnachten durfte ich mir mit kaum verborgener Genugtuung anhören, dass der deutsche Aktienleitindex DAX im Schlussquartal 2018 fast 14 Prozent verloren hatte. Dass der DAX aber seit seinem Tiefpunkt 2009 bis zum 21. Dezember 2018 fast 200 Prozent, d.h. annähernd 12 Prozent jährlich, plus machte, verschweigt des Aktien-Kritikers (Un-)Höflichkeit.

Apropos Weihnachten, letztes Jahr gab es die Geschenke verspätet, erst am 27. Dezember. Hätte man an diesem Tag Aktien gemäß unchristlichem Motto "Nehmen ist seliger denn Geben" gekauft, wäre bis heute ein Kursplus von über 12 Prozent angefallen.

Aktien sind eine hochattraktive Langfristanlage

Aktien haben sich ohne Ausnahme selbst von den größten Einbrüchen erholt und stets zu neuen Rekorden bewegt. Trotz z.B. Dotcom-, Immobilien- oder Euro-Krise hat der DAX seit seiner Einführung eine durchschnittliche Jahresrendite von 8,2 Prozent erzielt.

Noch mehr Schmackes haben US-Aktien. Als der Dow Jones am 8. Januar 1987 das erste Mal über 2.000 Punkte stieg, sprach man von einem völlig übertriebenen Aktienniveau, dem ein scharfer Einbruch folgen müsste. Dieser kam tatsächlich: Vom 13. bis 19. Oktober verlor der Index 30 Prozent. Doch gehört zur Aktie-Wahrheit dazu, dass der Dow Jones seit Januar 1987 sein Kursniveau bis heute fast verdreizehnfacht hat. Der DAX hat sich "nur" gut verachtfacht, obwohl er bei der Wertentwicklung im Gegensatz zu US-Aktienindices noch die Dividenden berücksichtigt.

Apropos Dividende, im Vergleich zu Zinsen sind sie keine Armenspeisung, sondern ein vollständiges Menü. Schon der DAX als nicht ausschüttungsstärkster Aktienindex hat eine durchschnittliche Dividendenrendite von 2,7 Prozent. Aktuell liegt sie bei 3,5 und für Euro-Dividendenindizes bei weit über 5 Prozent. Bei Wiederanlage hat man einen wunderbaren "Zinseszinseffekt". Dividenden haben übrigens eine kursstabilisierende Wirkung.

Aktien brauchen marktbewegende Megathemen

Der Totalausfall von Zinsvermögen sowie die Dividendenfreuden sind bereits markante Aktientreiber. Doch der besondere fundamentale Schmierstoff für Aktienhaussen kommt von Megathemen. In der Vergangenheit haben bereits Reagonomics, Internet, Globalisierung, Europäische Konvergenz, Schwellenländer oder China ihre Wirkung auf Aktien nicht verfehlt. Zukünftig werden ebenso Klimaschutz und die damit verbundene Offensive der Klimatechnik sowie die erst am Anfang stehende Digitalisierung mächtig Eindruck hinterlassen. Die digitale Revolution wird Produktivität, Wachstum und Unternehmensgewinne ähnliche Quantensprünge bescheren wie früher die Dampfmaschine.

Vor diesem Hintergrund sollten selbst eingefleischte, bislang beratungsresistente Zinsanleger an einer strategischen Vermögensneuausrichtung mit mehr Aktien - insbesondere als Vorsorge für das Alter - nicht vorbeikommen.

Wie mildert man den Kulturschock "Aktiensparen" für Zinsgläubige?

Da jedoch Aktien auch zukünftig schwanken werden wie Schiffe auf dem Meer, bleiben sie für Zinssparer eine schwer zu nehmende Hürde. Als Sprungfedern sind jedoch regelmäßige Aktiensparpläne, auch über kleine, gut verdauliche Anlagebeträge bestens geeignet.

Denn in sinkenden Kursphasen erhält man das Anlageobjekt Aktie zum günstigen Preis bzw. für den gleichen Spar- mehr Aktienanteile. In der Ansparphase kann man sich also über Kursverluste wegen Handelskrieg oder Brexit sogar "freuen". Vor allem macht aber Freude, dass bei Börsenerholung das gesamte Aktienvermögen aufsteigt wie ein Heißluftballon.

Doch sollte bei nahendem Auszahlungsbeginn das Aktienrisiko grundsätzlich heruntergefahren und Kursgewinne durch Verkäufe immer mehr realisiert werden.

Als Anlagevehikel haben Aktien-Fonds bzw. Aktien-ETFs auf große Indizes Priorität. Dann schlagen Einzelrisiken wie Wirecard, Bayer, Facebook oder Boeing weniger zu Buche. Überhaupt sorgen regelmäßige Aktienwechsel dafür, dass die Indizes auf der Höhe der wirtschaftlichen Zeit sind, attraktiv, sozusagen frisch bleiben.

Je früher man mit regelmäßigen Sparplänen anfängt, umso weniger lässt es sich verhindern, ein ordentliches Aktienvermögen aufzubauen.

Ein Aktiensparplan ist ein kleiner Schritt für bisherige Zinssparer, aber ein großer Sprung für die zukünftige Altersvorsorge.

von Robert Halver
22. März 2019, © Baader Bank

Über den Autor

Robert Halver ist Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank und Halvers Woche Bestandteil des wöchentlichen Kapitalmarktmonitors.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der Redaktion von boerse-frankfurt.de. Sein Inhalt ist die alleinige Verantwortung des Autors.

Anmeldung notwendig

Benutzername oder E-Mail:
Passwort:

Um diese Funktionalität nutzen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Falls Sie noch kein Benutzerkonto bei boerse-frankfurt.de besitzen, können Sie sich hier kostenlos registrieren.

Eintrag hinzufügen

Weitere Artikel dieses Kolumnisten

pagehit

Die nachfolgenden Hinweise und Informationen wurden von der VOLTABOX AG (die  “Emittentin”) für die Zwecke der Veröffentlichung des Wertpapierprospekts der Emittentin erstellt. Die Deutsche Börse AG übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der von der Emittentin zur Verfügung gestellten Hinweise und Informationen.

 

Wichtiger Hinweis



Die auf den nachfolgenden Internetseiten enthaltenen Informationen sind ausschließlich für Personen bestimmt, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland („Deutschland“) oder im Großherzogtum Luxemburg („Luxemburg“) haben. Die nachfolgenden Informationen stellen weder ein Angebot zum Verkauf noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder zur Zeichnung von Wertpapieren dar. Ein öffentliches Angebot von Wertpapieren der Emittentin außerhalb Deutschlands und Luxemburgs findet nicht statt und ist auch nicht geplant. Das Angebot in Deutschland und Luxemburg erfolgt ausschließlich auf der Grundlage des von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gebilligten und auf der Website der Emittentin veröffentlichten Wertpapierprospekts (einschließlich etwaiger Nachträge dazu). Eine Anlageentscheidung hinsichtlich der öffentlich angebotenen Wertpapiere der Emittentin sollte nur auf Grundlage des Wertpapierprospekts erfolgen. Der Wertpapierprospekt ist bei der Emittentin (Artegastraße 1, 33129 Delbrück, Deutschland; Tel.: +49 (0)5250 9930-900; Fax: +49 (0)5250 9762-102) und auf der Website der Emittentin (www.voltabox.ag) kostenfrei erhältlich.

Die auf den nachfolgenden Internetseiten enthaltenen Informationen stellen kein Angebot zum Verkauf oder eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf für Wertpapiere in den Vereinigten Staaten von Amerika („Vereinigte Staaten“), Kanada, Australien oder Japan dar. Die Aktien der Emittentin sowie die Wertpapiere, die Gegenstand des Angebots sind, sind und werden nicht gemäß dem U.S. Securities Act von 1933 in der derzeit gültigen Fassung (der „Securities Act“) oder bei der Wertpapieraufsichtsbehörde eines US-Bundesstaates oder einer anderen Rechtsordnung der Vereinigten Staaten registriert und dürfen in den Vereinigten Staaten nur aufgrund einer Ausnahmeregelung von der Registrierungspflicht gemäß dem Securities Act oder anwendbarer Wertpapierrechte von US-Bundesstaaten oder in einer Transaktion verkauft oder zum Kauf angeboten oder geliefert werden, die diesen Bestimmungen nicht unterfällt. Die Emittentin beabsichtigt nicht, das Angebot oder einen Teil davon in den USA zu registrieren oder ein öffentliches Angebot von Wertpapieren in den USA, Kanada, Australien oder Japan durchzuführen.

Die auf den nachfolgenden Internetseiten enthaltenen Informationen sind nicht zur Weitergabe an Personen in bzw. innerhalb der USA, Kanada, Australien oder Japan oder anderen Ländern vorgesehen, in denen kein öffentliches Angebot stattfindet. Jede Verletzung dieser Beschränkung kann einen Verstoß gegen wertpapierrechtliche Bestimmungen dieser Länder begründen. Das Kopieren, Weiterleiten oder sonstige Übermitteln der auf den nachfolgenden Internetseiten enthaltenen Informationen ist nicht gestattet.

Durch Drücken des „Ich stimme zu“-Buttons versichern Sie, dass Sie (i) diesen Hinweis und die darin enthaltenen Beschränkungen vollständig gelesen und akzeptiert haben, (ii) sich Ihr Wohnsitz und gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland oder Luxemburg befindet, und (iii) dass Sie die auf diesen Internetseiten enthaltenen Informationen nicht an Personen übermitteln oder weiterleiten, deren Wohnsitz und gewöhnlicher Aufenthalt sich nicht in Deutschland oder Luxemburg befindet.


Wir bedauern, dass wir Ihnen aufgrund gesetzlicher Beschränkungen keinen Zugang zu den nachfolgenden Internetseiten gewähren können.