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01.11.2017 11:29:25
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Kolumne

Marktstimmung: "Alles bullish, oder was?"



Deutsche Aktienpreise drängen nach oben, die Erwartungen der Anleger ziehen mit. Fraglich ist, ob der Optimismus schon so hoch ist, weiteren Kursgewinnen die Luft abzudrehen.
Zusammenfassung

1. November 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Börsianer müssten derzeit den Eindruck haben, sie befänden sich in der besten aller möglichen Welten. Nicht nur, weil der DAX heute ein neues Allzeithoch markiert hat - selbst der um Dividenden bereinigte DAX-Kursindex markierte zum ersten Mal seit April 2015 wieder ein neues historisches Hoch. Auch der Umstand, dass das Börsenbarometer im Wochenvergleich um 2,7 Prozent gestiegen ist, sollte vielerorts zu Freudentänzen geführt haben. Zumal spätestens seit der Sitzung der Europäischen Zentralbank in der vergangenen Woche das vielerorts gefürchtete Extrem-Risiko einer für Aktien ungünstigen geldpolitischen Entscheidung aus dem Weg geräumt scheint.



Überdies wurde spätestens mit der jüngst publizierten Kerninflationsrate für die Eurozone klar: Nicht nur die USA, sondern auch die Eurozone befindet sich in einer sogenannten "Goldilocks"-Umgebung. Also in einer Wirtschaftslage, die sich durch Wachstum über dem Trend und eine Inflation, unter dem Trend auszeichnet. Alles in allem also eine Konjunktur, die sich gerade prächtig entwickelt. Ein Szenario übrigens, das internationale Investoren bereits seit Mitte Oktober (vgl. etwa die BofA Merrill Lynch Umfrage aus dem Vormonat) global auf dem Radarschirm haben.

Diese Überzeugung setzt sich nun auch zunehmend bei deutschen Fondsmanagern durch, zumal das Ergebnis unserer jüngsten Stimmungsumfrage, gemessen am Börse Frankfurt Sentiment-Index, abermals um 6 Punkte auf einen Stand von nunmehr +21 Punkte gestiegen ist. Immerhin handelt es sich dabei um den dritten Wochenzuwachs in Folge.

Dabei scheint es auch keine Rolle mehr zu spielen, ob es auf der Welt in den kommenden Tagen weitere Ereignisrisiken geben könnte. Die Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank, von der man sich heute Abend keine neuen Erkenntnisse verspricht, ist längst abgehakt. Auch die für die kommenden Tage erwartete Nachfolgeregelung bei der Besetzung des Präsidentensessels der Fed scheint die Akteure nicht sonderlich zu beeindrucken. Ganz zu schweigen von geopolitischen Risiken, die kaum jemand zu interessieren scheinen. Interessant bei der jüngsten Befragung: Die neuen Optimisten rekrutieren sich erneut, wie bereits vor drei Wochen, fast ausschließlich aus der Gruppe vormals neutral eingestellter Investoren.

Kein Tanz auf dem Vulkan

Aber auch bei den Privatanlegern ist der Optimismus ungebrochen. Der Börse Frankfurt Sentiment-Index stieg heute noch einmal um 8 Punkte auf einen neuen Stand von +36 Punkten. Immerhin handelt es sich dabei um das höchste Niveau seit 16. November 2016. Im Gegensatz zu den institutionellen Pendants beruht der jüngste Zuwachs an Bullen auf den Transaktionen früherer Pessimisten, die schlichtweg die Notbremse ziehen mussten.

Die Gretchenfrage für den Aufwärtstrend des DAX lautet natürlich, ob der derzeitige Optimismus zu hoch ist. Denn nach gängiger Lesart wäre ein Zuviel davon Gift für die weitere Entwicklung des Börsenbarometers. Im Falle der Privatanleger ist diese Frage per se mit Ja zu beantworten. Allerdings hält der Börse Frankfurt Sentiment-Index der institutionellen Investoren nur in begrenztem Maße mit dieser Entwicklung Schritt. Selbst wenn man einigen Investoren aufgrund der Aufwärtsbewegung der vergangenen Handelstage erneut eine gewisse Kaufpanik bescheinigen mag, darf nicht vergessen werden, dass immer noch rund ein Drittel der institutionellen Anleger skeptisch gestimmt ist. Daher hatte deren Stimmungsindex noch kein neuerliches Jahreshoch erklimmen können und hat verglichen mit den Werten aus dem Jahr 2016 durchaus noch Luft nach oben. Gewinnmitnahmen, die man auf dem derzeitigen Kursniveau eigentlich erwarten könnte, sind übrigens bislang ausgeblieben - ein Indiz für zu niedrige Positionen. Alles in allem bedeutet das: Es tanzen noch längst nicht alle auf dem Vulkan.

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Die Stimmen der professionellen Teilnehmer wurden bislang von privaten Anlegern ergänzt, die unter den aktivsten Tradern verschiedener Online-Broker rekrutiert wurden. Diesen Teil des Sentiment-Index stellt die Börse Frankfurt nun auf breitere Füße.

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt.

Möchten Sie teilnehmen? Dann schreiben Sie einfach eine E-Mail an sentiment@deutsche-boerse.com.



Börse Frankfurt Sentiment-Index





Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutral
Total53%32%15%
ggü. letzter Erhebung+7%+1%-8%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 13.380 (+350 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +21 Punkte (Stand Vorwoche: +15 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum





Private Anleger

BullishBearishNeutral
Total58%22%20%
ggü. letzter Erhebung+4%-4%+0%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 13.380 (+350 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +36 Punkte (Stand Vorwoche: +28 Punkte)

1. November 2017, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie.

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