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07.11.2018 13:14:49
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Kolumne

Marktstimmung: "Ein Unsicherheitsfaktor weniger"



Die gestrige US-Wahl stand den Anlegern wohl im Weg, denn jetzt haben die Profis zahlreich Aktien gekauft, ihre Stimmung ist im Bereich der Euphorie. Keine unmittelbare Gefahr, aber dennoch ein potentieller Verstärker nach unten.



7. November 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). In den USA ist heute Nacht wohl eine der bedeutendsten Zwischenwahlen der vergangenen Jahrzehnte zu Ende gegangen. Wie von den meisten Experten erwartet, haben die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus zurückerobert, während die Senatsmehrheit abermals an die Republikaner ging. Damit ist aber auch gleichzeitig ein von der Mehrheit der Börsianer erwartetes Szenario Realität geworden. Hatte man sich vielerorts zunächst darauf eingerichtet, dass es sich für die Aktienmärkte ungünstig auswirken könnte, sollte US-Präsident Donald Trump nicht mehr durchregieren können, hat sich diese Meinung bereits heute früh anscheinend geändert. Tatsächlich ist es nämlich so, dass Donald Trump durch seine bisweilen aggressive Politik gerade auch im Handelskonflikt der USA mit dem Rest der Welt zuletzt als Unsicherheitsfaktor wahrgenommen wurde. Und so muss es nicht einmal ein Nachteil sein, wenn die Demokraten, denen zwar prinzipiell etwas weniger Wirtschaftskompetenz als den Republikanern zugetraut wird, über die Mehrheit im Repräsentantenhaus verfügen und in Zukunft einen zu ungestümen US-Präsidenten ausbremsen können.

"Ein Unsicherheitsfaktor weniger" werden sich vor allen Dingen die von uns wöchentlich befragten mittelfristig orientierten institutionellen Investoren gesagt haben. Denn deren Optimismus ist, gemessen an unserem Börse Frankfurt Sentiment-Index, noch einmal kräftig um weitere 24 Punkte auf einen Stand von +42 Punkte gestiegen. Dieser höchste Optimismus seit 7. Dezember 2016 ist insofern bemerkenswert, als es seit unserer vergangenen Befragung kaum günstigere Einstiegsmöglichkeiten beim DAX gegeben hat. Auf der anderen Seite hat der vorübergehende Zugewinn des Börsenbarometers von rund 2,2 Prozent gegenüber vergangenem Mittwoch vielerorts offenbar nicht gereicht, um zu Gewinnmitnahmen bei den bereits bestehenden bullishen Engagements zu verführen.

Privatanleger bleiben gelassen

Diesen hohen Optimismus haben die von uns befragten Privatanleger allerdings nicht geteilt. Denn der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieser Gruppe hat sich sogar gegenüber der Vorwoche um 3 Punkte auf einen Indexwert von +23 Punkte zurück gebildet. Ursächlich für diesen überschaubaren Rückgang sind in erster Linie kleinere Gewinnmitnahmen.

Unter dem Strich sind mit der heutigen Befragung die institutionellen Investoren ihren privaten Pendants im übertragenen Sinne davongelaufen. Während der Optimismus bei letzterer Gruppe nicht gerade überzogen ist, gilt dies für die institutionellen Investoren umso mehr. Absolut betrachtet befindet sich deren Optimismus auf dem höchsten Stand seit fast zwei Jahren, in der relativen Sicht auf sechs Monate handelt es sich sogar um ein Mehrjahreshoch. Offenbar wurde mit den gestern Nacht beendeten US-Zwischenwahlen einer der größten Unsicherheitsfaktoren für den Rest des Jahres beseitigt. Auch scheinen die verbliebenen Unwägbarkeiten wie Brexit oder Italien-Haushalt zumindest zeitweise ausgeblendet worden zu sein oder erscheinen durch die rosarote Brille der Euphorie plötzlich beherrschbar.

Ja, die derzeitige Stimmung kann durchaus als euphorisch bezeichnet werden. Damit muss allerdings - die gängige landläufige Sentiment-Interpretation mag einen derartigen Schluss nahelegen - nicht ein sofortiger Einbruch des DAX einhergehen. Aber man muss einerseits davon ausgehen, dass einem eventuellen weiteren Anstieg des Börsenbarometers (in Richtung 11.800?) zunehmend Gewinnmitnahmen entgegenstehen werden. Gravierender ist allerdings, dass im Falle von größeren Rückschlägen (etwa unter 11.400 DAX-Zähler) ein Großteil der heimischen Nachfrage nunmehr ausbleiben dürfte, da diese bereits gesättigt ist. Ob dann ausgerechnet ausländisches Kaufinteresse dem DAX zu Hilfe eilen wird, scheint aus heutiger Sicht allerdings fraglich.

7. November 2018, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de

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Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Sie erhalten die Ergebnisse der Analyse per E-Mail zugesandt.



Video-Kommentar von Joachim Goldberg



Sentiment-Index institutioneller Anleger



BullishBearishNeutral
Total61%19%20%
ggü. letzter Erhebung+9%-15%+6%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.600 (+170 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: Punkte +42 (Stand Vorwoche: +18 Punkte)



Sentiment-Index privater Anleger

BullishBearishNeutral
Total52%29%19%
ggü. letzter Erhebung-3%+0%+3%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.600 (+170 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +23 Punkte (Stand Vorwoche: +26 Punkte)



Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie.

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