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15.03.2017 07:59:51
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Kolumne

Marktstimmung: "Gefahr an jeder Ecke"



Die DAX-Stimmung ist noch schlechter als in der Vorwoche, der Pessimismus der institutionellen Anleger ist so hoch wie zuletzt im März 2015.
Zusammenfassung

15. März 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Es sieht so aus, als ob an diesem Tag nur wenige ein wirklich großes bullishes Engagement haben möchten. Von den beiden so genannten Ereignisrisiken, die die Finanzmarktteilnehmer heute bewältigen müssen, lässt sich vermutlich das heute endende Treffen des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) besser einschätzen. So gehen nahezu alle Marktteilnehmer davon aus, dass die Fed die Leitzinsen um 25 Basispunkte anheben wird. Und selbst wenn die ökonomischen Prognosen des FOMC und die damit verbundenen Zinseinschätzungen ("dot plots") in diesem Jahr noch zwei weitere Schritte implizieren sollten, dürfte dies nicht für Furore sorgen. Das andere Ereignis, die Parlamentswahlen in den Niederlanden - erste Prognosen werden ab 21:00 Uhr erwartet -, dürfte den Akteuren wesentlich mehr Kopfzerbrechen bereiten. Zumindest haben die mittelfristig orientierten institutionellen Anleger, die wir allwöchentlich befragen, erneut zum Negativen tendiert: Unser Börse Frankfurt Sentiment-Index ist um weitere 4 Punkte gefallen und steht nun bei -14. Ein derart negativer Index-Wert wurde zuletzt am 18. März 2015 registriert, interessanterweise notierte auch der DAX damals auf fast dem gleichen Niveau wie heute. Wir erinnern uns: Nur kurze Zeit später, am 10. April 2015, markierte der DAX sein bisheriges Allzeithoch von rund 12.390 Zählern.

Es sind aber nicht nur die für heute anstehenden Ereignisrisiken, die das Gros der Investoren zu diesem relativ hohen Grad an Skepsis bewegen. Vielmehr lassen sich außerdem aus den USA warnende Stimmen vernehmen. Ihrer Meinung nach dauert der im Jahre 2009 begonnene Aufwärtstrend am dortigen Aktienmarkt, etwa gemessen am S&P 500 Index, schon viel zu lang an, weshalb er einer großen Korrektur bedürfe. Dass gleichzeitig der DAX seit unserer vergangenen Stimmungserhebung sich in einer noch schmaleren Zone als in der Vorwoche bewegte und ständig um die Zwölftausender Marke herum oszilliert, wird von vielen Akteuren nicht etwa als Beruhigung, sondern als Warnzeichen interpretiert.



Privatanleger werden vorsichtig

Auch bei den Privatanlegern hat sich die Stimmung mittlerweile, nach dem optimistischen Aufschwung vom vergangenen Mittwoch gegen den Trend der institutionellen Marktteilnehmer, deutlich eingetrübt. Der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieses Panels ist um 8 Punkte auf einen Stand von +/-0, also auf die neutrale Linie zurückgefallen. Die Beweggründe dafür dürften ähnlich gelagert sein wie bei den institutionellen Pendants.

Trotz all dieser Absicherungsmaßnahmen - seien diese nun auf Verkäufe institutioneller oder privater Anleger zurückzuführen - hat der DAX bislang keinen Boden verloren, sondern sich in der Punktbetrachtung im Wochenvergleich sogar leicht befestigt. Im Gegensatz zu manchem Akteur, den dieses vor sich hin Dümpeln des Börsenbarometers verunsichern mag, bleibt die Sentiment-technische Ausgangsposition für den DAX positiv. Sollte es tatsächlich zu größeren Kursrückgängen infolge der heutigen Ereignisse kommen, würden Rückkäufe durch Auflösung der Absicherungen nach unten für den DAX nach wie vor eine Stütze darstellen. Und sollten außerdem die heutigen Ereignisse halbwegs wie erwartet ausfallen, dürfte sich nicht nur der jüngste entstandene Pessimismus als gegenstandslos herausstellen. Darüber hinaus erwarten wir nämlich, dass im gleichen Zuge der Startschuss für eine Short Squeeze um die besten Plätze im Rennen in Richtung Allzeithoch gegeben wird.

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Die Stimmen der professionellen Teilnehmer wurden bislang von privaten Anlegern ergänzt, die unter den aktivsten Tradern verschiedener Online-Broker rekrutiert wurden. Diesen Teil des Sentiment-Index stellt die Börse Frankfurt nun auf breitere Füße.

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt.

Möchten Sie teilnehmen? Dann schreiben Sie einfach eine E-Mail an sentiment@deutsche-boerse.com.



Börse Frankfurt Sentiment-Index





Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutral
Total32%46%22%
ggü. letzter Erhebung-1%+3%-2%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.000 (+30 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: -14 Punkte (Stand Vorwoche: -10 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum





Private Anleger

BullishBearishNeutral
Total39%39%22%
ggü. letzter Erhebung-6%+2%+4%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.000 (+30 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +-0 Punkte (Stand Vorwoche: +8 Punkte)

von: Joachim Goldberg
15. März 2017, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.

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