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30.01.2019 13:32:48
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Kolumne

Marktstimmung: "Alles ist relativ - auch die Bewertung von Risiken?"



Und wieder ist der DAX um 1,4 Prozent gegenüber der Vorwoche gestiegen. Allerdings mit unterschiedlichen Folgen für die Stimmung bei den institutionellen und den privaten Investoren.


30. Januar 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Es ist weiß Gott nicht so, dass alle großen Ereignisrisiken für die Finanzmarktteilnehmer plötzlich verschwunden sind. Die Brexit-Verhandlungen gehen nach dem gestrigen Abstimmungsmarathon im britischen Unterhaus in eine neue Runde, beim US-chinesischen Handelsstreit wird mit ungewissem Ausgang verhandelt, der US-Government Shutdown ist wohl nur vorübergehend aufgehoben, das Wachstum in Europa nachlassend, und zu guter Letzt tagt heute auch noch der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC). Dabei geht es möglicherweise darum, ob die Fed-Entscheider darüber nachdenken, die fortlaufende Reduzierung ihres Anleiheportfolios womöglich früher als erwartet beenden zu können - das Wall Street Journal befasst sich mit dieser Idee seit vergangenem Freitag. Aber auch ohne diese Erwägungen, die letztlich zumindest dem US-Aktienmarkt weiteren Auftrieb geben könnten, scheinen die Börsianer auch aus allen anderen Unwägbarkeiten derzeit nicht durchweg das Positive herauslesen zu wollen. Auch wenn der DAX gegenüber unserer Stimmungserhebung vom vergangenen Mittwoch um 1,4 Prozent an Wert gewonnen hat, sind die Anleger hierzulande durchaus gespalten.

So ergab unsere heutige Stimmungserhebung unter den mittelfristig orientierten institutionellen Investoren, dass sich der Börse Frankfurt Sentiment-Index nicht nur um 15 Punkte verringert, sondern sich darüber hinaus noch in negatives Territorium begeben hat: Wir notieren aktuell einen Indexstand von -12. Dabei fällt auf, dass es angesichts des weiter gestiegenen Börsenbarometers nicht nur Gewinnmitnahmen gegeben hat. Auch vormals neutral eingestellte Investoren haben nun das Bärenlager gesäumt und so ihrer Skepsis Nachdruck verliehen.

Getrennte Wege

Völlig anders gestaltet sich die Stimmungslage bei den privaten Anlegern, deren Börse Frankfurt Sentiment-Index gegenüber der Vorwoche sogar um 6 Punkte auf einen Stand von +10 gestiegen ist. Bemerkenswert hierbei ist, dass einige vormals pessimistisch eingestellte Anleger das Handtuch geworfen und sich zu den Bullen gesellt haben.

Die heutige Erhebung zeigt, dass sich die beiden Panels trotz beinahe gleicher Ausgangslage in der Vorwoche offenbar in zwei verschiedenen Wirklichkeiten befinden. Dies mag zum einen an den eingangs genannten Marktrisiken liegen, die man in ihrer Gesamtheit durchaus unterschiedlich bewerten kann. Ob dabei die institutionellen Investoren gegenüber den privaten einen Informationsvorsprung haben? Tatsächlich ist doch der DAX trotz der Abgaben der Institutionellen gegenüber der Vorwoche sogar gestiegen, was für möglicherweise langfristige Kapitalzuflüsse sprechen könnte. Ob diese aus dem Ausland kommen, sei einmal dahingestellt. Denn man muss sich nur einmal in die Situation eines heimischen langfristig orientierten privaten Börsianers versetzen, der sich möglicherweise bereits vor einigen Quartalen aus dem Aktienmarkt zurückgezogen hat, weil Aktien bis zu ihrer massiven Korrektur im vergangenen Jahr mehrheitlich als überbewertet galten. Gut möglich, dass sich angesichts einer nunmehr als gesund eingeschätzten Börse der eine oder andere langfristig orientierte Anleger zurückgemeldet hat. Zumindest spricht das heutige Sentiment-Ergebnis bei den Privatanlegern für diese Hypothese. Zumal eine Zinswende in der Eurozone in diesem Jahr immer unwahrscheinlicher wird.

Was die institutionellen Investoren angeht, kann es gut sein, dass deren Pessimismus - sowohl absolut als auch in der relativen Sechs-Monatsbetrachtung - dem Versuch geschuldet ist, Abwärtsbewegungen auszunutzen, um etwas Extra-Rendite zu verdienen. Letztlich ist der DAX dadurch an der Unterseite auf niedrigerem Niveau durch mögliche Rückkäufe der bearishen institutionellen Investoren von heute gut unterstützt. Viel interessanter ist jedoch die Oberseite einzuschätzen, wenn der DAX weiter steigen sollte und die Pessimisten von heute etwa ab 11.600 Zählern in Bedrängnis bringen würde.

30. Januar 2019, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de

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Video-Kommentar von Joachim Goldberg



Sentiment-Index institutioneller Anleger



BullishBearishNeutral
Total32%44%24%
ggü. letzter Erhebung-6%+9%-3%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.200 (+160 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: -12 Punkte (Stand Vorwoche: +3 Punkte)



Sentiment-Index privater Anleger



BullishBearishNeutral
Total43%33%24%
ggü. letzter Erhebung+3%-3%+0%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.200 (+160 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +10 Punkte (Stand Vorwoche: +4 Punkte)



Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie.

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