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30.05.2018 14:15:28
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Kolumne

Marktstimmung: "Auf das Schlimmste vorbereitet"



Die italienische Krise scheint - zumindest momentan - eher geringe Auswirkungen auf Aktienpreise und Stimmung zu haben. Die Preise sind etwas gefallen und die Stimmung war vorher schon schlecht. Damit haben sich zwar Beweggründe für den Pessimismus teilweise geändert, aber nicht die Perspektive deutscher Aktien.
Zusammenfassung


30. Mai 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Vermutlich hatten die meisten Akteure vor Wochenfrist nicht erwartet, dass sich die Entwicklung der politischen Situation in Italien derart dramatisch gestalten würde, wie sie sich heute darstellt. Vor allen Dingen seit Montag haben sich die Ereignisse überschlagen. Mit teils dramatischen Reaktionen an den Finanzmärkten, insbesondere, was italienische Staatsanleihen angeht. So war heute Vormittag die Rendite für zweijährige Staatsanleihen vorübergehend auf über 2,9 Prozent hoch geschossen - vor Wochenfrist rentierten diese Papiere noch mit 0,3 Prozent.



Mittlerweile haben sich die Wogen allerdings etwas geglättet. Dennoch blicken Investoren mit Sorge auf Italien, da Neuwahlen unvermeidlich scheinen. Mehr noch würde Umfragen zufolge ein Regierungsbündnis zwischen der rechtsextremen Lega Nord und der populistischen Fünf-Sterne-Partei sogar deutlich mehr Zuspruch erfahren als bei den Wahlen im März. Mancherorts fürchten Beobachter sogar, dass Italien nicht mehr in der Eurozone bleiben werde. Blickt man indes auf den hiesigen Aktienmarkt, so hält sich der Verlust des DAX im Wochenvergleich in der Punktbetrachtung mit 2,3 Prozent in erstaunlich engen Grenzen.

Ein Grund für diesen vergleichsweise wenig spektakulären Kursrückgang des DAX dürfte darin liegen, dass sich die von uns befragten institutionellen, mittelfristig orientierten Investoren bereits seit vier Wochen von ihrer pessimistischen Seite zeigen. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass der Börse Frankfurt Sentiment-Index gegenüber der Vorwoche nur um 3 Punkte auf einen Stand von -14 Punkte nachgegeben hat. Mit anderen Worten: Viele der Befragten waren ohnehin auf einen Rückgang des DAX eingerichtet - auch wenn die Motive dafür ursprünglich anderer Natur gewesen sein dürften. Denn einem Teil der Pessimisten von heute - der Anteil dieser Gruppe befindet sich mit 44 Prozent gleichzeitig auf dem höchsten Stand des Jahres - ging es vor allem darum, ihre Performance durch Ausnutzen von Kursrücksetzern aufzubessern. Diese Motive könnten sich nach den jüngsten Ereignissen in Italien und auch in Spanien (Misstrauensvotum gegen Ministerpräsident Rajoy) geändert haben - man setzt jetzt möglicherweise auf Sicherheit.

Privatanleger ziehen vielfach die Notbremse

Eine durchaus brutale Gegenbewegung hat die Stimmung der Privatanleger erfahren. Deren Börse Frankfurt Sentiment-Index war erst in der Vorwoche in den positiven Bereich umgeschlagen. Bei unserer heutigen Befragung ergab sich jedoch ein massiver Stimmungseinbruch von 24 Punkten gegenüber der Vorwoche, so dass unser Sentiment-Index dieses Panels nun bei -17 Punkten auf den niedrigsten Stand seit Ende Juni 2017 liegt. Übersetzt heißt dies: Gut ein Viertel der früheren Optimisten hat nicht nur die Notbremse gezogen, sondern sich sogar fast vollumfänglich direkt auf die Bärenseite geschlagen.

Damit hat sich die vor allen Dingen in der Vorwoche zu beobachtende starke Divergenz zwischen institutionellen und privaten Anlegern jetzt praktisch aufgelöst - beide Gruppen sind nun ähnlich pessimistisch eingestellt. Insofern scheinen die von uns befragten Investoren auf weitere Kurseinbrüche relativ gut vorbereitet zu sein. Denn die Börse Frankfurt Sentiment-Indizes sind nicht nur absolut gesehen im unteren negativen Bereich, sondern vor allen Dingen auch auf relative Sicht im Vergleich zu den zurückliegenden sechs Monaten noch viel deutlicher gefallen.

Allerdings erscheint es mittlerweile fraglich, ob die institutionellen Anleger tatsächlich, wie ursprünglich von uns angedacht, ihre Absicherungspositionen bei ca. 12.600 Zählern wieder eindecken werden. Auf jeden Fall wären derartige Rückkäufe für den DAX eine Stütze. Auch lohnt ein Blick auf den Euro, dessen Rückgang während der vergangenen Wochen auch ein Indiz dafür sein kann, dass ausländisches Kapital aus Aktienmärkten der Eurozone abgezogen wurde. Zumindest vermitteln die heutigen Sentiment-Daten, dass der DAX nicht ganz verloren ist.

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt.



Video-Kommentar von Joachim Goldberg



Börse Frankfurt Sentiment-Index




Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutral
Total30%44%26%
ggü. letzter Erhebung-1%+2%-1%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.680 (-300 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: -14 Punkte (Stand Vorwoche: -11 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum





Private Anleger

BullishBearishNeutral
Total32%49%19%
ggü. letzter Erhebung-11%+13%-2%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.680 (-300 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: -17 Punkte (Stand Vorwoche: +7 Punkte)

30. Mai 2018, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie.

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