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29.05.2019 13:06:10
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Kolumne

Marktstimmung: "Dunkle Wolken und viele Schwarzseher"



Der DAX fällt und die Anleger gehen short - zumindest die professionellen. Goldberg sieht darin einen Herdentrieb, der den Markt stütze.



29. Mai 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Hatten Kommentatoren in der vergangenen Woche noch bemängelt, dass die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks die politischen und wirtschaftlichen Risiken nicht ausreichend berücksichtigen würden, scheint sich diese Einschätzung peu à peu zu verändern. Nicht dass die Eskalation des US-chinesischen Handelskrieges nicht schon in der vergangenen Woche bekannt gewesen wäre. Und auch der Ausgang der Europawahlen hat das europäische Parlament nicht in seinen Grundfesten erschüttert. Die ökonomische Datenlage hat sich während der vergangenen Tage ebenfalls nicht überraschend verschlechtert. Aber man braucht nur auf die Kursentwicklung von DAX, Euro Stoxx 50 und S&P 500 zu blicken und wird das erkennen, wovon Charttechniker schon seit einiger Zeit sprechen. Die Rede ist von mehr oder weniger schön geschnittenen Formationen (in der Fachsprache: Head & Shoulders Top), die das Ende des mittelfristigen Aufwärtstrends ankündigen sollen. Seit gestern sind diese Formationen zum Teil bereits vollendet, und auch beim DAX scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis das entsprechende Verkaufssignal von den technischen Analysten (nach Unterschreiten von 11.840 Zählern) gegeben wird.

Nun ist es weiß Gott nicht so, dass solche Formationen in der Vergangenheit immer funktioniert hätten. Aber die von uns wöchentlich befragten institutionellen Investoren scheinen sich - aus welchem Grund auch immer - auf Ungemach eingerichtet zu haben. Denn unser Börse Frankfurt Sentiment-Index ist gegenüber der Vorwoche um satte 22 Punkte auf einen Stand von -13 Punkte gefallen. Gleichzeitig wurde der seit Anfang Mai aufgebaute Optimismus vollends zunichte gemacht.

Eine Self-fulfilling Prophecy?

Wesentlich leichter hatten es da schon die Privatanleger, die sich im Gegensatz zu ihren institutionellen Pendants während der vergangenen drei Wochen kaum von optimistischen Stimmungen anstecken ließen. Deren Börse Frankfurt Sentiment-Index befand sich während dieser Zeit durchweg in negativem Terrain und hat sich mit der heutigen Befragung sogar um 3 Punkte auf einen Stand von -5 Punkte verbessert. Tatsächlich hatten einige Akteure ihre bearishen Engagements im Zuge des jüngsten Kurseinbruchs profitabel glattgestellt.

Der heute ermittelte Pessimismus bei den institutionellen Investoren zeigt zweierlei. Zum einen ist der Rückgang des Börsenbarometers um 2,2 Prozent gegenüber der Vorwoche (im Punktvergleich) in erster Linie auf heimische Abgaben zurückzuführen. Zum anderen dürften sich die Investoren hierzulande wie auch in anderen Aktienmärkten angesichts oben genannter Chartmuster zumindest teilweise im Voraus positioniert haben. Denn gerade, wenn derartige Formationen selbst für Laien besonders gut erkennbar sind, möchte man sich vielerorts nicht dem Vorwurf aussetzen, man hätte - auch angesichts der negativen ökonomischen Datenlage - derartige Warnzeichen ignoriert.

Gleichzeitig entsteht damit zunächst so etwas wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung (Self-fulfilling Prophecy), bei der die Mehrheit der Marktteilnehmer mancherorts bereits im Vorfeld auf fallende Kurse setzt. Für den DAX mag dies zu einer gewissen Abwärtsentwicklung führen. Aber auf der anderen Seite wird ein neuer Abwärtstrend durch Gewinnmitnahmen der neuen Bären bei fallenden Kursen (möglicherweise zwischen 11.600 und 11.700 DAX Zähler) abgemildert oder gar verhindert. Denn im Hinterkopf vieler Akteure bleibt das größere Bild für die Aktienmärkte immer noch positiv. Kursrückgänge würden daher vielfach immer noch als gesunde Korrektur und letztlich als günstige mittelfristige Kaufgelegenheit angesehen.

Somit wird eines deutlich: Die Pessimisten von heute benötigen schnelle Kursverluste. Denn erfüllen sich die negativen Vorzeichen für die Börse nicht umgehend, dürften es die Bären von heute mit einer anderen Form der Angst zu tun bekommen: Es ist die Angst vor plötzlich steigenden Kursen und die Gefahr, den nächsten Aufwärtstrend zu verpassen. Und deswegen sieht es für den DAX per Saldo nicht so schwarz aus, wie es die Chartbilder von heute vermitteln mögen.

29. Mai 2019, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Sie erhalten die Ergebnisse der Analyse per E-Mail zugesandt.



Video-Kommentar von Joachim Goldberg



Sentiment-Index institutioneller Anleger



BullishBearishNeutral
Total31%44%25%
ggü. letzter Erhebung-9%+13%-3%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.880 (-270 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: -13 Punkte (Stand Vorwoche: +9 Punkte)



Sentiment-Index privater Anleger



BullishBearishNeutral
Total35%40%25%
ggü. letzter Erhebung+0%-3%+3%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.880 (-270 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: -5 Punkte (Stand Vorwoche: -8 Punkte)


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie.

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