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16.11.2016 14:13:55
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Kolumne

Marktstimmung: "Das Risiko deutlicher Enttäuschung"



Professionelle Anleger reagieren mit Käufen auf den Wahlausgang, für Goldberg eine "kleine Kapitulation der Bären". Die allgemeine Euphorie hält er allerdings für bedenklich.
Zusammenfassung

16. November 2016. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Fast scheint es so, als ob seit unserer vergangenen Stimmungserhebung dem deutschen Aktienmarkt vorübergehend keine Standardwerte in ausreichender Menge zur Verfügung gestanden hätten. Wie von uns befürchtet, gab es seither auch keine Gelegenheit mehr, zu Schnäppchenpreisen einzusteigen. Vielmehr gewann der DAX im Punktvergleich gegenüber dem vergangenen Mittwoch 3 Prozent an Wert und konnte vorübergehend sogar die Obergrenze seiner Konsolidierung zwischen grob 10.200 und 10.800 Zählern testen. Dazu dürften auch von uns befragte mittelfristig orientierte Investoren beigetragen haben, deren Optimismus sich, gemessen am Börse Frankfurt Sentiment-Index, um 8 Punkte auf einen Stand von +32 Punkte befestigt hat.

Es waren wohl in erster Linie vormals bearish eingestellte Akteure, die das Handtuch geworfen und sich in den steigenden Markt hinein eingedeckt haben - gewissermaßen eine kleine Kapitulation, die sich bereits am Tag nach der Wahl des neuen US-Präsidenten Donald Trump eingestellt hatte.

Mit den jüngsten Käufen ist auch zwangsläufig die Unsicherheit gewichen, die einem Wahlergebnis zugunsten Trumps ursprünglich zugeschrieben wurde. Stattdessen setzen die Börsianer vor allem jenseits des Atlantiks auf die fiskalpolitischen Stimulusprogramme, die der designierte US-Präsident vor allem in Form massiver Steuersenkungen und Investitionen in die Infrastruktur in Aussicht stellte. Die damit verbundene Hoffnung auf Wachstum und eine anziehende Inflation wird trotz der damit einhergehenden steigenden Zinserwartungen zumindest kurzfristig auch hierzulande als kurstreibender Faktor eingeschätzt.

Das Gros der Privatanleger dürfte indes in der komfortablen Lage gewesen sein, der Marktentwicklung nicht hinterherlaufen zu müssen. Denn ihr Optimismus war zuletzt deutlich größer als der ihrer institutionellen Pendants. Der bereits auf Jahreshoch befindliche Börse Frankfurt Sentiment-Index ist daher bei den Privatanlegern auch nicht weiter gestiegen, sondern hat sich gegenüber der Vorwoche in erster Linie infolge von Gewinnmitnahmen um 4 Punkte auf einen Stand von nunmehr +42 Punkte zurückgebildet.

Steigende Gefahr von Fehlentwicklungen

Damit hat sich auch die starke Divergenz in den Sentiment-Indizes der vergangenen Woche zwischen privaten und institutionellen Anlegern zu Gunsten eines insgesamt gestiegenen Optimismus wieder verringert. Vor allem institutionelle Anleger scheinen nun vermehrt davon auszugehen, dass der DAX die Obergrenze seiner Konsolidierungszone zwischen etwa 10.200 und 10.800 DAX-Zählern bald schon durchbrechen und zu einer Jahresschlussrallye ansetzen könnte. Angesichts der recht stattlichen Sentiment-Werte könnte man sogar von einem Hauch von Euphorie sprechen.


Allerdings sind dieser positiven Einschätzung gleich zwei Wermutstropfen beigemischt. Zum einen ist die seit Wochen anhaltende Konsolidierung für fast alle Marktteilnehmer gleichermaßen erkennbar, so dass viele Akteure einen Ausbruch aus derselben samt seiner positiven Folgen bereits als garantiert betrachten. In der Angst, möglicherweise die Schlussbewegungen des Jahres zu verpassen, haben sich zum anderen eben auch viele Marktteilnehmer bereits im Voraus positioniert, was sich in relativ optimistischen Sentiment-Indizes niederschlägt.

Da es überdies noch keine Anzeichen gibt, dass der DAX zudem von neuen langfristigen (ausländischen) Kapitalzuflüssen - eine wesentliche Voraussetzung für einen größeren Aufwärtstrend - profitiert hätte, ist somit die Gefahr eines Fehlsignals oberhalb des Jahreshochs (10.827 Zähler) relativ hoch. Denn nach Überschreiten desselben würde womöglich nicht nur die Anschlussnachfrage ausfallen. Vielmehr würde (und dies gilt auch innerhalb der vorhandenen Konsolidierung) größere Nachfrage zum Abfedern etwaiger deutlicher Kursrückgänge fehlen. Mit anderen Worten: Die heute festgestellte Vorpositionierung vieler Akteure auf der Bullenseite birgt mit zunehmender Dauer, sofern ein frischer Impuls ausbleiben sollte, das Risiko einer nicht zu unterschätzenden Enttäuschung.

Umfrage bei Twitter und Facebook

Höher: 59% (+14)

Tiefer: 30% (-14)

Neutral: 11% (+0)




Börse Frankfurt Sentiment-Index







Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutral
Total56%24%20%
ggü. letzter Erhebung+3%-5%+2%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 10.700 (+310 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +32 Punkte (Stand Vorwoche: +24 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum



Private Anleger

BullishBearishNeutral
Total63%21%16%
ggü. letzter Erhebung-2%+2%+0%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 10.700 (+310 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +42 Punkte (Stand Vorwoche: +46 Punkte)

von: Joachim Goldberg
16. November 2016, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie.

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