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25.04.2018 13:28:20
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Kolumne

Marktstimmung: "Nicht nur aus Angst"



Gegenüber der Vorwoche hat sich die Stimmung beim DAX vor allem bei den institutionellen Anlegern deutlich verschlechtert. Damit einher geht eine veränderte Bewertung der unterschiedlichen politischen Risiken.
Zusammenfassung

25. April 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Verfolgt man die Reaktionen der Finanzmarktteilnehmer auf die Nachrichten der vergangenen Tage, lässt sich ganz klar feststellen, dass sich der Fokus deutlich verschoben hat. Dominierten zuvor noch die Ängste der Marktteilnehmer vor einer Ausweitung des Handelskonflikts zwischen den USA und China, wurde dieser zuletzt weitgehend ausgeblendet. Denn die steigenden Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen - es handelte sich um einen Zuwachs von 15 Basispunkten seit unserer vergangenen Sentiment-Erhebung hatten spätestens mit Erreichen der 3-Prozent-Linie am gestrigen Handelstag so etwas wie einen Weckruf ausgelöst. Innerhalb weniger Tage hat sich Angst vor einer steigenden Inflation in den USA breitgemacht, wobei vorgenannte Handelsprobleme überdies noch nicht gelöst sind. Und in Deutschland? Da sprachen einige Beobachter davon, dass der laufende Wachstumszyklus bereits seinen Zenit überschritten habe. Auch wenn die jüngsten Daten eher nur für eine Wachstumsdelle denn für eine Trendwende sprechen, haben sich die Kommentare zur Börsenlage verdüstert.

Und dies hat sich auch in unserer heutigen Befragung der mittelfristig orientierten institutionellen Marktteilnehmer niedergeschlagen. Dort ist der Börse Frankfurt Sentiment-Index um 31 Punkte auf einen Stand von -15 gefallen; es handelt sich um den bislang niedrigsten Indexwert des Jahres. Im Gegensatz zur Vorwoche, als sich die Stimmung bereits verschlechterte und die Optimisten noch weitgehend stillgehalten hatten, ist diese Gruppe nun um mehr als 20 Prozent geschrumpft. Dabei ist unverkennbar, dass sich die Abwanderungswilligen nicht nur mit Gewinnmitnahmen begnügen, sondern sich sofort zu den Pessimisten gesellt haben. Wie bereits am vergangenen Mittwoch haben sich auch vormals neutral eingestellte Investoren noch einmal den Pessimisten angeschlossen - sie machen etwas mehr als die Hälfte der Neuzugänge bei den Bären aus. Berücksichtigt man, dass der DAX gestern den höchsten Kurs seit unserer vergangenen Erhebung (marginal höher als am Stichtag) erreichte, könnte man daraus schließen, dass der jüngste Pessimismus nicht nur von Angst gespeist, sondern die jüngsten Absicherungen bzw. Short-Engagements auch preislich recht attraktiv aussehen dürften.

Besorgte Privatanleger

Auch bei den Privatanlegern hat sich eine ähnliche Mischung aus Sorge, Angst und bis gestern noch relativ guten Einstandspreisen breitgemacht. Der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieses Panels ist ebenfalls, wenn auch nicht so deutlich wie bei den Institutionellen, gefallen. Der Rückgang beträgt 14 Punkte gegenüber der Vorwoche, so dass aufgrund der zuvor ohnehin positiveren Stimmung noch ein Börse Frankfurt Sentiment-Index im positiven Bereich bei +7 verbucht werden konnte.



Unter dem Strich fällt auf, dass der DAX trotz dieser massiven Stimmungsverschiebung und den zu Grunde liegenden Aktienverkäufen noch relativ gut davongekommen ist. Gegenüber der Vorwoche ergibt sich in der Stichtagsbetrachtung nämlich lediglich ein Kursrückgang des DAX von 1 Prozent. Der Pessimismus der institutionellen Anleger ist jedoch nicht nur absolut betrachtet recht deutlich und so hoch wie zuletzt Ende Juni 2017. In der relativen Sechsmonats-Betrachtung könnte man ihn sogar als extrem bezeichnen, denn er liegt von seinem Mittelwert rund 30 Punkte entfernt. Nach gängiger Lesart hätte sich damit die Lage des Börsenbarometers nicht verschlechtert. Allerdings ist mit guter Nachfrage aus den heutigen Absicherungsengagements frühestens bei 12.150/12.200 Zählern zu rechnen. Sofern diese Akteure lediglich eine Extra-Rendite einfahren möchten. Handelt es sich jedoch um grundsätzliche Angst-Engagements, die wir etwa zu zwei Dritteln der während der vergangenen beiden Wochen hinzugekommenen Pessimisten zurechnen, dürften Rückkäufe in die Schwäche derzeit nicht angesagt sein. Mit anderen Worten: Gegenüber der Vorwoche, als wir dem DAX ohnehin moderate Korrekturen einräumten, hat sich die Lage nicht verbessert.

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt.



Video-Kommentar von Joachim Goldberg



Börse Frankfurt Sentiment-Index




Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutral
Total34%49%17%
ggü. letzter Erhebung-10%+21%-11%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.470 (-90 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: -15 Punkte (Stand Vorwoche: +16 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum





Private Anleger

BullishBearishNeutral
Total40%33%27%
ggü. letzter Erhebung-9%+5%+4%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.470 (-90 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +7 Punkte (Stand Vorwoche: +21 Punkte)

25. April 2018, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie.

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