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09.08.2017 12:53:09
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Kolumne

Marktstimmung: "Mit Feuer und Zorn"



Die gute Stimmung der vergangenen drei Wochen ist mit der jüngsten Eskalation in der schwelenden Krise zwischen den USA und Nordkorea fast schon zwangsläufig verschwunden.
Zusammenfassung

9. August 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Krise zwischen den USA und Nordkorea schwelt schon seit längerem. Und bislang schien sie von den Teilnehmern an den Finanzmärkten nicht so recht ernst genommen zu werden. Bis gestern US-Präsident Donald Trump mit seiner dramatischen "Fire and Fury"-Rede ("Feuer und Zorn") die Investoren an den Finanzmärkten, wenn auch nicht in riesigem Ausmaß, in so genannte sichere Häfen (z. B. Gold, Schweizerfranken) trieb. Auch wenn man mancherorts bemüht war, die massiv anmutenden Worte des US-Präsidenten zu relativieren - so etwa der frühere Präsidentschaftskandidat der Republikaner John McCain - hatte die Rhetorik Trumps für viele Marktteilnehmer etwas Bedrohliches. Mag sein, dass auch die verhältnismäßig ruhigen und wenig volatilen US-Aktienmärkte der vorangegangenen Tage dazu beigetragen haben, dass die Drohungen Trumps und auch Nordkoreas prompte Antwort, verbunden mit der Drohung seines Führers Kim Yong Un wiederum, US-Basen auf der Insel Guam anzugreifen, für einen starken Kontrast sorgten.

So wundert es auch nicht, dass die von uns befragten mittelfristig orientierten institutionellen Investoren recht schnell reagierten: Unser Börse Frankfurt Sentiment-Index ist gegenüber der Vorwoche um 14 Punkte auf einen Stand von -2 gefallen. Gut möglich, dass sich einige Akteure ohnehin von ihren Engagements trennen wollten, denn der DAX hatte gegenüber unserer vergangenen Erhebung zwischenzeitlich in der Spitze gerade einmal 0,6 Prozent zulegen können. Und das, nachdem er zuvor temporär knapp 1,4 Prozent an Wert verloren hatte. Ein rechtes Wechselbad also. Tatsächlich hatte das Börsenbarometer von der guten Stimmung, ausgelöst durch den US-Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag, nicht viel in die neue Woche hinüberretten können. Und so gab die "Fire and Fury"-Rede Donald Trumps gewissermaßen einen trefflichen Auslöser, sich von den optimistischen Ambitionen selbst unter Inkaufnahme kleiner Verluste zu trennen. Zumindest hat der DAX im Wochenvergleich in der Punktbetrachtung ein Minus von 0,5 Prozent hinnehmen müssen.

… zurück auf relativ "neutral"

Ähnlich sieht es bei den Privatanlegern aus, die jedoch während der vergangenen drei Wochen längst nicht so optimistisch wie ihre institutionellen Pendants gewesen waren. Deswegen fiel der Rückgang beim Börse Frankfurt Sentiment-Index mit 9 Punkten auf den heutigen Stand von -6 etwas moderater aus - es handelt sich übrigens um das gleiche Stimmungsniveau wie vor zwei Wochen.



Mit der heutigen Stimmungserhebung ist also der Optimismus, der sich trotz Dieselgate und einem festen Euro während der vergangenen Wochen entfalten konnte, verschwunden. Die Sentiment-Indizes der privaten und auch der institutionellen Marktteilnehmer sind damit wieder in negatives Terrain eingetaucht, liegen aber in der relativen 6-Monatsbetrachtung in beiden Panels etwa auf ihren Mittelwerten, was per Saldo einer neutralen Stimmungslage entspricht. Gleichzeitig hat sich die sentiment-technisch ungünstige Position des DAX der vergangenen beiden Wochen wieder etwas stabilisiert. Damit sind aber auch etwaige Schieflagen, die wesentliche Voraussetzung für größere Trends, begradigt worden. Und so wird der DAX zumindest aus der heimischen Betrachtung in eine Seitwärtsbewegung gedrängt, die für Ausschläge von +/-2 Prozent (gemessen an 12.200 Dax-Zählern) gut ist. Für größere Trends - egal, in welche Richtung - sind somit ausländische Kapitalströme verantwortlich, wobei wir derzeit (noch) keine größere Veränderung in die eine oder andere Richtung feststellen können.

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Die Stimmen der professionellen Teilnehmer wurden bislang von privaten Anlegern ergänzt, die unter den aktivsten Tradern verschiedener Online-Broker rekrutiert wurden. Diesen Teil des Sentiment-Index stellt die Börse Frankfurt nun auf breitere Füße.

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt.

Möchten Sie teilnehmen? Dann schreiben Sie einfach eine E-Mail an sentiment@deutsche-boerse.com.



Börse Frankfurt Sentiment-Index





Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutral
Total38%40%22%
ggü. letzter Erhebung-7%+7%+0%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.200 (-60 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: -2 Punkte (Stand Vorwoche: +12 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum





Private Anleger

BullishBearishNeutral
Total38%44%18%
ggü. letzter Erhebung-3%+6%-3%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.200 (-60 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: -6 Punkte (Stand Vorwoche: +3 Punkte)

9. August 2017, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.

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