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27.06.2018 13:21:41
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Kolumne

Marktstimmung: "Einfach zu viel Handelskrieg - aber nicht für alle"



Der DAX fällt deutlich, obwohl etliche der hiesigen institutionellen Anleger mit mittelfristigem Horizont Aktien gekauft haben seit der vergangenen Erhebung. Das ist für Joachim Goldberg kein gutes Zeichen.



27. Juni 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Der eskalierende Handelskonflikt zwischen den USA und China, aber auch die neu angekündigten Strafzölle auf Autoimporte aus der EU in die USA haben die Schlagzeilen seit unserer vergangenen Erhebung beherrscht. Und als ob die von den USA angedrohten zusätzlichen Importzölle noch nicht genug wären, wurde zu Anfang dieser Woche auch noch die vom Wall Street Journal kolportierten Erwägung des Finanzministeriums bekannt, wonach chinesischen Investoren der Kauf bestimmter US-Technologieunternehmen ab einer bestimmten Größenordnung verwehrt werden soll.

Die Reaktion darauf aus Washington waren widersprüchlich. Vor allem als schließlich sogar die US-Börsen in die Knie gingen, versuchte der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, Peter Navarro, die Wogen zu glätten, indem er in einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC äußerte, es gebe keine Pläne, Investitionen von Unternehmen zu beschränken. Aber selbst die Nachricht gestern Nacht, dass US-Präsident Donald Trump anscheinend von neuen Instrumenten zur Begrenzung chinesischer Investments bei US-Technologieunternehmen Abstand nehmen möchte, wirkte offenbar nicht vertrauenserweckend. So will Trump stattdessen ein Gesetz aus dem Jahre 1988 vom Kongress überarbeiten lassen, um danach jeweils einen Regierungsausschuss über geplante ausländische Investments in den USA entscheiden zu lassen.

Gleichwohl hat sich bei den von uns wöchentlich befragten mittelfristig orientierten institutionellen Investoren offenkundig keine Panik ausgebreitet. Statt schlechter Stimmung wegen des DAX-Einbruchs, der im Wochenvergleich in der Punktbetrachtung immerhin um 5,1 Prozent gefallen war, ist sogar - gemessen am Börse Frankfurt Sentiment-Index - leichter Optimismus aufgekommen. Denn das Stimmungsbarometer ist gegenüber der Vorwoche um 19 Punkte auf einen Stand von +10 Punkte gestiegen. Dabei kommen die neuen Optimisten fast ausschließlich aus dem Lager vormals neutral gestimmter Akteure. Wir erinnern uns: Diese Gruppe hatte in der Vorwoche noch 40 Prozent aller Teilnehmer auf sich vereinigt. Offenbar hat sich mehr als die Hälfte davon nicht nur den Optimisten angeschlossen, sondern sich im fallenden Markt als Käufer betätigt. Möglicherweise mit dem Motiv, dass die Risikoprämie eines eskalierenden Handelskonflikts nun hoch genug sei.

Diese Meinung scheinen die Privatanleger indes nicht zu vertreten. Zwar gab es vereinzelt ein paar mutige Käufer, aber per Saldo dürfte es, trotz des starken Kursrückgangs des DAX, kaum Gewinnmitnahmen der mehrheitlich bereits in der Vorwoche pessimistisch eingestellten Investoren gegeben haben. Diese bilden mit einem Anteil von nach wie vor 50 Prozent aller Befragten die größte Gruppe. Unterdessen ist der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieses Anlegergruppe gerade einmal um 4 Punkte auf einen Stand von -16 Punkte gestiegen. Im Gegensatz zur Stimmung bei den institutionellen Pendants wiegt hier die Angst schwerer als die Aussicht, etwaige Absicherungen mit Gewinn glattstellen zu können.

DAX fällt trotz heimischer Nachfrage

Unter dem Strich zeigt die jüngste Sentiment-Entwicklung, dass der Optimismus der institutionellen Anleger weder absolut noch in der relativen Drei- bzw. Sechs-Monatsbetrachtung keineswegs als überbordendend zu bezeichnen ist. Aber das Reservoir an potentiellen weiteren Nachfrager ist mit der heutigen Erhebung deutlich geschrumpft und nicht günstig für den DAX. Abgesehen davon, dass die jüngsten Käufer dem DAX nicht lange die Treue halten und etwaige Kursgewinne relativ schnell realisieren würden, wirkt es störend, dass der DAX trotz dieser Käufe gefallen ist - ein Indiz für den Abfluss ausländischen Kapitals.

Einzig diejenigen (vor allem Privatanleger), die sich gegen weitere Kursverluste des Börsenbarometers abgesichert haben, könnten bei der Auflösung der Short-Positionierungen für stützende Nachfrage sorgen. Dies dürfte jedoch erst der Fall sein, wenn man sich mit der Zeit an schlechte Nachrichten aus Washington zu gewöhnen beginnt oder einen Beweis dafür erhält, dass das Schlimmste vorbei ist. Diesen bekommt man jedoch fast immer erst im Nachhinein.

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt.



Video-Kommentar von Joachim Goldberg



Börse Frankfurt Sentiment-Index




Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutral
Total46%37%17%
ggü. letzter Erhebung+21%+2%-23%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.150 (-570 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +9 Punkte (Stand Vorwoche: -10 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum





Private Anleger

BullishBearishNeutral
Total34%50%16%
ggü. letzter Erhebung+4%unv.-4%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.150 (-570 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: -16 Punkte (Stand Vorwoche: -20 Punkte)

27. Juni 2018, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie.

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