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26.04.2017 13:51:08
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Kolumne

Marktstimmung: "Fern von jeglicher Kapitulation"



Es sind nach Ansicht Goldbergs Trader, die - gefangen in einer Bärenfalle nach der Wahl in Frankreich die Preise nach oben getrieben haben, während die übrigen mehrheitlich deutsche Aktien bereits als zu teuer bewerten.
Zusammenfassung

26. April 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Eigentlich war es eine klare Angelegenheit: Die erste Runde der Präsidentschaftswahlen in Frankreich hat nicht dazu geführt, dass bei der Stichwahl in 10 Tagen zwei anti-europäische Kandidaten gegeneinander antreten werden. Und die Reaktion des DAX konnte in der Logik vieler Anleger nur so ausfallen, wie man sich das unter normalen Umständen vorstellt. Zu Wochenbeginn gab es einen deutlichen Kurssprung, gefolgt von zwei Tagen neuer Rekordhochs für das Börsenbarometer.

Damit war zumindest auf den ersten Blick für außen stehende Beobachter klar, dass diese Kursentwicklung nur einer euphorischen Kaufwelle oder einer Kapitulation der Skeptiker zu verdanken gewesen sein konnte. Zumindest was die von uns wöchentlich befragten mittelfristig orientierten Anleger angeht, scheinen jedoch die allermeisten nicht an dieser jüngsten Kurs-Rallye beteiligt gewesen zu sein. Im Gegenteil: Der ohnehin geringe Optimismus der institutionellen Investoren hat - gemessen am Börse Frankfurt Sentiment-Index - sogar einen Dämpfer erfahren und sich um 7 Punkte auf einen Stand von -1 Punkt zurück gebildet. Ein Ergebnis, das man angesichts eines Kursanstiegs des DAX von 3,6 Prozent seit unserer vergangenen Stimmungserhebung nicht unbedingt erwarten konnte.

Denn tatsächlich dürfte es in Hinblick auf weiter steigende Kurse und neue Rekordhochs schwer fallen, einen skeptischen Standpunkt zu begründen. Dennoch gibt es genügend Kommentatoren und Analysten, für die die Luft beim DAX immer dünner zu werden scheint. Auch angesichts der Tatsache, dass ein schnelleres Wirtschaftswachstum für viele Marktteilnehmer hierzulande bereits mehrheitlich als eingepreist gilt und ökonomische Impulse aus den USA seitens des US-Präsidenten Donald Trump bislang hinter den Erwartungen zurückblieben, ist eine Kauf-Zurückhaltung verständlich. Ganz zu schweigen von den Gewinnerwartungen, die zuletzt längst nicht mit den Kursanstiegen mithalten konnten.

Späterer Reue aus dem Weg gegangen

Aber auch bei den Privatanlegern hat die DAX-Rallye nicht zu Käufen gereizt, was angesichts des jüngsten Rekord-Hochs des DAX verständlich ist. Denn ein Einstieg in dieser Woche würde für viele Marktteilnehmer mit dem unangenehmen Gefühl einhergehen, nicht nur zu spät an der Party teilgenommen, sondern womöglich auch noch das höchste DAX-Niveau aller Zeiten erwischt zu haben. Daher hat es die Mehrheit dieses Panels wohl vorgezogen, eine etwaige spätere Reue lieber zu vermeiden. Regretaversion wird dieses Verhalten genannt. Stattdessen hat ein Teil der Bullen seine Gewinne eingestrichen, weswegen der Börse Frankfurt Sentiment-Index um 4 Punkte auf einen Stand von nunmehr -4 Punkte gefallen ist.

Damit stellt sich natürlich die Frage, wer für den jüngsten Kurssprung des DAX am Ende verantwortlich war. Denn die Entwicklung des Börsenbarometers am vergangenen Montag legt den Schluss nahe, dass es eine kräftige Short-Squeeze gegeben haben muss und dass diese mit der heutigen Erhebung eher kurzfristig orientierten Marktteilnehmern zuzuschreiben ist, die sich wegen der französischen Präsidentschaftswahl zuvor gegen einen möglichen Kurssturz abgesichert hatten.

Auch ist nicht auszuschließen - wenngleich weniger wahrscheinlich -, dass noch einmal ausländisches Kapital europäischen Aktien zugute gekommen sein könnte. Allerdings haben wir bereits in den Vorwochen hohe Zuflüsse aus diesen Quellen festgestellt, so dass es bestenfalls zu kleinerer Zusatznachfrage gekommen sein dürfte.

Per Saldo zeigt die heutige Stimmungserhebung, dass viele Anleger hierzulande den DAX offenbar für überbewertet halten und daher nicht bereit sind, die derzeitigen Preise zu bezahlen. Allerdings ist vorstellbar, dass diese Akteure im Falle eines Rücksetzers des DAX (3 bis 4 Prozent tiefer vom heutigen Erhebungskurs von 12.460 Punkte gerechnet) für frische Nachfrage sorgen. Diese Nachfrage würde auch entstehen, wenn der DAX etwa durch zusätzliche langfristige Kapitalzuflüsse aus dem Inland weiter nach oben getrieben würde.

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Die Stimmen der professionellen Teilnehmer wurden bislang von privaten Anlegern ergänzt, die unter den aktivsten Tradern verschiedener Online-Broker rekrutiert wurden. Diesen Teil des Sentiment-Index stellt die Börse Frankfurt nun auf breitere Füße.

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt.

Möchten Sie teilnehmen? Dann schreiben Sie einfach eine E-Mail an sentiment@deutsche-boerse.com.



Börse Frankfurt Sentiment-Index





Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutral
Total41%42%17%
ggü. letzter Erhebung-3%+4%-1%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.460 (+430 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: -1 Punkte (Stand Vorwoche: +6 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum





Private Anleger

BullishBearishNeutral
Total38%42%20%
ggü. letzter Erhebung-5%+1%+4%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.460 (+430 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: -4 Punkte (Stand Vorwoche: +2 Punkte)

von: Joachim Goldberg
26. April 2017, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.




Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie.

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