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05.07.2017 10:43:54
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Kolumne

Marktstimmung: "Nur ein Missverständnis"



Zu verlockend waren die aufgelaufenen Gewinne der mehrheitlich bearish eingestellten Börsianer, so dass vielerorts Kasse gemacht wurde. Das hat den DAX (vorübergehend) stabilisiert.
Zusammenfassung

5. Juli 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Rede Mario Draghis im portugiesischen Sintra und der darin angedeutete mögliche Richtungswechsel der Europäischen Zentralbank in Form eines Ausstiegs aus der ultralockeren Geldpolitik hat die Börsianer noch lange beschäftigt. Allerdings scheint es den sogenannten Zentralbankkreisen gelungen zu sein, die Teilnehmer an den Finanzmärkten davon zu überzeugen, dass sie die Rede des EZB-Präsidenten womöglich in den falschen Hals bekommen haben könnten. Allerdings wäre es das erste Mal, dass Mario Draghi vom Markt angeblich "missverstanden" wurde. Denn mehrfach bereits wurden in der Vergangenheit von ungenannten offiziellen Quellen gezielt beruhigende Behauptungen gestreut, wenn Finanzmärkte auf Ausführungen des EZB-Präsidenten mit überdurchschnittlich hoher Volatilität reagiert haben. Am Ende stellte sich für die Mehrheit der von uns allwöchentlich befragten mittelfristig orientierten Marktteilnehmer eine ganz simple Frage. Sollten sie aus Angst vor einem Richtungswechsel der Zentralbank ihre Absicherungen und Short-Positionen im DAX beibehalten oder angesichts der mentalen Beruhigungspillen, die von "Offiziellen" der EZB während der vergangenen Handelstage über die Medien verteilt wurden, nicht doch lieber ihre Gewinne mitnehmen? Zumal sich ein leichtes Umschwenken in der geldpolitischen Einstellung der EZB, so die sich alsbald herausbildende Überzeugung vieler Börsianer, ohnehin ganz langsam und über eine lange Zeit verzögert auswirken würde.

Die mittelfristig orientierten Investoren haben sich vielfach für "Geldverdienen" statt dem Glauben an einen Paradigmenwechsel entschieden. Denn der Börse Frankfurt Sentiment-Index hat sich von seinen zuletzt niedrigen Ständen deutlich erholt und konnte gegenüber der Vorwoche um 19 Punkte auf einen Stand von nurmehr -8 zulegen. Dabei haben die meisten dieser Investoren nicht nur ihren recht deutlichen Gewinn an der DAX-Korrektur festgeschrieben, die in der Spitze seit dem Allzeithoch vom 20. Juni immerhin 5,1 Prozent betrug. Vielmehr wechselten die ehemaligen Pessimisten, ohne zu zögern, die Seite und schlugen sich ins Lager der Optimisten.

Auch Privatanleger machen Kasse

Ähnliches ist auch von den Privatanlegern zu vermelden, bei denen ebenfalls Gewinnmitnahmen stattfanden, so dass unser Börse Frankfurt Sentiment-Index um 14 Punkte auf einen Stand von -5 anzog. Dieser Stimmungswechsel fiel im Vergleich zu den institutionellen Anlegern weniger stark aus, da gut die Hälfte der ehemaligen Pessimisten sich nicht sogleich auf die Käuferseite schlugen, sondern wohl erst mal abwarten wollten und sich daher zunächst im Lager der neutral gestimmten Akteure niederließen.



Die jüngsten Gewinnmitnahmen heimischer Akteure haben bislang jedoch nicht zu einem großen Aufbäumen des DAX geführt. Tatsächlich hat sich das Börsenbarometer vom Korrekturtief des vergangenen Freitags nur um 1,4 Prozent befestigen können und weist im Wochenvergleich immer noch einen Kursverlust von 1,0 Prozent aus. Obgleich sich die Sentiment-Index-Werte der heutigen Erhebung immer noch im negativen Bereich befinden, liegen sie etwa bei den institutionellen Investoren relativ betrachtet nicht allzu sehr unter ihrem Halbjahresdurchschnitt von -4,1 Prozent - Ähnliches gilt für die Privatanleger. Damit kann der DAX zumindest aus heimischer Sicht fast als bereinigt gelten, zumindest vermittelt die derzeitige Positionierung der Investoren den Eindruck, dass der DAX auf dem heutigen Niveau von 12.450 Zählern fast als fair bewertet gilt. Sollte das Börsenbarometer von hier aus wieder unter Druck geraten, ist die Nachfragesituation damit längst nicht mehr so komfortabel wie zuvor. Und im Falle weiterer Erholungen besteht sogar die Gefahr, dass die zuletzt erfolgreichen Bären ihre Strategie in Form von abermaligen Abgaben wiederholen werden. Die relativ mäßige Erholung trotz teilweise recht deutlichen Rückkäufen von heimischer Seite lässt überdies vermuten, dass während der DAX-Schwäche der vergangenen Tage auch ausländisches Kapital aus Deutschland abgeflossen ist. Damit ist der DAX für die kommenden Tage im besten Fall als neutral mit limitiertem Aufwärtspotenzial (+2 Prozent), aber weicher Unterseite einzustufen.

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Die Stimmen der professionellen Teilnehmer wurden bislang von privaten Anlegern ergänzt, die unter den aktivsten Tradern verschiedener Online-Broker rekrutiert wurden. Diesen Teil des Sentiment-Index stellt die Börse Frankfurt nun auf breitere Füße.

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt.

Möchten Sie teilnehmen? Dann schreiben Sie einfach eine E-Mail an sentiment@deutsche-boerse.com.



Börse Frankfurt Sentiment-Index





Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutral
Total33%41%26%
ggü. letzter Erhebung+9%-10%+1%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.450 (-120 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: -8 Punkte (Stand Vorwoche: -27 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum





Private Anleger

BullishBearishNeutral
Total37%42%21%
ggü. letzter Erhebung+5%-9%+4%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.450 (-120 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: -5 Punkte (Stand Vorwoche: -19 Punkte)

5. Juli 2017, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie.

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